CH-Schluss: SMI klettert dank Roche und Novartis auf Mehrjahreshoch

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag im Anschluss an das verlängerte Pfingstwochenende mit deutlich festeren Kursen in die neue Woche gestartet. Dabei kletterte der Leitindex SMI von den Schwergewichten Novartis, Roche und Nestlé angetrieben im Verlauf des Tages über die Schwelle von 8’750 Punkten auf neue Mehrjahreshöchstwerte. Auf diesem Niveau bewegte sich der SMI zuletzt im Dezember 2007.

Die Schweizer Aktien hätten nach der Börsenpause vom Pfingstmontag Nachholbedarf gezeigt, sagten Händler. Sowohl in den USA als auch in Europa machten die Dividendenpapiere am Montag mit der Unterstützung robuster Konjunkturdaten aus Asien Boden gut. Insgesamt sei der Schweizer Handel am Dienstag jedoch bei geringen Volumen in ruhigen Bahnen verlaufen, hiess es weiter. Es fehlten aktuell die sowohl auf Unternehmens- wie auch auf der Makroebene News, die den Handel beeinflussen könnten.

Bis Börsenschluss legte der Swiss Market Index (SMI) um 1,08% auf 8’752,86 Punkte zu, der Jahreshöchstwert liegt neu bei 8’759,41 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,62% auf 1’331,59 Stellen in die Höhe und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,92% auf 8’640,30 Zähler. Von den 30 wichtigsten Aktien standen am Ende 22 im Plus, sieben im Minus und Dufry schlossen unverändert.

Novartis und Roche (je +2,0%) waren am Dienstag massgeblich für die kräftige Aufwärtsbewegung an der Schweizer Börse verantwortlich. Zum Anstieg von 93 Punkten im SMI steuerten sie 67 Zähler bei, mit dem Anstieg von 0,9% in Nestlé kamen noch 15 weitere SMI-Pluspunkte dazu.

Roche profitieren nach wie vor von den gut aufgenommenen Nachrichten aus der ASCO-Krebskonferenz, die Ende Mai/Anfang Juni in Chicago abgehalten wurde. Die Analysten von Merrill Lynch erwarten nun bei einigen Krebsmittelkandidaten höhere Umsätze, erhöhten die Gewinnschätzungen für Roche um bis zu 3% und bekräftigten ihre «Kauf»-Empfehlung für den Bon.

Demgegenüber konnte sich Novartis am ASCO-Kongress weniger in Szene setzen, am Dienstag profitierten die Titel aber von Spekulationen zu der geplanten Milliardenübernahme des Biotech-Unternehmens Idenix durch den US-Konzern Merck. Die Basler sind an Idenix massgeblich beteiligt und dürften aus dieser Transaktion gemäss Analystenmeinung etwa 650 Mio USD erhalten. Die Nestlé-Papiere zeigten sich derweil von der Niederlage vor Gericht im Streit um Kaffeekapseln mit dem Konkurrenten Ethical Coffee Company wenig beeindruckt.

In vorderster Front waren nebst den Pharmaschwergewichten auch noch Zykliker wie Sonova (+1,2%) oder Givaudan (+0,9%) zu finden. Starke Aufwärtstendenzen verzeichneten die Finanzwerte UBS (+1,1%), Swiss Re (+1,0%) oder Swiss Life (+0,9%). Credit Suisse gewannen 0,4%. Die Bank will verschiedenen Medienberichten zufolge offenbar Anteile einer im vergangenen Jahr gegründeten Zinshandelstochter verkaufen und damit die Kapitalanforderungen senken.

Auf der Verliererseite gaben Syngenta um 1,6% und Sika um 1,5% deutlich nach. Händler begründeten die Abgaben bei Syngenta mit Berichten aus China. Dort sei ein regional ausgesprochenes Einfuhrverbot für amerikanisches Tierfutter aus Angst vor Verunreinigungen durch den noch nicht zugelassenen Spezialmais Viptera des Basler Unternehmens auf das ganze Land ausgeweitet worden, hiess es.

Holcim (-1,2%) legten derweil nach der starken Vorwoche eine Verschnaufpause ein. Dufry schlossen unverändert. Die Ratingagentur S&P hatte für den Reise-Detailhändler nach der Ankündigung zur Übernahme der Nuance-Gruppe das Rating zwar auf «BB+» belassen, senkte aber den Ausblick auf «negativ» von zuvor «stabil».

Im breiten Markt sprangen Meyer Burger um 7,6% in die Höhe. Die Grossbank UBS sieht in einer Studie für die Solarindustrie ein neues und von wettbewerbsfähigen Strompreisen geprägtes Zeitalter anbrechen. Davon könnte auch der Solarzulieferer Meyer Burger profitieren. Die Aktien des Mischkonzerns Conzzeta (+5,9%) seien derweil von einer positiven Studie der Bank Mainfirst gestützt worden, hiess es am Markt.

Auch Leclanché (+3,4%) gehörten zu den Gewinnern. Der Westschweizer Batteriehersteller ist mit der französischen Saint-Gobain für einen Werkstoff eine Kooperation eingegangen. Im Plus beendeten auch Burckhardt Compression (+2,5%) den Handel. Der Kolbenkompressoren-Hersteller hatte im per Ende März beendeten Geschäftsjahr rekordhohe Zahlen bei Bestellungseingang und Umsatz erzielt und dabei die Markterwartungen in der Top-Line übertroffen.

Bei den Verlierern gaben Romande Energie (-3,0%) oder Energiedienst Holding (-4,8%) stark nach. (awp/mc/pg)

Exit mobile version