CH-Verlauf: Fester dank Nestlé und Roche – keine Entspannung im Iran

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag klar höher, zum ersten Mal in der laufenden Woche. Doch das Bild trügt. Der Gesamtmarkt profitiert in erster Linie von den nach Zahlen sehr starken Nestlé und etwas moderater auch von den ebenfalls klar gesuchten Roche. Das Börsensentiment hat sich mit Blick auf den Iran-Krieg aber nicht grundsätzlich gewandelt. Die Sorgen wegen der sich weiter entwickelnden Energiekrise überwiegen klar. Nach vier Wochen mit steigenden Kursen zeichnet sich denn auch für den Leitindex SMI zum ersten Mal wieder ein Wochenminus ab. Die am Vormittag publizierten Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone lagen derweil unter den Erwartungen, bewegten den hiesigen Aktienmarkt aber nicht.

«Das Aufwärtsmomentum ist komplett verdampft, denn der Guerillakrieg auf See erstickt jede Rally-Fantasie», heisst es in einer Einschätzung von ActiveTrades mit Blick auf den Iran-Konflikt. Die extreme Unsicherheit auf dem Parkett spiegle exakt das diplomatische Desaster wider. So verschiebe die US-Regierung ihre Ultimaten zunehmend nach hinten, während die Verhandlungen faktisch auf Eis lägen. Es dämmere der Finanzwelt, dass sich Washington beim Zeitplan seiner militärischen Ziele massiv verkalkuliert habe. Die Strasse von Hormus bleibe derweil eisern verschlossen.

Bis um 10.50 Uhr legt der SMI um 0,95 Prozent auf 13’191,25 Punkte zu. Unter den 20 Titeln befinden sich indes die Verlierer in der Überzahl. Der SMIM für die mittelgrossen Werte zieht um 0,74 Prozent auf 2990,31 Punkte an und der breite SPI um 0,85 Prozent auf 18’643,44 Punkte.

Dass die Stimmung keineswegs ins Positive gekippt ist, zeigen auch die negativen Stände von anderen europäischen Börsenplätzen wie Deutschland oder Grossbritannien und auch der Ölpreis, der sich mit rund 103 US-Dollar für das Fass der Nordseesorte Brent wieder über der Marke von 100 Dollar etabliert hat.

Nestlé trägt den Gesamtmarkt praktisch alleine
Nestlé sorgen mit einem Kursplus von stattlichen Prozent 6,7 praktisch im Alleingang für ein positives Vorzeichen des SMI. Der Nahrungsmittelmulti hat mit seinen Q1-Wachstumszahlen die Erwartungen klar geschlagen. Überzeugt hat dabei vor allem das reale interne Wachstum (RIG). Die Kommentare von Analysten sind entsprechend wohlwollend.

Gestützt wird der Gesamtmarkt zudem von Roche (+2,5%), wenn auch in geringerem Ausmass. Der Pharmariese hat mit seinem Erstquartals-Update die Erwartungen des Marktes mehr oder weniger getroffen. «Alles in allem ein guter Start ins Jahr 2026», kommentiert etwa Bernstein.

Mit Zahlen brilliert aus dem SLI auch Galderma (+6,2%). Der Hautpflegespezialist hat im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen zweistellig zugelegt und dabei auch die jeweiligen Analystenerwartungen übertroffen.

Die Schindler-Papiere (+2,8%) zählen am Donnerstag ebenfalls zu den klaren Gewinnern. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat mit der Marge im ersten Quartal positiv überrascht.

Zudem legen die Aktien von SGS (+0,5%) nach den Quartalszahlen leicht zu. Der Prüfkonzern hat mit seinen Resultaten die Erwartungen erfüllt.

Die Mehrheit der Blue Chips notiert dagegen wie erwähnt tiefer. Am meisten geben dabei UBS (-3,5%) nach. Das am Vortag vom Bundesrat vorgelegte Regulierungspaket sorgt erwartungsgemäss für kontroverse Reaktionen und wird von der Bank abgelehnt. Analysten streichen unter anderem die Nachteile für die UBS in internationalen Konkurrenzkampf hervor.

Bei Logitech (-2,7%) kommt es nach der sehr starken Vorwoche zu Gewinnmitnahmen.

Im breiten Markt fallen Zehnder (-7,5%) nach einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux auf «Hold» von «Buy» mit klaren Abgaben auf. Bei den erst vor kurzem rasant an der Börse gestarteten Centiel (-5,7%) werden hingegen erstmals in grösserem Umfang Gewinne eingefahren. (awp/mc/ps)

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