CH-Verlauf: Vorsichtige Entwicklung vor US-Daten

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt halten sich Anleger am Mittwoch vor zahlreichen Konjunkturdaten zurück. Zwar sei das Momentum zum Start des zweiten Halbjahres insgesamt intakt, hiess es am Markt. Mit Blick auf die vor der Tür stehende Halbjahresberichtssaison müssten nun aber die Unternehmenszahlen speziell im Tech-Sektor auch die hohen Bewertungen rechtfertigen. Zudem steht das Notenbanker-Treffen in Portugal im Fokus – besonders durch den ersten internationalen Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh.

Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick dann auf weitere US-Konjunkturdaten. Einerseits liefert der ADP-Beschäftigungsbericht den letzten Hinweis auf den bereits am morgigen Donnerstag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht, der aufgrund des Feiertags zum 4. Juli einen Tag vorgezogen wird. Andererseits steht mit dem ISM-Index einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren auf der Agenda. «Hier ist durchaus ein Rücksetzer denkbar und dann müssen die Aktienmärkte zeigen, ob sie sich weiterhin den Kräften der Schwerkraft entziehen können», sagte ein Händler.

SMI pendelt um Vortagesschluss

Der Leitindex SMI pendelt im Vormittagshandel um seinen Vortagesschluss und steht gegen 10.50 Uhr mit 0,10 Prozent 14’179,39 Punkte leicht im Minus. Damit entfernt er sich etwas von seinem gestern markierten Rekordhoch bei 14’287 Zählern. Das erste Semester hatte der Leitindex am Vorabend mit einem Plus von knapp 7 Prozent beendet. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert am Mittwochvormittag etwas deutlichere 0,58 Prozent auf 3150,59 Punkte und der SPI gibt leicht um 0,13 Prozent auf 19’990,04 Zähler nach.

Die Verlierer im SMI liegen noch in der Überzahl und dabei halten Richemont (-2,1%) die rote Laterne. Bereits am Vortag hatten vorsichtige Aussagen der Gucci-Mutter Kering am Markt Sorgen vor den Zahlen geschürt. Schwach zeigen sich aber auch andere Branchen, so liegen die defensiven Swisscom (-1,8%) oder auch Logitech (-1,1%) weit hinten.

Angeführt wird das Kurstableau von Lonza (+2,0%). Der Pharmazulieferer baut seine Zusammenarbeit mit einem führenden US-Biopharmaunternehmen aus. Der kumulierte Auftragswert der neuen Vereinbarung hat ein Potential von mehreren Milliarden Franken.

Derweil zeigen sich die Schwergewichte uneinheitlich. Während Roche (+0,5%) den SMI stützen, geben Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,3%) leicht nach.

Galderma mit Rückschlag

Die Aktien von Galderma (-5,6%) sacken unterdessen nach negativen Nachrichten von der FDA ab. Der Hautpflegespezialist muss zum zweiten Mal nachbessern, um die Zulassung des Faltenmittels Relfydess in den USA zu erhalten. Analysten zeigten sich enttäuscht.

Verluste gibt es auch bei Sandoz (-1,3%). Der Generikahersteller sieht offenbar den aktuellen Konsens für seine Halbjahreszahlen mit Blick auf die Kern-EBITDA-Marge als zu hoch an und hat für Analysten ein entsprechendes «Hilfspapier» verschickt.

Bei Idorsia (-3,3%) findet der neue CEO offenbar wenig Anklang. Ab Oktober soll Roland Wandeler das Ruder beim Biopharma-Unternehmen übernehmen. Er löst damit Jean-Paul Clozel ab, der seit März nach dem überraschenden Abgang von Srishti Gupta interimistisch an der Spitze steht.

Klar nach oben geht es indes für Tecan (+7,4%) nach einer positiven Studie der UBS. Die Experten erhöhen die Einstufung auf «Buy». Die Zeit rückläufiger Umsätze dürfte für den Laborausrüster nun vorbei sein, so die Begründung.

Unter den kleinen Werten legen auch Santhera (+1,7%) nach positiven Studiendaten für das wichtigste Mittel Agamree zu. Die volatilen Mindmaze (+9,3%) springen teils um 25 Prozent hoch, nachdem der Neurotherapie-Spezialist in der Schweiz und in Frankreich erste Patienten in zwei klinische Studien zur Schlaganfall-Rehabilitation aufgenommen hat. (awp/mc/pg)

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