CH-Schluss: SMI schliesst 1,3% fester bei 9’202,18 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag ordentlich zugelegt. Nach einer verlustreichen Vorwoche näherte sich der SMI bereits im frühen Handel vorübergehend der 9’200-Zähler-Marke bis auf wenige Punkte, um am Nachmittag im Zuge einer freundlichen Eröffnung in den USA noch weiter anzusteigen. Frisch angekündigte Übernahmen im Pharmasektor hätten die US-Börsen zu Wochenbeginn deutlich angetrieben, hiess es am Markt. Auch Spekulationen über Massnahmen der chinesischen Regierung zur Stimulierung der dortigen Wirtschaft stützten am Montag die Kurse, sagten Börsianer. Zudem würden die Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen vom Freitag zunehmend positiv interpretiert. Sie hatte abermals unterstrichen, dass der geldpolitische Kurs von der konjunkturellen Entwicklung abhänge.

Händler sehen die grundsätzlich freundliche Stimmung in erster Linie als Gegenbewegung zu den sinkenden Kursen von vergangener Woche, als der SMI um insgesamt über 3% nachgab. «Viele Investoren nutzten die tieferen Kurse zum Wiedereinstieg», kommentierte ein Händler die Kursgewinne zum Wochenstart. Voraussetzung für die aktuelle Erholung sei gewesen, dass sich der Markt am letzten Freitag stabilisiert habe und die Kurse nicht mehr weiter auf breiter Front abgebröckelt seien. Dies habe die Befürchtungen über eine grössere Korrektur zerstreut. Risiken wie Jemen und Griechenland bleiben aber bestehen. Für Gesprächsstoff sorgten hierzulande indes die neusten Entwicklungen rund um Holcim.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Montag 1,3% fester bei 9’202,18 Punkten; das Tageshoch lag kurz zuvor bei knapp 9’221 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg 1,2% auf 1’371,68 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,28% auf 9’207,50 Punkte. Bei den 30 Top-Titeln schlossen 27 im Plus und lediglich drei im Minus.

Zu den wenigen Verlierern gehörten Holcim (-0,1%). Am Wochenende hatten verschiedene Medien berichtet, dass der zweitgrösste Holcim-Aktionär Eurocement gegen die geplante Fusion mit Lafarge sei. Spricht sich Eurocement tatsächlich gegen den Deal aus, rechnen Insider an der Generalversammlung mit einem knappen Abstimmungs-Ergebnis. Kritisch äusserte sich am Wochenende auch der Grossaktionär Harris Associates, der erst den Namen des neuen CEO wissen will, bevor er der Fusion seinen Segen gibt.

Verluste verzeichneten einzig noch die volatilen Transocean (-0,9%) sowie die Uhrentitel Swatch (-0,2%). Aussagen des Swatch-Chefs Nick Hayek zum erwarteten Geschäftsverlauf würden inzwischen nicht mehr so positiv gesehen, hiess es dazu im Handel. Am Freitag hatten Swatch 2,5% zugelegt.

Richemont (+0,1%) schlossen indes am Montag mit einem leichten Plus, nachdem auch diese Luxusgütertitel über lange Strecke negativ tendierten. Das Unternehmen bestätigte derweil, Gespräche mit dem italienischen Kleiderhändler Yoox über eine mögliche Fusion mit der Online-Tochter Net-a-Porter zu führen. Am Freitagabend vermeldete bereits die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Insider, Yoox und Net-a-Porter würden die vor über einem Jahr abgebrochenen Fusionsgespräche wieder aufnehmen wollen.

Die mit Abstand grössten Gewinne unter den Blue Chips verbuchten zum Schluss dagegen Adecco (+3,7%). Der zyklische Titel profitierte dabei von den neusten Zahlen zur Wirtschaftsstimmung im Euroraum. Diese hatte sich im März stärker als erwartet aufgehellt.

Die zwei Schwergewichte Novartis (+1,7%) und Nestlé (+1,6%) trugen zudem besonders stark zum Index-Plus bei, Roche (+0,7%) legten – unterhalb des Gesamtmarktes – ebenfalls zu. Neuigkeiten gab es dabei zu Novartis: Der Pharmakonzern will die Forschung und Entwicklung an Immun-Therapien zur Krebsbekämpfung beschleunigen. Der Nestlé-Kurs profitierte laut Händlern von Mutmassungen, dass der Konzern aus Vevey nach der Kraft-Heinz-Fusion sein Portfolio straffen und weniger rentable Teile abstossen könnte.

Deutlich fester schlossen zudem auch Lonza (+2,2%), Swiss Re (+1,9%), Sonova (+1,9%) und ABB (+1,8%).

Am breiten Markt richtete sich der Fokus zum Wochenstart auf Dufry (+8,5%), die zum Schluss kräftig zulegten. Die Nummer eins im Duty-Free-Geschäft gab am Wochenende die Übernahme des Branchen-Zweiten World Duty Free (WDF) bekannt. Analysten sehen die Übernahme auf lange Sicht positiv, sehen auf kurze Frist aber auch Risiken.

Ausserdem liegen von weiteren Small und Midcaps Nachrichten vor. So hat Orascom (+17,8%) Hinweise auf den Jahresabschluss 2014 veröffentlicht, Mobilezone (+8,2%) eine grössere Akquisition in Deutschland angekündigt und Schmolz+Bickenbach (+4,4%) den definitiven Verkauf der Distributionseinheiten vermeldet. (awp/mc/upd/ps)

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