CH-Schluss: SMI erobert Marke von 10’400 Punkten zurück

Boerse

(Adobe Stock)

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt hat der Leitindex am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Plus geschlossen und dabei zum Handelsschluss gar die Marke von 10’400 Punkten zurückerobert. Die Stimmung am Aktienmarkt bleibe aber weiterhin zurückhaltend, hiess es im Handel. Sowohl die geopolitische als auch die geldpolitische Landschaft seien derzeit unsicher, die Anleger hätten entsprechend «viel mehr Fragen als Antworten».

Zudem verwiesen Marktteilnehmer auf die am Donnerstag anstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB): Mit dieser nähere sich der nächste potenzielle «Störfaktor». Lege man die Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen zu Grunde, habe die Notenbank eigentlich wenig Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Gleichzeitig mussten die Investoren eine Reihe von teilweise durchzogenen Quartalszahlen im In- und Ausland verarbeiten.

Der Leitindex SMI schloss 0,23 Prozent höher bei 10’400,93 Punkten, nachdem er am Nachmittag noch kurzzeitig unter die Marke von 10’300 getaucht war. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, schloss dagegen 0,01 Prozent tiefer bei 1624,68 Punkten während der breite SPI 0,15 Prozent auf 13’624,30 Punkte gewann. Von den SLI-Titeln schlossen 15 im Plus, 14 im Minus und einer (VAT) unverändert.

Mit den klarsten Gewinnen im SMI/SLI schlossen Logitech (+2,4%), die bereits am Dienstag dank überraschend guten Quartalsergebnissen einen Kurssprung um rund 10 Prozent verzeichnet hatten. Deutliche Avancen gab es für die Aktien des Getränkekartonherstellers SIG (+2,2%), die damit einen Teil der Verluste vom Vortag nach negativ aufgenommenen Quartalszahlen wieder aufholen konnten.

Mit Gewinnen gingen auch die Titel des Generika-Herstellers Sandoz (+1,0%) aus dem Handel. Die Aktien der seit Anfang Oktober neu an der SIX kotierten früheren Novartis-Tochter waren am Vortag nach den Neunmonatsumsätzen um fast 7 Prozent und damit wieder Richtung Ausgangsniveau zurückgefallen.

Zu den Tagesgewinnern gehörten auch UBS (+1,1%), wobei im Handel auf die gut aufgenommenen Quartalszahlen der Deutschen Bank verwiesen wurde. Die grösste Schweizer Bank wird ihr Quartalsergebnis am 7. November vorstellen. Fester schlossen auch die Versicherungswerte Zurich (+1,5%), Swiss Re und Swiss Life (je +1,0%).

Gewinne gab es auch wieder für die schwergewichtigen Novartis (+0,8%). Nach den am Vortag ungnädig aufgenommen Quartalszahlen des Basler Pharmakonzerns bekräftigten etwa Société Générale und die Deutsche Bank am Donnerstag ihre Kauf-Empfehlung.

Bei den weiteren Schwergewichten schlossen die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+0,5%) ebenfalls fester, genauso die GS von Roche (+0,2%). Die Roche-Papiere fänden derzeit nur schwer aus dem Abwärtstrend, hiess es: Mittlerweile sind die Titel so günstig zu haben wie zuletzt vor fünf Jahren.

Deutliche Abgaben gab es dagegen für Kühne+Nagel (-4,6%) nach der Vorlage von Zahlen zum dritten Quartal. Im Handel war allerdings in erster Linie von Gewinnmitnahmen die Rede. «Die Aktie ist alles andere als billig», so ein Händler. Noch stärkere Abgaben erlitten die gebeutelten Lonza-Titel (-4,8%). In der Folge des Kapitalmarkttags von vergangener Woche senkten am Mittwoch weitere Analysten ihre Kursziele.

Im breiten Markt ging es mit Sulzer (-6,6%) abwärts, nachdem der Technologiekonzern Zahlen zum Bestellungseingang im dritten Quartal vorlegte. Forbo (-2,1%) standen nach der zweiten Gewinnwarnung innert elf Monaten unter Druck. Das Vertrauen in die Prognosequalität des Managements erhalte damit einen weiteren Dämpfer, kommentierte die ZKB.

Stark nach oben ging es mit den Aktien des Stromzähler-Spezialisten Landis+Gyr (+8,1%). aber auch des Bankensoftware-Herstellers Temenos (+4,2%). Beide Unternehmen konnten die Erwartungen des Marktes mit ihren Resultaten übertreffen und passten ihren Ausblick nach oben an. (awp/mc/pg)

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