CH-Verlauf: Schwergewichte sorgen vor US-Arbeitsmarktdaten für Stimmung

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag unmittelbar vor dem US-Arbeitsmarktbericht klar im Plus. Gestützt von starken Nestlé und Roche hat der Leitindex SMI nach zwei schwächeren Tagen auch die Marke bei 14’200 Punkten wieder überschritten. Getragen wird die Stimmung von Berichten über Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran sowie von Hoffnungen auf eine nicht allzu restriktive Geldpolitik der Notenbanken. Im Fokus steht am Berichtstag vor allem der wegen des US-Nationalfeiertags vom Samstag auf heute vorgezogene Arbeitsmarktbericht in den USA.

Dieser habe zwar kaum mehr die Wichtigkeit von früher, da der neue Fed-Chef Kevin Warsh nicht viel darüber spreche, heisst es in einer Einschätzung der Commerzbank. Dennoch wird er natürlich mit Spannung erwartet. Die am Dienstag publizierte JOLT-Umfrage lasse auf einen «recht positiven» Arbeitsmarkt hoffen, schreibt die Bank. Denn die Einstellungsrate in den USA sei in den vergangenen Monaten zwar nur sehr leicht, aber eben dennoch kontinuierlich gestiegen. In Kombination mit der geringfügig tieferen Entlassungsrate spreche dies für einen etwas schnelleren Stellenaufbau.

Der Leitindex SMI steht um 10.45 Uhr 0,95 Prozent höher bei 14’247,56 Punkten. Dabei legen 13 Titel zu und 7 geben nach. Der SPI gewinnt gleichzeitig 0,67 Prozent auf 20’051,57 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert hingegen 0,04 Prozent auf 3157,38 Punkte.

Ölpreis nur noch knapp über 70 US-Dollar
Der Ölpreis profitiert derweil von neuen Hoffnungen im Nahost-Konflikt und setzt seine Talfahrt der vergangenen Wochen fort – er notiert derzeit nur noch knapp über 70 US-Dollar je Fass der Sorte Brent. Die USA und der Iran haben nach Darstellung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in indirekten Gesprächen Fortschritte erzielt. Zudem sei vereinbart worden, die Gespräche so bald wie möglich nach den Trauerzeremonien für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei fortzusetzen, was nach dem 9. Juli sein könnte.

Getragen wird der Gesamtmarkt insbesondere von den starken Nestlé (+2,2% auf 84,74 Fr.). Nach zwei schwächeren Tagen haben diese damit das alte Jahreshoch bei 84,65 vom März übertroffen.

Aber auch andere Nahrungsmittelwerte aus den verschiedensten Bereichen sind weit oben auf den Einkaufslisten der Börsianer zu finden, hierzulande etwa Lindt&Sprüngli (+3,0%), Orior (+4,4%), Barry Callebaut (+2,3%) oder Bell (+1,3%). Der Grund: Dem KI-Hype geht etwas der Schnauf aus. Diversifizierung heisst auf einmal wieder das Zauberwort. Und während Tech-Aktien einmal mehr Federn lassen, investieren Anleger beherzt in andere Branchen.

Schwache Techwerte
Entsprechend stehen ABB (-1,1%) am Ende der SMI-Liste und aus dem SLI werden auch VAT (-2,6%) fleissig verkauft. Im SLI fallen indes Straumann (-4,1%) mit dem grössten Minus auf. Nachdem die Aktie im Mai und im Juni einen sehr guten Lauf gehabt hatte, kommt es hier nun zu Gewinnmitnahmen.

Der SMI profitiert indes nicht nur von Nestlé sondern auch von den ebenfalls sehr starken Roche (+2,1%). In einer zulassungsrelevanten Studie hat das Lungenkrebsmittel Divarasib von Roche besser als bereits zugelassene Behandlungen gewirkt. Analysten äussern sich entsprechend wohlwollend über die Daten.

Im breiten Markt bekommen Huber+Suhner (-2,2%), Comet (-4,1%) oder Inficon (-1,9%) die aktuelle Tech-Schwäche zu spüren.

Auch Swatch I büssen 1,1 Prozent auf 196,15 Franken ein. Das Entwicklungspotential der Aktie wird derzeit sehr kontrovers eingeschätzt. Während HSBC das Kursziel am Berichtstag auf 190 von zuvor 180 Franken nach oben angepasst hat – bei einer unveränderten Einstufung «Hold» – hat die UBS das im Vergleich zu aktuellen Bewertungen eh schon eklatant tiefe Kursziel auf 92 von 95 Franken noch einmal gesenkt. Die gegenüber dem Uhrenhersteller kritisch eingestellte Bank bestätigt dabei die Empfehlung «Sell». (awp/mc/ps)

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