CH-Schluss: SMI im Plus – Ölpreis treibt Märkte hoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einer Achterbahnfahrt den Donnerstagshandel mit einem klaren Plus abgeschlossen. Vor allem eine festere Wall Street sorgte am Nachmittag für Rückenwind. Hintergrund waren Hoffnungen auf Förderkürzungen für Erdöl durch Saudi Arabien und Russland und entsprechend eine Stabilisierung beim Ölpreis.

Am frühen Nachmittag waren die Märkte allerdings zuerst klar ins Minus abgerutscht. Grund waren extrem schwache US-Arbeitsmarktdaten. Für die Wende zum Positiven sorgte dann US-Präsident Donald Trump mit einem Tweet. Er habe mit dem saudischen Prinzen gesprochen und dieser mit dem russischen Präsidenten Putin, hiess es dort. Er «hoffe und erwarte» eine Förderdrosselung um bis zu 15 Millionen Barrel, so Trump weiter. Das liess den Ölpreis binnen weniger Minuten um rund 40 Prozent auf über 36 Dollar springen und auch die Aktienmärkte wurden beflügelt.

Der SMI schloss am Ende des Tages 1,11 Prozent höher auf 9’270,96 Punkten (Tageshoch 9’319). Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,49 Prozent auf 1’337,05 und der breite SPI 0,71 Prozent auf 11’273,22 Zähler hinzu. 17 Gewinner standen im SLI am Ende 13 Verlierern gegenüber.

Grösster Gewinner war Givaudan mit einem Plus von 3,0 Prozent. Vor allem waren Aktien stark, die am Vortag noch stark verloren hatten. Sie konnten sich in einer Gegenbewegungen deutlicher erholen, hiess es. Unter den stärksten Titel bei den Blue Chips fanden sich einige Finanzwerte wie die Grossbanken Credit Suisse (+2,4%) und UBS (+2,2%) sowie die Versicherer Swiss Re (+2,0%) und Zurich (+1,7%).

Auch die Aktien von ABB (+1,3%) konnten sich am Ende im Plus halten. Auch AMS konnte stärker zulegen und schloss 1,7 Prozent fester. Mit 8,82 Franken lag der Kurs aber weiter klar unter dem Ausgabepreis bei der Kapitalerhöhung von 9,20 Franken.

Auch von Seiten der Schwergewichte gab es Unterstützung. So fanden sich etwa die Pharmariesen Novartis (+2,5%) und Nestlé (+1,0%) unter den stärkeren Titeln. Bei Roche (+0,5%) hielten sich die Aufschläge in Grenzen. Etwas erholen konnten sich die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (+0,8%) und Swatch (+1,4%).

Auf der Verliererseite setzen Temenos (-7,2%) den Abwärtstrend mit Vehemenz fort. Damit haben die Titel gegenüber Jahresanfang über einen Viertel ihres Werts eingebüsst. Auch Alcon (-3,2%), Sonova (-2,5%), Schindler (-2,8%) und Sika (-2,7%) gaben stärker ab. Bei Kühne + Nagel (-2,8%) habe es nach dem spekulativen Anstieg vom Vortag Gewinnmitnahmen gegeben, hiess es am Mark.

Am breiten Markt holten Dufry (+11%) als stärkster Wert insgesamt einen Teil der jüngsten Einbussen auf. Als ein stark im Öl&Gas-Geschäft involviertes Unternehmen konnte Sulzer (+5,4%) im späten Handel vom Ölpreissprung profitieren.

Die Aktien von Ascom (-1,7%) büssten einen Teil ihrer starken Vortagesgewinne wieder ein. Die Befürchtung, dass der Grossaktionär Veraison aus dem Engagement bei der Technologiefirma aussteigen könnte, habe sich nicht bewahrheitetet, hiess es am Markt.

Auffällig waren noch die festeren Pierer Mobility (+7,0%) oder Arbonia (+7,9%), sowie bei den Verlierern Obseva (-6,6%)und Addex (-5,3%). Die Aktien von Leonteq (-1,7% oder -0,65 Fr.) wurden ex-Dividende (0,50 Fr) gehandelt. (awp/mc/ps)

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