CH-Schluss: SMI dank defensiven Aktien fest

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt sind die Anleger am Dienstag in sichere, defensive Aktien geflüchtet. Die Schwergewichte Roche, Nestlé und Novartis stützten den Leitindex und verhalfen dem SMI zu einem am Ende deutlichen Kursanstieg. Im Vorfeld der Wahlen in Griechenland und mit Blick auf die anhaltenden Sorgen um das spanische Bankensystem habe das Sicherheitsdenken bei den Investoren überhandgenommen, sagten Händler.

Die über das Wochenende von der EU angekündigte Hilfe für Spaniens Banken im Umfang von 100 Mrd EUR vermag die Lage an den Finanzmärkten nicht zu beruhigen. Die Probleme in Spanien seien damit nicht gelöst und es könnte eine noch umfangreichere Rettungsaktion folgen, wird befürchtet. Wie gross die Unsicherheiten sind, hat sich am Dienstagnachmittag gezeigt, als die Ratingagentur Fitch 18 spanische Banken abstufte. Die Meldung hat die Aktienmärkte unter Druck gesetzt und die Renditen auf spanischen Staatsanleihen kletterten auf Rekordwerte.

Der Swiss Market Index (SMI) stieg nach einer turbulenten Schlussphase um 0,83% auf 5’919,88 Punkte und schloss nahe am Tageshöchstwert von 5’929 Stellen. Kurz zuvor drückte die Fitch-Ankündigung zu den spanischen Banken den SMI auf das Tagestief bei 5’872 Stellen. Dem 30 Titel umfassenden, gekappten Swiss Leader Index (SLI) gelang zum Schluss hin der Sprung ins Plus und er gewann 0,46% auf 883,15 Punkte. Der breite SPI legte um 0,61% auf 5’507,31 Zähler zu.

Die defensiven Schwergewichte gehörten am Dienstag bei den Blue Chips zu den grössten Gewinnern. Nestlé verteuerten sich um 1,3%, Novartis um 1,1% und die Roche-Genussscheine gar um 1,6%. Als defensive Aktien gelten auch die Papiere des Telekomkonzerns Swisscom, die 0,8% dazugewannen. Vor der am Sonntag in Griechenland anstehenden Parlamentswahl suchten die Anleger nach Sicherheit, begründeten Händler. Denn je nach Ausgang könnte es zum Austritt des Landes aus der Währungsunion kommen.

Noch besser als die Defensiven gingen im SMI/SLI Julius Bär aus dem Handel. Die Aktien des Vermögensverwalters gewannen 2,7%. Julius Bär wurden von der UBS im Rahmen einer Sektorstudie neu zum «Kauf» empfohlen. Gleichzeitig senkte die UBS das Kursziel für die Credit Suisse auf 21 CHF nach 25,50 CHF. Die CS-Valoren, die mit 1,9% auf 18,95 CHF stark an Wert einbüssten, litten auch noch unter einer Verkaufsempfehlung durch Société Générale. Die Analysten des französischen Instituts sehen das Kursziel der CS bei lediglich 15,40 CHF. UBS gewannen derweil 0,6% dazu.

Bei konjunkturabhängigen Aktien war das Bild ebenfalls zweigeteilt. Auf der Gewinnerseite standen etwa ABB, SGS, Kühne+Nagel mit einem Plus von je 0,6%. Die Aktien des US-Ölbohrunternehmens Transocean kletterten gar 2,6% in die Höhe. Auf der Gegenseite gaben die die Luxusgütertitel der Swatch Group (-2,0%) und Richemont (-0,3%) oder auch Geberit (-1,0%), Lonza (-1,5%), Logitech (-0,7%) sowie Holcim (-0,7%) nach.

Unternehmensnews waren am Dienstag Mangelware. Eine Ausnahme machte im breiten Markt die Accu Holding, deren Aktien um 15,5% zulegten nachdem der Verkauf der operativ nicht genutzten Industrieliegenschaft in Aesch an die Kähli Holding bekannt wurde. Der Verkaufspreis liege leicht über dem Bilanzwert von 7,3 Mio CHF, hiess es.

Derweil hat das Pharmaunternehmen Basilea eine globale Vereinbarung für das Präparat Toctino mit dem Unternehmen Stiefel unterzeichnet. Basilea erhält eine Vorabzahlung von knapp 220 Mio CHF. Zudem wurden hinsichtlich einer Zulassung in den USA weitere Meilensteinzahlungen vereinbart. An der Börse avancierten Basilea um 4,0%.

Dagegen brachen EFG International um 8,8% ein. Die UBS hat das Kursziel für die Papiere der Bankengruppe gesenkt. Die Aktien der Liechtensteinischen Landesbank gaben ebenfalls nach der Kurszielsenkung der UBS um 5,0% nach. Noch stärker büssten etwa Infranor Inter (-20%) oder Zwahlen&Mayr (-11%) an Wert ein. (awp/mc/pg)

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