CH-Schluss: Leichte Abgaben

Zürich – Die Investoren sind zum Wochenauftakt weiter in der Deckung geblieben, der Schweizer Aktienmarkt schloss mit leichten Abgaben. Das alles dominierende Thema blieb der Streit um die amerikanische Schuldenobergrenze. Hoffentlich nur noch bis zum Donnerstag, sagten Händler mit Verweis auf den sonst drohenden Zahlungsausfall der USA. Allerdings rechneten die meisten Investoren mit einer Einigung in letzter Sekunde, hiess es. Sonst wären die Kursverluste vermutlich deutlich höher ausgefallen.

Positiv wurden Daten von der europäischen Industrieproduktion im August aufgenommen, die so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr gestiegen ist. Hingegen seien Konjunkturdaten aus China enttäuschend ausgefallen. Das Geschäft verlief am Montag insgesamt in ruhigen Bahnen. Wegen des Columbus-Feiertags in den USA, an dem zwar Aktien gehandelt werden aber der Bond-Markt und die Banken geschlossen bleiben, habe sich das Geschäft am Nachmittag kaum belebt.

Der Swiss Market Index (SMI) startete mit minus 0,10% auf 7`928,49 Punkte in die Woche. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,18% auf 1`213,95 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 7`542,53 Punkte ein. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 15 im Minus, 14 im Plus und einer (Actelion) unverändert.

Die grössten Abgaben gingen bei den Blue Chips auf Clariant (-3,7%). Händlern zufolge hat eine Verkaufsempfehlung eines Brokers die Papiere belastet. Grössere Verluste verzeichnen zudem im Segment Luxusgüter Richemont (-0,8%) und Swatch (-1,8%). Hier hätten sich die schwachen Daten aus China gespiegelt, hiess es im Handel.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,4%), Novartis (+0,2%) und Roche (+0,4%) stabilisierten den Gesamtmarkt. Nestlé und Roche werden am Donnerstag mit Zahlen an die Öffentlichkeit gelangen. Roche hat zudem gemeldet, 800 Mio CHF in sein Produktionsnetzwerk für Biopharmazeutika zu investieren.

Die Kapazitätssteigerung bei Roche könnte zu Lasten des Auftragsfertigers Lonza gehen, dessen Papiere sich prompt um 1,0% verbilligten. Lonza ist heute der exklusive Produzent für das Verbindungselement des Hoffnungsträgers «Kadcyla» von Roche. Sollte Roche diesen Produktionsschritt nun auch in eigener Regie vollziehen, würde Lonza vom erwarteten Wachstum bei «Kadcyla» weniger profitieren.

Bei den Banken gingen UBS mit minus 0,4% und Julius Bär mit plus 0,1% aus dem Tag. Gegen den Trend legten Credit Suisse um 0,6% zu. Die relative Stärke erklärten Händler mit Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten Urs Rohner in der Wochenendpresse. Dieser hält es für «äusserst unwahrscheinlich», dass die Bank jemals in existenzielle Probleme geraten könnte. Das Eigenkapital plus die Wandelanleihen, die im Krisenfall in Eigenkapital umgewandelt werden könnten, betrage über 50 Mrd CHF.

Keine einheitliche Tendenz zeigte sich bei der Assekuranz: Während Swiss Life (-0,6%) und Zurich Insurance (-0,9%) Terrain preisgaben, legten Swiss Re (+0,4%) und vor allem Tagessieger Bâloise (+1,7%) zu.

Mit Gewinnen schlossen auch Kühne+Nagel (+0,6%). Der Logistikdienstleister wird am morgigen Dienstag die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Analysten rechnen mit besseren Ergebnissen als in der Vorjahresperiode.

Am breiten Markt machte Meyer Burger (-0,5%) auf sich aufmerksam. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern wurden die Aussagen von CEO Peter Pauli in der Wochenendpresse von den Investoren negativ gewertet. «Aus heutiger Sicht» bestehe kein Bedarf, eine weitere Kapitalerhöhung durchzuführen, sagte Pauli. Das Unternehmen sei «für die kommenden Monate ausreichend finanziert». Analysten halten den genannten Finanzierungshorizont jedoch für sehr kurz.

Neuigkeiten gab es auch von Schmolz+Bickenbach (-2,6%). Der Stahlkonzern macht den Inhabern von der von Schmolz+Bickenbach Luxembourg SA ausgegebenen Anleihe über 258 Mio EUR mit Laufzeit bis 2019 ein Rückkaufangebot. Der Angebotspreis liegt bei 101% des Nominalwerts zuzüglich aufgelaufener Zinsen.(awp/mc/ps/cs)

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