CH-Schluss: SMI rutscht 0,8% auf 8874 Punkte ab

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag klar schwächer, aber über dem Tagestief geschlossen. Nach dem deutlichen Minus vom Vortag fiel der Leitindex SMI bereits zur Eröffnung weiter – und zwar gleich unter die Marke von 8’900 Zählern, wo er dann auch verharrte. Die deutlich gestiegene Risikoscheu sei überall zu spüren, kommentierte ein Marktbeobachter. Dies zeigte sich auch an der Volatilität, die seit Donnerstag deutlich zulegte: Der Schweizer VSMI stieg allein am Freitag weitere 19%.

Neben der Terrorangst nach den Anschlägen in Spanien belasteten laut Händlern auch die seit ein paar Tagen wachsenden Zweifel an den Steuerreformen und Infrastrukturprogrammen in den USA, welche Präsident Donald Trump bei seiner Wahl angekündigt hatte. Die Stimmung der US-Konsumenten hellte sich derweil im August überraschend deutlich auf. In den kommenden Monaten ist denn auch trotz der politischen Schwierigkeiten von Donald Trump mit einem robusten Wachstum in den USA zu rechnen, hiess es. Blieben Überraschungen aus, dürfte das Fed im Dezember eine dritte Zinserhöhung vornehmen, so ein Analyst.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor letztendlich 0,79% auf 8’874,35 Punkte und rutschte damit trotz starkem Wochenauftakt unter den Schluss vom vergangenen Freitag bei 8’884 Punkten ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, schloss 0,76% tiefer bei 1’416,40 und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,79% bei 10’123,34 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel gingen bis auf zwei alle im Minus aus dem Handel.

Am stärksten gaben Werte wie Sika (-2,3%), Aryzta (-2,2%) und Dufry (1,9%) ab, ohne dass dazu allerdings fundamentale News vorhanden gewesen wären.

Die grösste Belastung für den Index waren allerdings die Pharma-Schwergewichte Roche (-1,2%) und Novartis (-1,1%). In den USA haben Abgeordnete eine Untersuchung von Preisanstiegen bei Medikamenten gegen Multiple Sklerose eingeleitet, wovon auch die Basler Pharmaunternehmen betroffen sind. Insgesamt sieben Konzerne wurden aufgefordert, Stellung zu nehmen. Nachdem sich die Preise seit 2004 nahezu verfünffacht haben, wollen die Abgeordneten laut Medienberichten herausfinden, ob die Preise im Gleichschritt angehoben wurden. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-0,5%) hielt sich derweil deutlich besser.

Bei Geberit (-1,1%) setzte sich die starke Abwärtsbewegung vom Donnerstag fort. Die Titel des Sanitärkonzerns waren nach enttäuschenden Halbjahreszahlen um beinahe 6% eingebrochen. In Analystenkreisen teilen sich allerdings die Meinungen zum weiteren Kurspotenzial, wie verschiedene Analysen im Nachgang am Freitag andeuteten.

Sonova (-0,4%), die zwischenzeitlich grösste Verlierer waren, haben ihre Einbussen bis zum Schluss klar eingedämmt. Zwischenzeitlich tendierten die Titel am Freitag gar im Plus. Die Aktie des Hörgeräteherstellers hatte am Vortag dank gut aufgenommener Produkte-News um knapp 5% zugelegt.

Einzige Gewinner waren derweil CS (+0,5%) und Swiss Life (+0,1%). Guten halten konnten sich zudem noch Lindt&Sprüngli (-0,2%).

Am breiten Markt gaben Straumann (-3,7%) einen Teil des starken Kursanstiegs vom Vortag wieder ab. Der Dentalimplantatehersteller hatte mit Halbjahreszahlen und der Bekanntgabe einer Übernahme an der Börse Fantasien geweckt. Am Berichtstag zog Straumann derweil den am Donnerstag nachbörslich angekündigten Verkauf eigener Aktien zurück, da der vom Markt geforderte Preisabschlag zu gross sei. Im Handel wurde aber auch von Gewinnmitnahmen nach der «Kursübertreibung des Vortags» (+11%) gesprochen.

Kudelski (-4,8%) verbuchten derweil weitere Kurseinbussen nach dem Rücksetzer (-11%) am Donnerstag aufgrund eines Verlustes im ersten Halbjahr. Ausserdem legten aus der zweiten Reihe noch mehrere Firmen zum Wochenschluss Geschäftszahlen vor, wobei Schweiter (-4,1%) daraufhin unter Gewinnmitnahmen litten. Das Industrieunternehmen hatte zwar mit dem fortgeführten Geschäft die Verkäufe gesteigert, Analysten zeigten sich aber von der Profitabilität enttäuscht. Auch Mobilezone (-0,7%) und PSP (-0,3%) waren nach Zahlen etwas schwächer.

Gurit (+0,2%) hingegen legten nach einer Gewinnsteigerung etwas zu, und auch Hügli (+0,1%) schlossen nach schwachen Zahlen und einer Ratingsenkung durch die ZKB dennoch gerade so im grünen Bereich. (awp/mc/pg)

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