CH-Verlauf: Kursgewinne zum Wochenschluss – Lage bleibt fragil

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – An den Finanzmärkten setzt sich das Tauziehen zwischen Hoffen und Bange weiter fort. Die Kurse steigen zwar zum Wochenschluss erneut – hierzulande den dritten Handelstag in Folge. Die Lage bleibe aber fragil und es sei weiter mit hohen Schwankungen zu rechnen, lautet der Tenor der meisten Expertenkommentare.

«Anleger dürften mit gemischten Gefühlen, aber auch einer vorsichtigen Portion Hoffnung in das Wochenende gehen», kommentiert ein Marktbeobachter. Im Mittelpunkt des Interesses stünden nun die geplanten Gespräche zwischen Delegationen aus den USA und dem Iran. «Investoren hoffen auf den grossen Wurf und damit auf einen dauerhaften Burgfrieden zwischen den Kriegsparteien.» Die Märkte klammerten sich nach wie vor an jedes Signal der Entspannung.

Sollten die Verhandlungen allerdings platzen oder kein belastbarer Waffenstillstand zustande kommen, dürfte dies viele Anleger auf dem falschen Fuss erwischen, so der Experte weiter. Wie ausgeprägt die Stimmungsschwankungen am Markt derzeit seien, hätten zuletzt auch verschiedene Stimmungsindikatoren gezeigt, heisst es bei Raiffeisen. Sie reflektierten letztlich die aufgeflackerten Rezessionsängste.

Wie stark auch hierzulande das Wochenplus am Ende ausfallen wird, dürfte stark auch von den in den USA erwarteten US-Inflationszahlen abhängen. Sie gelten als das Daten-Highlight in dieser Woche. «Fallen die Daten besser aus als befürchtet, dürfte das die Zinsfantasien neu befeuern und den Aktienmarkt endgültig ins Wochenende katapultieren. Sind die Teuerungsraten jedoch schlimmer als erwartet, droht dem gerade erst geborenen, jungen Aufwärtstrend ein jähes und brutales Ende», erklärt ein Händler.

Fast alle SMI-Werte im Plus
Der SMI gewinnt gegen 11.10 Uhr 0,54 Prozent auf 13’231,00 Punkte hinzu. Nach dem schwachen Start in die verkürzte Osterwoche am Dienstag ging es für den Leitindex seit und mit der Waffenruhe am Mittwoch jeden Tag nach oben. Der SMIM für die mittelgrossen Werte steigt um 0,56 Prozent auf 3008,68 Punkte und der breite SPI um 0,86 Prozent auf 18’534,92 Zähler.

Der hiesige Markt hält sich damit im Vergleich zu seinen europäischen Pendants wie Dax (-0,1%), Cac-40 oder FTSE 100 (beide unv.) etwas besser.

Bei den 20-SMI-Titeln überwiegen die Gewinner mit deren 18 an der Zahl. Dabei zählen Zurich (-3,9% oder -22 Franken) nicht wirklich zu den Verlierern, da die Papiere Ex-Dividende (30 Fr.) handeln. Swisscom wiederum sind unverändert.

Sein vergleichsweise etwas besseres Abschneiden verdankt der SMI nicht zuletzt den beiden Pharma-Schwergewichten Roche (+1,2%) und Novartis (+0,9%). Sie sorgen mit ihren Avancen für Unterstützung. Und auch Nestlé (+0,4%) tragen zu dem Gesamtbild bei.

Angeführt wird das Gewinnerfeld allerdings von Richemont (+2,1%) und Holcim (+1,8%). Der Zementhersteller wird dank zweier Hochstufungen gesucht. Neben Goldman Sachs hat auch Exane BNP Paribas das Rating erhöht. Während der Goldman Experte nach der Kurskorrektur seit Jahresbeginn das aktuelle Niveau als einen attraktiven Einstiegszeitpunkt in eine langfristige Wachstumsstory betrachtet, zeigt sich der Exane-Experte die jüngsten Äusserungen des Managements hervor. Sie deuteten darauf hin, dass der Konzern eher auf Selbsthilfe setze.

Mit Amrize, Logitech und ABB, die zwischen 1,4 und 0,7 Prozent gewinnen, sind noch weitere konjunktursensible Werte gesucht.

Derweil hinken Kühne+Nagel (+0,4%) dem Markt etwas hinterher. Der Logistiker hatte in den vergangenen Wochen stark von den gestiegenen Frachtraten profitiert.

Unter den mittelgrossen Werten geben auch die Aktien von Helvetia Baloise leicht nach (-0,1%). Der Versicherer wird kommende Woche erstmals seit dem Zusammenschluss Zahlen vorlegen.

Derweil hat Bossard (+5,1%) bereits über die jüngste Geschäftsentwicklung berichtet. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal lassen eine gewisse Stabilisierung erkennen.

Überdurchschnittlich stark nach oben geht es auch für Bachem (+3,5%), nachdem Barclays das Kursziel erhöht hat. (awp/mc/ps)

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