CH-Verlauf: SMI wegen Schwergewichten im Minus

Börse

(KI-generiert)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montag trotz vorteilhafter Vorgaben tiefer. Das ist erster Linie den Abgaben bei den grosskapitalisierten Pharmawerten geschuldet. Davor hatten die Märkte in Asien eine überraschende Widerstandskraft gegen den Kurseinbruch der US-Technologie-Werte vom Freitag gezeigt.

Etwas Rückenwind gab es vom Rendite-Rückgang in den USA und einem deutlichen Rückgang der Ölpreise. Gleichzeitig mahnen Händler zur Vorsicht. Bis zu den Ergebnissen der US-Zwischenwahlen am Mittwochmorgen werde sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen wollen. Und am Berichtstag würden nach US-Schluss die Quartalszahlen von Apple erwartet.

Ölpreise tiefer

Die Ölpreise gingen nach einem Bericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Krieg zwischen den USA und dem Iran zurück. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 108,50 Dollar.

Zudem lief beim Brent der Dezember-Kontrakt aus, sodass der Januar-Future jetzt derjenige mit dem nächsten möglichen Auslieferungstermin ist. Der letzte Kurs des Dezember-Kontrakts hatte am Freitag bei fast 118 Dollar gelegen.

SMI mit «Pharma-Malus»

Der Leitindex SMI steht in diesem Umfeld gegen 11 Uhr 0,27 Prozent tiefer bei 14’771,07 Punkten. 13 der 20 SMI-Aktien bewegen sich im grünen Bereich, sieben im roten.

Der breite SPI sinkt um 0,14 Prozent auf 20’817,63 Punkte, wogegen der weniger von den Schwergewichten geprägte Mid-Cap-Index SMIM um 0,46 Prozent auf 3218,95 Punkte steigt.

Der Schweizer Leitindex hatte in der Woche zuvor um deutliche 2,4 Prozent zugelegt, gestützt durch die schwergewichteten Pharmawerte. Am Montag nun geht es mit Roche um 1,3 Prozent auf 398,20 Franken nach unten und mit Novartis um 1,5 Prozent.

Für den Roche PS hat die UBS das Rating zwar auf «Neutral» gesenkt, das neue Kursziel liegt mit 420 Franken aber deutlich über dem aktuellen Niveau. Bei Novartis hat die Deutsche Bank mit dem neuen Votum «Sell» den Daumen gesenkt.

Auch Sandoz (-0,3%) und Galderma (-0,2%) – SMI-Überflieger des Jahres bisher – werden am Montag verkauft. Nestlé (+0,1%) halten sich besser.

Die ebenfalls als «defensive Absicherung» bekannten Valoren der Versicherer Swiss Re (-0,2%), Swiss Life (-0,1%) und Zurich (-0,4%) werden zum Wochenauftakt ebenfalls aus den Depots geworfen.

Medtech und Bauwerte

Fester notieren dafür die Papiere von Medizinaltechnikern wie Straumann (+1,4%) und Sonova (+0,7%). Im breiten Markt ziehen Medartis gar um 7,1 Prozent an, denn das Basler Orthopädieunternehmen hat die Prognose für 2026 erhöht.

Gesucht sind auch baunahe Werte wie Holcim (+1,8%), Amrize (+1,7%), Geberit (+1,5%) und Sika (+1,0%).

Tech-Werte haben Mühe, in die Gänge zu kommen. Einzig Logitech verteuern sich nach einer schwachen Vorwoche mit plus 1,1 Prozent deutlich. Während ABB um 0,6 Prozent steigen, treten im breiteren Markt VAT (-0,1%) oder AMS Osram (-0,2%) an Ort. Die verblassende KI-Euphorie hatte in der Vorwoche für Gewinnmitnahmen gesorgt.

Gewinnwarnungen und Übernahmen

Arbonia sacken um deutliche 9,5 Prozent ab. Der Ostschweizer Bauzulieferer musste wegen des schleppenden Geschäfts in Deutschland seine Prognose für das laufende Jahr senken. Es ist die zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr – was entsprechend wenig goutiert wird.

Autoneum gewinnen im Tagesverlauf an Fahrt und notieren mittlerweile 7,3 Prozent höher. Der Autozulieferer wird mit dem geplanten Kauf der französischen Trèves Group um rund einen Drittel wachsen. Die Winterthurer kaufen einen Turnaround-Kandidaten, meinen Analysten. Und bei Restrukturierungen habe Autoneum einen guten Leistungsausweis.

Bei Cembra (-8,1%) verkaufen die Anleger nach einer Ratingsenkung auf «Sell» von «Neutral» durch den für die UBS neu zuständigen Analysten.

Oerlikon geben um 6,3 Prozent nach. Auf der einen Seite senkt Research Partners die Papiere auf ‚Verkaufen‘, auf der anderen Seite bleibt die UBS bei ihrer Kaufempfehlung und erhöht gar das Kursziel. Das Kursplus seit Jahresbeginn beträgt damit immer noch rund 60 Prozent. (awp/mc/Pg)

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