CH-Verlauf: Keine Wagnisse zum Wochenschluss

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Von Friedens-Euphorie ist an den Aktienmärkten zum Wochenschluss nichts zu spüren. Nach einem eher zurückhaltenden Start notiert der SMI noch knapp im Plus. An den europäischen Börsen sieht es ähnlich aus. Zwar haben sowohl der Iran als auch die USA das gemeinsame Abkommen zur Beendigung des Krieges unterschrieben und es trat nach pakistanischen Angaben mit «sofortiger Wirkung» in Kraft.

Allerdings ist die Lage nach wie vor nicht klar. Wie ein Händler sagt, war der Krieg im Nahen Osten nur für wenige Stunden aus den Köpfen der Anleger verschwunden. «Der Iran will nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit den USA nicht weiter verhandeln, wodurch sich eine erneute militärische Eskalation in der Region abzeichnet.» Letztlich hätten bereits die vergangenen Wochen gezeigt, wie weit und schwer der Weg zu einem Frieden sei – das habe sich mit der Unterzeichnung nicht geändert.

Ein Blick auf die Ölpreise zeigt auch, dass die Lage alles andere als beruhigt ist: Nachdem die Ölpreise mit der Unterzeichnung zunächst auf neue Mehrmonatstiefs gefallen waren, kehrte sich dieser «Abwärtstrend um, da neue israelische Luftangriffe im Südlibanon gegen die Hisbollah den Waffenstillstand weiterhin fragil erscheinen liessen und Vizepräsident JD Vance ungewöhnlich direkte Warnungen an Israel richtete, den Friedensprozess zu respektieren», fasst ein weiterer Börsianer die Lage zusammen.

Gewinner und Verlierer ausgeglichen

Der Leitindex SMI weist gegen 11.20 Uhr ein knappes Plus von 0,04 Prozent auf 13’770,70 Punkte aus. Dabei halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Derweil gibt der SMIM der mittelgrossen Werte um 0,38 Prozent auf 3090,39 Punkte nach, während der breite SPI bei auf 19’460,58 Zähler (-0,01%) auf der Stelle tritt.

«Der heutige Handelstag dürfte vom dreifachen Verfallstermin an den europäischen Terminbörsen geprägt sein, der sich durch ein höheres Handelsvolumen und eventuell eine höhere Volatilität bei Einzelwerten auszeichnen könnte», ergänzt ein Marktteilnehmer. Die Anleger in den USA haben den «Hexensabbat» bereits hinter sich und bleiben dem heutigen Handel feiertagsbedingt fern. Dadurch dürfte sich auch das Geschehen an den europäischen Finanzplätzen spätestens am Nachmittag dann wieder beruhigen.

Das Gewinnerfeld führen Givaudan, Alcon und Novartis mit Gewinnen von bis zu 1,5 Prozent an. Bei Givaudan heben verschiedene Analysten im Vorfeld der anstehenden Halbjahreszahlen ihre Kursziele an.

Neben dem Schwergewicht Novartis kann auch Nestlé (+0,2%) den Markt nach unten abstützen. Roche (-0,3%) setzen hingegen die Vortagesschwäche fort.

An der Wall Street wiederum stehe die KI-Rally erneut auf dem Prüfstand, sagt ein Händler. Eine Woche nach dem viel beachteten SpaceX-Börsengang sei die anfängliche Euphorie zunächst einer nüchterneren Betrachtung gewichen. Erste Gewinnmitnahmen und kritischere Bewertungen der ambitionierten Wachstumsfantasien deuteten womöglich darauf hin, dass die Risikofreude nicht mehr grenzenlos ist.

Von den hiesigen Techwerten verlieren Logitech 0,2 Prozent. Comet und Inficon in den hinteren Reihen verteuern sich um 0,5 bzw. 0,2 Prozent und VAT fallen gar um 0,6 Prozent zurück. Mit Blick auf die Branche gebe es viele offene Fragen hinsichtlich der Investitionsausgaben, so ein Händler. Zudem seien die Bewertungen überzogen, und die Phase des «leichten Geldes» scheine vorerst vorüber zu sein.

Bei Amrize (-2,9%) und der UBS (-1,5%) lasten Analystenkommentare auf den Kursen. Zu Amrize äussern sich die Experten von Jefferies vorsichtig mit Blick auf die anstehenden Halbjahreszahlen. Die UBS wiederum leidet zusammen mit Julius Bär (-2,4%) unter einer Herunterstufung durch KBW.

In den hinteren Reihen geben derweil Idorsia (-6,2%) einen Teil von dem Vortages-Kurssprung (+26%) wieder ab. Am Markt war auf einen Blog-Beitrag verwiesen worden, in dem ein Hoffnungsträger des Biotech-Unternehmens Thema ist. (awp/mc/pg)

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