Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt zieht am Montag bis am Mittag etwas an, kann dabei aber die Gewinne aus dem frühen Handel nicht ganz halten. Der positive Trend vom vergangenen Freitag setzt sich damit aber immerhin fort. Zuletzt hätten sich die Inflationssorgen leicht entspannt und die Renditen globaler Staatsanleihen etwas von ihren langjährigen Höchstständen entfernt, heisst es in einer Lagebeurteilung der Zürcher Kantonalbank. Hilfreich seien dabei auch Kommentare von US-Notenbankern gewesen, welche zwar die Notwendigkeit weiterer Zinsschritte betonten, dabei aber zeitliche Flexibilität durchscheinen liessen. So sei die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinsanhebung bereits im Oktober gesunken.
Bei den Aktionären stünden weiterhin die global robuste Konjunktur, das Thema KI und die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen im Fokus, so die Bank weiter. Mit dem Beginn der Berichtssaison zum dritten Quartal wird sich bald weisen, wie berechtigt die Hoffnungen auf gute Unternehmensgewinne sind. Die Royal Bank of Canada sieht dabei sowohl Risiken nach unten als auch positives Überraschungspotential. Insgesamt bleibt die Stimmung aber fragil, vor allem überlagert von neuen Eskalationen im Nahost-Konflikt.
Kaum Entspannung beim Ölpreis
Eine Entspannung bei den Ölpreisen wird von den Ereignissen in Saudi-Arabien mit den Angriffen von Huthi-Rebellen auf dortige Flughäfen verhindert. Nach einem Zwischentief bei unter 103 Dollar in der Nacht auf Montag notiert der Preis für ein Fass der Sorte Brent mittlerweile wieder klar über 104 US-Dollar.
Der SMI steht um 10.50 Uhr 0,40 Prozent im Plus bei 13’842,44 Punkten. Von den 20 SMI-Werten werden 17 höher gehandelt, 2 tiefer und Lonza unverändert. Der Mid-Cap-Index SMIM legt um 0,16 Prozent auf 3070,82 Punkte zu und der breite SPI um 0,32 Prozent auf 19’605,15 Punkte.
Die grössten Gewinne verzeichnen derzeit Galderma (+1,1%). Die Titel setzen damit den guten Lauf der Vorwoche fort. Getragen wird das Sentiment hier weiterhin von ermutigenden Dreijahres-Daten zum Medikament Nemluvio gegen Neurodermitis.
In der Spitzengruppe sind zudem Finanzwerte wie Partners Group, Swiss Life und Swiss Re (alle +0,8%) zu finden.
Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,8%) und Novartis (+0,4%) tragen die Gewinne des Gesamtmarktes gut mit. Beide Titel hatten schon in der Vorwoche einen guten Lauf, Roche waren mit einem Plus von 3,5 Prozent gar der grösste Wochengewinner im SMI. Der Konzern hat am Wochenende neue Daten zu seinem Wirkstoff Vamikibart vorgelegt, der gegen eine entzündungsbedingte Schwellung der Netzhautmitte eingesetzt wird.
Knapp im Minus stehen einzig Richemont und Sika, zudem sind im Vorfeld der Quartalszahlen von Dienstag und Mittwoch Givaudan und Lonza mit praktisch unveränderten Kursen wenig gesucht.
Innerhalb des SMIM ziehen Belimo (+2,3%) deutlicher an. Rückenwind kommt dabei von einer Bestätigung der Kaufempfehlung mit einem erhöhten Kursziel durch Jefferies.
Adecco (-4,9%) fallen hingegen nach Zahlen eines Konkurrenten klar zurück.
Im breiten Markt legen Idorsia (+3,1%) deutlicher zu, dies nach neuen Daten zum Blutdruckmittel Aprocitentan.
Evonext ziehen mit einem Plus von 9,6 Prozent markant an. Die Holdinggesellschaft hat sich mit der Sporttechnologiefirma Ascend Sport Technology nun auf eine verbindliche Fusionsvereinbarung geeinigt. Der Zusammenschluss soll noch im vierten Quartal 2026 abgeschlossen und Ascend danach unter eigenem Namen an der SIX kotiert werden.
Die Aktien des Tessiner Unternehmens Centiel fallen dagegen nach einer Gewinnwarnung um 6,3 Prozent zurück. (awp/mc/pg)
