CH-Schluss: SMI macht 0,3% auf 9’083 Punkte gut

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat an die Gewinne des Vortages angeknüpft und die Sitzung vom Dienstag mit etwas höheren Kursen beendet. Nach einem Start knapp im Minus erholten sich die wichtigsten Indizes schnell und drehten schon bald leicht ins Plus. Danach tat sich aber nicht mehr viel. Laut Händlern war es ein ruhiger Handelstag, wobei diverse Werte aus dem Small- und Midcaps-Sektor nach der Veröffentlichung von Halbjahreszahlen positiv oder negativ im Fokus gewesen seien.

Viele Händler seien seit letzter Woche wieder optimistischer in Bezug auf die Handelsgespräche zwischen China und den USA, hiess es in Bezug auf die insgesamt leicht positive Stimmung. Allerdings sorgte Donald Trump in anderem Zusammenhang wieder einmal für etwas Aufregung. Der US-Präsident hatte in einem Interview den Kurs der US-Notenbank Fed kritisiert und damit einmal mehr deren Unabhängigkeit unterminiert. Entsprechend werfe auch das Treffen von Notenbankern aus aller Welt Ende der Woche im amerikanischen Jackson Hole bereits seine Schatten voraus, hiess es im Handel.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss den Tag 0,26 Prozent höher bei 9’082,86 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) avancierte derweil um 0,29 Prozent auf 1’480,29 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29 Prozent auf 10’822,83 Punkte. Von den 30 wichtigsten Werten beendeten 22 den Tag im Plus, sieben im Minus und einer (Partners Group) schloss unverändert.

Die grössten Avancen bei den Blue Chips gingen klar an Aryzta (+5,7%), ohne dass es dazu Neuigkeiten im Markt gegeben hätte. Die Aktie hat sich nach einem Absturz Anfang Monat zuletzt ganz offensichtlich stabilisiert: Der kriselnde Backwarenkonzern hat bekanntlich letzte Woche kommuniziert, dass er im vierten Quartal 2018 eine grössere Kapitalerhöhung durchführen will. Diverse Leerverkäufer, die zuvor auf weiter sinkende Kurse spekuliert hätten, müssten nun wohl ihre Positionen schliessen, glauben Marktteilnehmer.

Ansonsten hielten sich die einzelnen Veränderungen in Grenzen. Deutlichere Avancen gab es noch bei LafargeHolcim (+1,6%), Logitech (+0,9%) oder Clariant (+0,8%). Zum Teil war hier im Markt ebenfalls von Deckungskäufen die Rede. Auf der Verliererseite standen Swatch (-0,9%) und Richemont (-0,6%) zuoberst, dies nach Bekanntwerden der neuesten Uhrenexportzahlen. Diese kletterten im Juli zwar um 6,6 Prozent nach oben, allerdings verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum Juni (+11,8%) deutlich.

Grössere Kursveränderungen – zum Teil sogar mit zweistelligen Prozentzahlen – gab es derweil im Segment der kleineren und mittleren Werte. Diverse Gesellschaften veröffentlichten ihre Halbjahreszahlen und überraschten dabei positiv oder negativ.

Zu ersteren gehörten vor allem Komax (+18,1%) mit Zahlen klar über den Erwartungen. Das im Bereich Kabelverarbeitung tätige Unternehmen sei in einer sehr guten Verfassung und gewinne Marktanteile, kommentierte die ZKB. Besonders überrascht habe das hohe Wachstum in den Marktregionen Americas und Asien.

Auch für die Aktien von Huber+Suhner (+10,3%) ging es nach starken Zahlen kräftig nach oben. Der Ostschweizer Komponentenhersteller steigerte Umsatz und Gewinn deutlich und übertraf damit die Markterwartungen ebenfalls klar. Insbesondere der Division Niederfrequenz sei eine positive Überraschung gelungen, heisst es bei der Bank Vontobel dazu. Das Management habe hier sehr gute Arbeit geleistet.

Stark gesucht waren nach Halbjahreszahlen auch Von Roll (+7,4%). Positiv aber etwas weniger dynamisch entwickelten sich derweil andere Aktien aus dem Industriesektor wie Schlatter (+3,7%) und Siegfried (+1,1%). Grösster Gewinner war – ohne News allerdings – Asmallworld (+19,4%).

Für eine negative Überraschung sorgte dagegen der Baukonzern Implenia (-8,3%). Trotz des starken Umsatzwachstums hätten sich die operativen Verbesserungen im Halbjahr nicht im erhofften Ausmass eingestellt, hiess es dazu. Implenia musste daher des EBIT-Ziel für das Gesamtjahr senken, was einige Ratingsenkungen zur Folge hatte. Noch schwächer schlossen die Titel der liechtensteinischen VP Bank (-13,1%), wobei hier u.a. von einer schwachen Neugeldentwicklung die Rede war. (awp/mc/ps)

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