CH-Schluss: SMI gibt um 1,5% auf 7’690 Punkte nach

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte wieder deutlich eingebüsst. Nach dem SMI-Plus am Montag, ging es am Dienstag bereits umso stärker wieder hinunter. Die erneuten Verluste an den europäischen Börsen zur Wochenmitte begründen Experten mit einer Palette an negativen Faktoren: Wieder fallende Ölpreise, eine schwache chinesische Währung, der drohende Brexit und die anhaltende Angst vor einem globalen konjunkturellen Abschwung waren die Zutaten für einen Cocktail, der sämtliche Hoffnung auf eine länger anhaltende Erholung auf einen Schlag wieder zunichtemachte.

An den Ölmärkten hat die Hoffnung auf eine begrenzte Fördermenge einen Dämpfer bekommen, was den erneuten Kursrutsch auslöste. Am späten Nachmittag versetzte dann der Rückgang des Markit-Einkaufsmanagerindex des US-Dienstleistungsgewerbes den Märkten einen weiteren Schlag. Hinzu kamen noch schwächer als erwartete Neubauverkäufe und ein kräftiger Anstieg der Rohölvorräte in den USA. Mit der Unsicherheit legte auch die Volatilität am Mittwoch kräftig zu. Die Risikoscheu der Anleger führte dazu, dass sogenannte «safe haven»-Anlagen stark nachgefragt werden. So schossen die Kurse der hiesigen Festverzinslichen in die Höhe (Conf März +80 BP) und auch der Franken legte zu.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,50% tiefer bei 7’689,56 Punkten. Im Tief fiel er am Mittwoch bis auf 7’641 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab 1,77% auf 1’158,03 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,46% auf 8’025,51 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen alle im Minus. Die Spanne war dabei extrem breit und reichte von -8,7% bis -0,2%.

Unter die Räder kamen einmal mehr die Titel des Offshore-Erdölbohrers Transocean (-8,7%) und rutschten auf neue Allzeittiefs ab. Auch europaweit stand der konjunktursensible Rohstoffsektor überdurchschnittlich unter Druck. Am Vorabend hatte der Konzern mitgeteilt, dass Esso Exploration einen Vertrag für eine gemietete Bohrplattform vorzeitig gekündigt hat, nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten bereits mehrere vorzeitige Vertragsauflösungen eingegangen waren. In der Nacht auf Donnerstag werden noch die Q4-Zahlen von Transocean erwartet.

Dahinter folgten LafargeHolcim (-4,8%) als konjunktursensitive Titel ohne konkrete News mit starken Verlusten. Auch die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (-2,5%) und Swatch (-2,1%) gaben deutlicher nach. Hier dürften Sorgen um den wichtigen Markt China zusätzlich belastet haben, nachdem die chinesische Regierung den Renminbi erneut abgewertet hatte.

Auch Aryzta (-2,6%), Zurich (-2,5%) und Sika (-2,3%) lagen am Schluss am Tabellenende. Letztere legen am Freitag das Ergebnis für 2015 vor.

Die Grossbankenwerte UBS (-2,0%) und CS (-1,2%) schnitten am Mittwoch eher schlecht ab, konnten sich aber – besonders Credit Suisse – im Tagesverlauf von den anfänglich deutlicheren Verlusten noch etwas erholen. Aufhorchen liess zunächst eine Meldung zur US-Grossbank JP Morgan, die für potenziell faule Kredite aus dem Energiesektor zusätzlich 500 Mio USD zurücklegte. Bereits seit Wochen geht unter Anlegern die Angst um, dass der Kollaps bei den Ölpreisen zu hohen Kreditausfällen bei den Banken führen könnte, was eine neue Finanzkrise auslösen könnte.

Macquarie erhöhte indes das Anlagerating für CS auf Outperform von Underperfom. Für UBS senkte Macquarie das Anlagerating auf Neutral von Outperform; das Bankhaus Lampe empfiehl die Aktien allerdings neu zum Kauf.

Die grösste Belastung für den SMI bildeten schlussendlich die Schwergewichte Novartis (-1,4%), Nestlé (-1,1%) und Roche (-0,9%).

Relativ gut und auf dem Vortagesniveau halten konnten sich hingegen Galenica (-0,2%), nachdem die Aktien des Pharma- und Apothekenkonzerns bereits in den vergangenen Wochen einen starken Lauf hatten. Im Vorjahr waren sie die Überflieger an der Schweizer Börse. Relativ gering waren die Abgaben zudem bei SGS (-0,3%), Sonova (-0,4%) und Bâloise (-0,8%).

Am breiten Markt gaben nach Zahlen besonders die Papiere des auf Dermatologieprodukte spezialisierten Pharmaunternehmens Cassiopea (-3,1%) ab. Walter Meier (-0,4%) – ebenfalls nach Zahlen – und Kudelski (unv.) – nach der Beilegung des Rechtsstreits mit Verizon und künftiger Zusammenarbeit – können sich gegen den Markttrend stemmen. Accu (-2,9%) erlitten Verluste, nachdem die Holding ihre vor kurzem angekündigte ausserordentliche GV um einen Tag verschiebt.

Ordentlich zulegen konnten dagegen nach Zahlen Orior (+2,0%). Besser als der Markt hielten sich auch Carlo Gavazzi (+0,7%) nach einer Kaufempfehlung durch Research Partners. (awp/mc/upd/ps)

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