CH-Schluss: Deutliches Plus – Index-Schwergewichte gaben Schub

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag erneut mit festeren Notierungen geschlossen. Der Handel verlief aber mehrheitlich impulsarm. Im Laufe des Vormittags liessen zwar schwache Daten zur britischen Industrieproduktion die Gewinne nach einer schwächeren Startphase im Leitindex SMI zwischenzeitlich ein wenig bröckeln. Grundsätzlich blieb das Sentiment aber freundlich.

Etwas zur Beruhigung der Märkte habe dabei die relativ problemlose Refinanzierung von Spanien und Italien an den Kapitalmärkten beigetragen, wie es hiess. So weitete der hiesige Leitindex SMI im Laufe des Nachmittag die Gewinne weiter aus und hatte dabei die 7’800-Punktemarke gerissen und damit ein neues Mehrjahreshoch markiert. Hierzulande trieben vor allem die beiden defensiven Pharmaschwergewichte die Kurse nach oben – und zum Handelsende dann auch die schwerkapitalisierten Nestlé. Zu den Gewinnern zählten aber auch viele Finanzpapiere und Zykliker.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,57% höher bei 7’802,93 Punkten (Tageshoch: 7’806,61). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,44% auf 1’182,53 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) rückte um 0,51% auf 7’233,69 Punkte vor. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 22 im Plus, 7 im Minus und einer unverändert.

Die Indexschwergewichte Novartis (+0,7%), Roche (+0,8%) und Nestlé (+0,7%) steuerten aufgrund ihrer Indexgewichtung den grössten Teil zum SMI-Plus bei. Unternehmensrelevante News lagen nicht vor. Die grössten Aufschläge verbuchten allerdings Sulzer mit 3,2%. Seit Jahresbeginn avancierten die Papiere bereits um knapp 14%.

Zu den grossen Gewinnern gehörten neben Lonza (+1,5%) auch die beiden Valoren aus dem Luxussegment Swatch (+0,9%) und Richemont (+1,4%). Ein Marktexperte erklärte das Kaufinteresse mit einer Branchenstudie der Société Générale, die für das Segment über die kommenden drei Jahre ein jährliches Wachstum von 9 bis 10% in Aussicht stellt, wie es hiess.

Bei den Finanzwerten legten CS und Julius Bär um je 0,7% und UBS um 0,3% zu. Bei den Versicherern zeigten Bâloise mit +0,6% die grössten Aufschläge.

Auf der Gegenseite schlossen Geberit (-1,9%) nach der Publikation des Jahresabschlusses. Die Erwartungen der Analysten hatte das Unternehmen dabei nur knapp getroffen. Bemängelt wurde vor allem der unkonkrete Ausblick des Managements: Es wurden quantitative Angaben vermisst, hiess es.

Tiefer schlossen nur Swiss Life (-2,2%), die den Abwärtskurs vom Montag fortsetzten. An der kommenden Generalversammlung im April werden die Aktionäre des unter anderem über die Erhöhung des bedingten Kapitals abstimmen.

Adecco-Titel (-1,3%) zeigten sich am Tag vor der Zahlenvorlage für das vierte Quartal schwächer. Analysten erwarten dabei im Konsens gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht rückläufige Zahlen. Wie es heisst, kämpfe der Personalvermittler weiterhin mit den schwierigen konjunkturellen Bedingungen – vor allem in Europa.

Grössere Verluste zeigten noch Clariant (-0,5%) und SPS (-0,4%).

Bei den Nebenwerten lagen acht Unternehmen nach der Zahlenvorlage im Fokus. Zu den grossen Gewinnern zählen dabei Alpiq (+7,9%) – trotz Milliardenverlust im letzten Jahr. Auf Zuspruch traf der Energiekonzern mit dem Vorhaben, die Finanzprobleme nicht mit einer Kapitalerhöhung, sondern mit einem nachrangigen Darlehen anzugehen. Überrascht habe trotz Verlust die geplante Ausschüttung einer Dividende von 2 CHF pro Aktie, wie es hiess.

Ebenfalls mit Wohlwollen wurden die Zahlen von DKSH (+3,6%) und Galenica (+4,1%) aufgenommen. Nicht überzeugt hatten dagegen die Jahresergebnisse von Gurit (-4,3%), Huber + Suhner (-2,2%), Myriad (-2,5%).

EFG Financial Products (+6,5%) hat mit der Raiffeisenbank-Tochter Notenstein einen neuen Grossaktionär erhalten. (awp/mc/pg)

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