CH-Schluss: SMI zum fünften Mal in Folge tiefer

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit zumeist tieferen Notierungen abgeschlossen. Während der Leitindex SMI von den schwergewichtigen Roche und Nestlé belastet weiter an Wert eingebüsst hat, ging der SLI wenig verändert aus dem Handel. Der SMI schloss in der zu Ende gegangenen Börsenwoche jeden Sitzung mit roten Vorzeichen ab. Am Markt sei im Vorfeld der US-Zinsentscheidung nach wie vor Zurückhaltung zu spüren gewesen, begründeten Händler die Abgaben. Fundamental wichtige Nachrichten zur Konjunkturentwicklung oder zu Unternehmen lagen praktisch keine vor.

Das von Anlegerseite her erhoffte Weihnachtsrally blieb somit auch am Freitag aus. Nachdem der SMI bereits in der Vorwoche um beinahe zweieinhalb Prozent nachgegeben hatte, ging diese Woche mit einem Minus von 2,9% zu Ende. Seit Beginn der jüngsten Baisse Mitte November hat der SMI knapp 500 Zähler verloren und die Marke von 8’000 Punkten ist mit Blick auf das Jahresende hin weiter in die Ferne gerückt. Auf dem derzeitigen Niveau sei wohl eine Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank Fed mehrheitlich eingepreist, meinen Händler. Mehr Aufschluss über das Vorgehen der US-Währungshüter bringt die Sitzung vom kommenden Mittwoch.

Bis Börsenschluss gab der Swiss Market Index (SMI) um 0,26% auf 7’828,91 Punkte nach. Der Swiss Leader Index (SLI) stieg leicht um 0,01% auf 1’198,45 Stellen und der Swiss Performance Index (SPI) sank um 0,24% auf 7’476,98 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 18 im Plus und zwölf im Minus.

Die Stimmung am Markt war von den Abgaben bei den Index-Schwergewichten Roche (-0,8%) und Nestlé (-1,1%) geprägt, während sich Novartis mit einem Minus 0,1% besser aus der Affäre gezogen haben. Händler führten die Abgaben in Nestlé und Roche auf Portfolioumschichtungen (Window Dressing) zum Jahresende zurück. Zudem senkten die Analysten des Brokers Jeffries das Kursziel für den Roche-Bon, hielten aber gleichzeitig an der «Kauf»-Empfehlung fest.

Weiter sind im SMI/SLI auch Aktien wie Swisscom (-0,9%) oder Swiss Life (-1,1%) unter erhöhten Abgabedruck gekommen. Morgan Stanley hatte im Rahmen einer Branchenstudie das Kursziel für die Swiss-Life-Papiere etwas zurückgenommen und das Rating auf «Underweight» belassen. Die Analysten befürchten, dass der Lebensversicherer mit der Dividendenausschütten die Markterwartungen verfehlen könnte. Morgan Stanley hob gleichzeitig für Swiss Re (+0,8%) und Zurich Insurance (-0,2%) die Kurszielerwartungen an.

Auch die Banken tendierten am Freitag uneinheitlich: Während die Grossbankenwerte der CS (-0,5%) und der UBS (-0,3%) nachgegeben haben, kletterten Julius Bär mit 1,2% in die Höhe.

Für den Tagessieg reichte es den Bär-Valoren bei den Blue Chips allerdings nicht, den holten sich die Titel des Reisedetailhändlers Dufry (+2,0% auf 154,60 CHF). Dufry profitierten von Analysen der CS und der Natixis, die beide eine Erhöhung des Kursziels auf 175 CHF zur Folge hatten. Die am Donnerstag angekündigte Übernahme des griechischen Mitbewerbers Hellenic Duty Free wird als positiver Schritt in die Zukunft gesehen.

Syngenta gingen mit einem Plus von 1,8% aus dem Handel. Die Bank Vontobel hatte die Titel neu zum «Kauf» empfohlen und die Gewinnprognose pro Aktie für 2014 um gut einen Fünftel erhöht. Nach Ansicht der Bank dürfte der Agrarchemiekonzern im kommenden Jahr auf den Weg zu langfristigem Wachstum zurückkehren. Weitere Gewinner waren Actelion (+1,4%), Richemont (+1,1%) oder Lonza (+0,8%).

Am breiten Markt büssten dagegen Kudelski deutliche 4,9% ein. Die Titel wurden von der UBS auf «Sell» von zuvor «Neutral» zurückgestuft. Die Bank betrachtet das Gewinnwachstum der kommenden zwölf Monate kritisch. Der klassische Pay-TV Markt – ein Schlüsselgeschäft für die Gruppe – sei gesättigt, hiess es.

Meyer Burger (-0,7%) hatte am Vortag zwei neue Aufträge gemeldet, die Aktie konnte davon nur zeitweise profitieren. Der Solarzulieferer beziffert den Gesamtwert der beiden Aufträge auf rund 18,5 Mio CHF. Ein Auftragsvolumen von 15 Mio CHF entfällt dabei auf Photovoltaik Wafer-, Zell-, Modul- und Inspektionsequipment. Dagegen stiegen Nationale Suisse um 3,3% an nachdem bekanntgegeben wurde, dass Armin Suter neu Finanzchef wird und Thomas Widmer ersetzt. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

 

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