CH-Schluss: Entspannung in Ukrainekrise sorgt für Erholungskurs

Boerse

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag deutlich von dem pechschwarzen Vortag erholen können. Die Nachricht, dass Russland offenbar mit dem Rückzug seiner Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine begonnen hat, hellte die Stimmung an den Börsen weltweit auf. «Auch wenn an der diplomatischen Front noch viel zu tun bleibt, erkannten die meisten Anleger an, dass sich die laufenden Gespräche auf einem positiven Weg befinden,, hiess es am Markt. Das veranlasste die Börsianer dazu, nach dem Taucher an den Aktienmärkten zuzukaufen.

Der SMI legte in der Folge deutlich zu und knackte am späten Nachmittag sogar die Marke von 12’200 Punkten, schloss dann aber leicht unter dem Tageshoch. Auch an der Wall Street zeigte sich die Erholung bis zum Schweizer Handelsschluss anschaulich. Doch die Börsianer warnten, man müsse vorsichtig bleiben. Schliesslich legten die Produzentenpreise in den USA stark zu, was sich auch auf die Konsumentenpreise und damit auf die Zinspolitik auswirken dürfte. Zudem hatte der Fed-Banker James Bullard gefordert, dass die Fed die Zinserhöhungen möglicherweise vorverlegen und den Leitzins schon vor dem 1. Juli um 100 Basispunkte straffen müsse.

Der SMI schloss am Dienstag 1,29 Prozent höher bei 12’818,86 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 1,35 Prozent auf 1949,74 und der breite SPI 1,30 Prozent auf 15’403,86 Zähler. Im SLI standen sich bei Handelsschluss 27 Gewinner und drei Verlierer gegenüber.

Im Fokus standen die Aktie jener Unternehmen, die am Handelstag ihre Ergebnisse veröffentlicht haben. Dabei enttäuschten die Zahlen von Temenos (-7,9%) die Anleger klar. Der Bankensoftwarespezialist ist im vierten Quartal 2021 zwar gewachsen, aber hinter den Markterwartungen zurückgeblieben.

Auf der anderen Seite legten die Aktien von Straumann um 4,9 Prozent zu. Der Dentalimplantathersteller habe die Erwartungen zwar «nur erfüllt», dann aber beim Call mit Analysten punkten können, hiess es am Markt. «Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Jahresvorgaben konservativ sind und übertroffen werden dürften», sagte ein Händler. Daher setzte die Aktie, die im Rahmen der Korrektur der Wachstumswerte seit dem Höchstkurs vom November (2108 Fr.) bis zu dem im frühen Handel markierten Tiefstkurs bei 1333 Franken fast 37 Prozent ihres Wert verloren hatte, zu einer Gegenbewegung an.

Zudem griffen die Anlegern bei den zyklischen Werten wieder vermehrt zu, die zuletzt stark gelitten hatten. Am stärksten konnten Adecco (+3,8%) von dieser Entwicklung profitieren. Ausserdem verwiesen Händler auf den Erzrivalen Randstad, der im vierten Quartal 2021 besser abschnitt als erwartet. Gesucht wurden auch die Anteile des Technologiekonzerns ABB (+2,9%), der beiden Bauzulieferer Sika (+2,5%) und Geberit (+2,0%) sowie von Givaudan (+2,1%).

Auch die beiden Medtech-Werte Alcon (+2,1%) und Sonova (+1,9%) konnten deutliche Kursgewinne verbuchen. Erstere werden nachbörslich ihre Zahlen vorlegen, wobei die Analysten für das vierte Quartal weiteres Wachstum prognostiziert haben.

Die Bankentitel von Julius Bär (+1,4%) und CS (+1,3%), die am Vortag unter schwindenden Zinsfantasien gelitten haben, fuhren heute eine Erholung ein. UBS (+0,6%) blieben hinter der Konkurrenz zurück. Sie erhielten kurz vor Handelsschluss noch eine Kurszielerhöhung durch LBBW.

Als Stütze des Marktes erwiesen sich vor allem die Titel des Marktschwergewichtes Roche, das 1,6 Prozent hinzugewann. Der Pharmariese profitiert wohl von Umschichtungen innerhalb des europäischen Pharmasektors, wie Marktteilnehmer sagten. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis (+1,1%) und Nestlé (+0,4%) schlossen ebenfalls positiv.

Negativ schlossen nebst Temenos auch AMS Osram (1,3%) und Swisscom (-0,1%).

Meyer Burger legten um 5,2 Prozent zu und dominierten zusammen mit Dottikon (+7,3%) den breiten Markt. Händler verwiesen auf eine kräftige Beteiligungserhöhung durch den Grossaktionär Swisscanto, die den Aktien des Solartechnikers eine Kurserholung bescherte.

Deutliche Gewinne verzeichneten ausserdem die Arzneimittelhersteller Cosmo (+7,4%) und Basilea (+4,0%) nach Zahlen. Und bei Zur Rose (+4,4%) berichteten Händler von Deckungskäufen aus dem Lager der Leerverkäufer. (awp/mc/pg)

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