CH-Verlauf: SMI auf Erholungskurs – Ergebnisse im Fokus

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am späten Donnerstagvormittag etwas fester. Dabei hat sich der Leitindex SMI nach einem schwachen Start rasch wieder gefangen und ist ins Plus vorgestossen. Seitdem bewegt er sich auf dem höheren Niveau seitwärts. Grund dafür war die Kursreaktion der zwei Schwergewichten ABB und Roche. Ihre Ergebnisse kamen bei Anlegern unterschiedlich an, was auch zu heftigen Kursbewegungen der beiden geführt hatte. Auch die weitere Entwicklung des Marktes dürfte stark von den Kursen der beiden abhängen, heisst es am Markt weiter.

Dabei stünden die Chancen nicht schlecht, dass der Markt seine Gewinne halten könnte, meint ein Händler. Denn die Aussichten für die US-Aktien seien für heute dank der positiven Nachrichten von Meta und Tesla nicht schlecht, meint ein Händler. Vor allem Meta hatte nachbörslich dank eines guten Ausblicks kräftig zugelegt. Ansonsten dürften sich die Anleger ihre Gedanken wegen des schwachen Dollar machen. Diesbezüglich konnten auch die eher etwas «hawkisher» als erwartet ausgefallenen Begleitkommentare des Fed zur US-Zinsentscheidung am Vortag keine Trendwende bringen. Das Fed hat die Zinsen wie erwartet unverändert gelassen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass es vorerst keine Zinssenkungen geben wird. Derweil sorgt auch die geopolitische Entwicklung, verstärkt im Nahen Osten, für Verunsicherung.

Der SMI notiert um 11.00 Uhr – nach einem anfänglichen Taucher auf 12’942 Punkte – um 0,38 Prozent höher auf 13’073,94 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die Gewichtung der Aktien gekappt ist, rückt um 0,03 Prozent vor auf 2109,71 und der breite SPI um 0,25 Prozent auf 18’080,40 Zähler. Im SLI halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage.

Im Mittelpunkt stehen bei den SMI-Werten die Aktien von ABB (+9,1%). Sie erreichen im Verlauf auf 67,22 Franken ein Rekordhoch. Grund dafür sind die Quartalszahlen. Demnach hat der Elektrokonzern mit unerwartet vielen Aufträgen, einem neuen Aktienrückkaufprogramm und einer unerwartet starken Dividendenerhöhung den Markt sehr positiv überrascht.

Dahinter folgen mit Abstand die Anteile von Schindler (+0,6%), Kühne+Nagel (+0,4%) und Lindt&Sprüngli (+0,6%).

Stark unter Druck stehen im SLI die Aktien von Givaudan (-6,0%). Der Aromen- und Duftstoffhersteller hat 2025 organisch weiter oberhalb der Guidance zugelegt, gegenüber dem starken Vorjahr aber an Schwung verloren. Insgesamt wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Händler monieren, dass der starke Gegenwind von der Währungsseite das Wachstum und damit auch die Ertragsseite weiter bremsen könnte.

Keine klare Richtung schlagen die Genussscheine von Roche (+0,2%) ein, deren Kurs sich nach einem wilden Auf und Ab zuletzt leicht im Plus eingependelt hat. Dabei hat der Pharmakonzern 2025 die eigenen Ziele erfüllt und auch der Blick nach vorne verspricht weiteres Wachstum. Zudem wird die Dividende ein weiteres Mal erhöht. Analysten hätten halt noch mehr erwartet, heisst es. Rivale Novartis (-0,4%) gibt nach.

Klar abwärts geht es bei Logitech (-2,4%). Der Computerzubehörhersteller hatte am Vortag zwar starke Zahlen veröffentlicht, die Aktien hatten aber dennoch 5,2 Prozent verloren. Händler befürchten, dass sich die Logitechprodukte wegen der steigenden Chip-Preise weniger gut verkaufen könnten.

Auch Lonza (-3,1%) sacken weiter ab. Händler verweisen hier auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem US-Pharmamarkt. «Die Zahlen am Vortag waren auf jeden Fall gut», meint ein Händler.

Bei den nicht SMI-Werten rücken Emmi (+4,3%), Bucher (+1,4%) sowie Landis+Gyr (+5,6%) nach Zahlen deutlich vor. Bei Interroll (-6,5%) und BEKB (-3,7%) geht es ebenfalls nach Zahlen klar abwärts. Letztere zähle wie Roche zu den wenigen Schweizer Unternehmen, die seit Jahren eine höhere Dividende auszahlen, sagt ein Händler. Bei der BEKB wäre es die 30. und bei Roche gar die 39. Dividendenerhöhung in Folge. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange
Aktueller Stand SMI bei Google

Exit mobile version