CH-Schluss: Fester dank Fed-Beschlüssen

Zürich – Die geldpolitische Lockerung der US-Notenbank Fed hat am Freitag zu deutlichen Kursgewinnen am Schweizer Aktienmarkt und zum höchsten Stand des SMI seit dem Mai 2011 geführt. Das Fed hatte am Donnerstagabend eine dritte Runde von Anleihenkäufen gestartet und verlängerte zudem ihr Versprechen niedriger Zinsen bis in das Jahr 2015 hinein. «Die Aktienmärkte haben damit neue Nahrung für ihre Liquiditätsrallye erhalten», kommentierte ein Analyst.

Die Kauflaune äusserte sich in deutlich gestiegenen Kursen für die Finanzwerte sowie für die als zyklisch geltenden Titel. Dagegen bremsten vor allem die defensiven Schwergewichte Novartis und Nestlé den SMI im Vergleich zu den anderen europäischen Börsenplätzen etwas aus. Neue Konjunkturdaten aus den USA, die am Nachmittag vorgelegt wurden, wirkten gemäss Marktteilnehmern insgesamt neutral. Zwar hellte sich das von der Universität Michigan ermittelte US-Konsumklima im September überraschend auf, gleichzeitig waren die Lagerbestände der US-Unternehmen im Juli aber deutlich stärker als erwartet gestiegen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,71% höher auf 6`559,16 Punkten. Für die Woche ergibt sich ein Plus von 0,3%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte derweil um 1,47% auf 994,48 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 0,86% auf 6`090,75 Zähler zu.

Zu den klaren Profiteuren der Fed-Massnahmen gehörten weiterhin auch die Bankentitel: UBS schlossen um 4,1% und Credit Suisse 2,7% fester, während Julius Bär um 2,1% höher aus dem Handel gingen. Ebenfalls profitieren konnten von den Fed-Neuigkeiten die Versicherungstitel Swiss Re und Bâloise (je +1,7%), Zurich Insurance (+1,0%) und Swiss Life (+0,5%).

Noch stärkere Zuwächse erzielten im SMI/SLI einige zyklische Titel. Tagesgewinner waren Clariant (+4,5%), die bereits am Vortag nach einem positiven Analystenbericht zugelegt hatten. Starke Avancen verzeichnen zudem die Luxusgütertitel Richemont (+4,4%) und Swatch (+3,1%), deren Kursentwicklung zuletzt durch die Gewinnwarnung des Luxusgüterherstellers Burberry beeinträchtigt worden waren.

Auch die Titel des Stellenvermittlers Adecco (+4,2%) konnten deutlich zulegen und damit die in den letzten beiden Tagen erlittenen Kursabschläge mehr als wettmachen. Deutlich höher schlossen etwa auch Kühne+Nagel (+3,6%), Holcim (+3,3%) oder ABB (+2,7%). Auch Logitech (+3,3%) gehörte zu den klaren Gewinnern, nachdem der Aktienkurs des Herstellers von Computerzubehör am Vortag vom Dividendenabgang zurückgeworfen worden war.

Neben erneuten Verlusten der volatilen Transocean (-1,7%) schloss auch die Novartis-Aktie (-0,6%) klar unter dem Vortagesniveau ab. Auch Analystensupport half dem Titel wenig: Das Aktienresearch der UBS hat Novartis auf ihre «Most Preferred List» aufgenommen. Besser schnitten die Titel der Basler Konkurrentin Roche (+0,2%) ab, während Actelion 0,2% nachgaben.

Auch die schwergewichtigen Nestlé (-0,5%) beschlossen den Handelstag im Minus. Tiefer gingen zudem die defensiven Swisscom-Titel (-0,3%) aus dem Handel. Der Telekomkonzern gab die Ernennung von Mario Rossi zum neuen Finanzchef per Anfang 2013 bekannt. Er löst Ueli Dietiker ab.

Am breiten Markt setzten die Titel des Energieversorgers BKW (+7,6%) ihr am Vortag mit den Halbjahreszahlen initiiertes Erholungsrally fort. Die ZKB erhöhte ihre Empfehlung auf «Übergewichten» von «Marktgewichten». Alpiq (+1,8%) gab die Absicht zum Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung am Tessiner Energieunternehmen SES (+0,6%) bekannt.

Starke Verluste erlitten dagegen die Titel des Hedge-Fund-Spezialisten Gottex (-11,0%). Dieser hatte am Mittwoch einen höher als erwartet ausgefallenen Halbjahresverlust publiziert.


(awp/mc/pg)

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