CH-Verlauf: Schwächer wegen Roche und Novartis

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag gegen Mittag nach einem gehaltenen Start etwas deutlicher im Minus. Der Leitindex SMI bewegt sich dabei derzeit leicht über dem Tagestief. Gebremst wird der Gesamtmarkt auf hohem Niveau von Gewinnmitnahmen bei den beiden Pharmaschwergewichten Roche und Novartis. Eine gewisse Zurückhaltung herrsche zudem allgemein im Vorfeld der Zinssitzung des EZB am frühen Nachmittag, heisst es in Marktkreisen. Ein Zinsschritt wird dabei zwar nicht erwartet, aber Hinweise auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Bis vor kurzem schien eine weitere Senkung der Zinsen für die EZB kein Thema zu sein. Das hat sich mittlerweile aber geändert.

Allgemein erscheint das Umfeld für Aktien aber trotz der zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten weiterhin günstig, wie etwa die Bank Mirabaud in einer Einschätzung schreibt. Sie verweist dabei wie gleichzeitig auch das Investment Office der UBS auf die Wichtigkeit der Diversifikation. Hinsichtlich des Meta-Themas KI würden die Märkte zunehmend zwischen KI-Nutzniessern und Nachzüglern differenzieren, so die UBS.

Der SMI fällt um 10.55 Uhr um 0,42 Prozent ins Minus auf 13’450,02 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt um 0,17 Prozent auf 2152,26 Punkte nach und der breite SPI um 0,34 Prozent auf 18’554,54 Punkte. Im SLI sind dennoch die Gewinner leicht in der Überzahl.

Angeführt wird die Verliererliste von den defensiven Swisscom (-1,4%), Roche (-1,5%) und Novartis (-0,8%). Bei allen dreien kommt es damit nach einem starken Start ins Jahr 2026 zu Gewinnmitnahmen. Novartis hatten zudem allein am Vortag im Anschluss an die Jahreszahlen 1,6 Prozent zugelegt.

UBS (-0,8%) setzen die Talfahrt vom Vortag nach den Jahreszahlen – als ein Minus von über 6 Prozent resultierte – in mässigerem Tempo fort.

Verluste im Bereich von 0,7 Prozent verzeichnen zudem Lonza, Partners Group oder Kühne+Nagel.

Deutlich gesucht sind hingegen Straumann (+3,5%). Beobachter erklären sich die Kursgewinne mit erfreulichen Zahlen des amerikanischen Mitbewerbers Align Technology. Positiv gelesen werden das beschleunigte Wachstum von Align im vierten Quartal, der sich stabilisierende Patientenfluss in Nordamerika und eine starke Dynamik im Geschäft mit zahnmedizinischen Organisationen.

Dahinter legen Logitech (+2,0%), Amrize (+1,9%) oder SGS (+1,8%) klarer zu.

Richemont (+1,0%) erhalten von Spekulationen um einen möglichen Verkauf der Marke Jaeger LeCoultre etwas Rückenwind. So befinde sich der Chef der Richemont-Marke und ehemaliger Richemont-CEO Jérôme Lambert in Gesprächen zum Kauf der Marke, heisst es in Börsenkreisen. Ein Preis von einer Milliarde Euro schwebt über das Parkett.

Im breiten Markt zeigen sich SPS nach Jahreszahlen mit einem Minus von 0,3 Prozent eine Spur schwächer. Sämtliche Kennzahlen haben zwar unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Dabei war aber die Bandbreite der Schätzungen ziemlich gross.

Zu den Verlierern gehören auch Clariant (-0,9%), dies wegen Gewinnmitnahmen. Am Vortag sind die Papiere noch um mehr als 13 Prozent in die Höhe geschossen, als Profiteur des Verkaufs der Stahl Group an Henkel. Denn Clariant besitzt einen Anteil von 14,6 Prozent am Unternehmen und muss diesen im Rahmen einer Aktionärsvereinbarung nun verkaufen. Clariant erhält dafür deutlich mehr als den Buchwert der Aktien.

Zu bescheidenen Gewinnmitnahmen kommt es auch bei AMS Osram (-0,1%). Am Vortag hatten die Aktien im Zuge des Verkaufs eines Teils des Sensorgeschäfts an Infineon noch knapp 5 Prozent zugelegt. (awp/mc/ps)

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