Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Klare Stütze ist Novartis nach positiven Studiendaten. Daneben liefert auch die sich dem Ende zuneigende Berichtssaison nochmals einige Impulse.
Die Vorgaben aus Übersee sind derweil gemischt. An der Wall Street hatten die wichtigsten Indizes am Montag nachgegeben, während die asiatischen Börsen am Dienstag uneinheitlich tendieren. Etwas Unterstützung liefern die jüngsten Konjunkturdaten aus China: Die Einkaufsmanagerindizes deuten laut Marktbeobachtern auf erste Anzeichen einer Belebung hin.
Belastend wirken dagegen die weiter steigenden Ölpreise und Anleiherenditen. Angesichts der bereits hohen Bewertungen reagieren die Märkte laut Beobachtern zunehmend sensibel auf die Aussicht hoher Zinsen über eine längere Zeit. Eine Zinserhöhung der EZB in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als weitgehend eingepreist. Seit den jüngsten Äusserungen von US-Notenbankchef Kevin Warsh rechnen die Märkte inzwischen auch für September mit einem Zinsschritt der Fed. Die SNB dürfte angesichts der weiterhin niedrigen Teuerung in der Schweiz dagegen vorerst stillhalten.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran. Erstmals seit Ende Juli griffen US-Streitkräfte zu Wochenbeginn wieder Ziele im Iran an, worauf Teheran mit Gegenschlägen reagierte. In der Folge zogen die Ölpreise weiter an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet wieder etwas mehr als 91 US-Dollar.
Der SMI steht um 09.15 Uhr 0,46 Prozent höher bei 14’351,66 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert dagegen 0,19 Prozent auf 3097,89 Zähler, während der SPI um 0,26 Prozent auf 20’164,10 Punkte zulegt.
Novartis mit Höhenflug, Partners Group stürzt ab
Im Leitindex halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Klar heraus ragen Novartis (+5,0%). Die Titel profitieren von positiven Studiendaten zu Remibrutinib bei schubförmiger Multipler Sklerose. Roche (-1,6%) geraten dagegen unter Druck. Laut UBS erhöhen die Novartis-Daten die Erfolgshürde für Roches Konkurrenzmittel Fenebrutinib deutlich.
UBS (+0,4%) legen ebenfalls zu. Hier sorgt die Aussicht auf eine «Kompromisslösung» bei der künftigen Regulierung für Unterstützung.
Auch die Berichtssaison setzt nochmals Akzente. Klarer Verlierer unter den Bluechips sind Partners Group (-7,9%) nach Halbjahreszahlen und einer gesenkten Prognose. Swiss Life (+0,3%) notieren dagegen nach soliden Zahlen und der Ankündigung eines Aktienrückkaufs leicht fester. Deutlicher im Minus stehen zudem Zykliker wie Geberit (-0,7%) und Sika (-1,2%).
Dormakaba überzeugt
In der zweiten Reihe ziehen Dormakaba (+6,1%) nach überzeugenden Jahreszahlen 2025/26 und einer Vereinfachung der Struktur kräftig an. Straumann (+3,1%) profitieren derweil von einer Kaufempfehlung der UBS.
Gefragt sind zudem Oerlikon (+2,9%) nach einer Kurszielerhöhung durch Kepler sowie Montana Aerospace (+2,6%), die von einer Hochstufung der ZKB auf «Übergewichten» profitieren.
Auch Gurit (+8,8%) können an die Kursgewinne von 14 Prozent vom Vortag anküpfen. Seit den Halbjahreszahlen von Ende August haben die Titel rund 70 Prozent zugelegt. (awp/mc/ps)
