CH-Schluss: SMI verliert 0,6% auf 8’375 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag die Abwärtsbewegung vom Vortag fortgesetzt. Belastet wurde die Stimmung an den Märkten von der Ernüchterung nach dem Medienauftritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump vom Mittwochabend. Beobachter zeigten sich insbesondere enttäuscht, dass dieser kaum weitere Angaben zu seiner erwarteten stimulierenden Wirtschaftspolitik machte. Für Unruhe sorgte dafür die scharfe Kritik Trumps an den US-Medikamentenpreisen, die auch die hiesigen Pharmaaktien belastete.

Das Aktien-Rally der vergangenen Wochen sei grösstenteils dem sogenannten «Trump-Effekt» zugeschrieben worden, kommentierte ein Marktbeobachter. Nun müsse sich zeigen, wie lange die Marktteilnehmer noch zuversichtlich blieben, dass der künftige US-Präsident seine Ankündigungen tatsächlich einlöse. Für eine positive Überraschung am Schweizer Markt sorgte dagegen der Luxusgüterkonzern Richemont mit einem starken Quartalsbericht.

Bei Börsenschluss notierte der Swiss Market Index (SMI) 0,62% tiefer bei 8’375,02 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 0,28% auf 1’329,78 nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,58% auf 9’127,74 Stellen nachgab. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen deren 20 im Minus und zehn im Plus.

Starke Kursabschläge mussten die Pharmawerte Novartis (-2,2%) und Roche (-2,0%) sowie Galenica (-2,3%) hinnehmen. Auf den Titeln lasteten die Äusserungen des künftigen US-Präsidenten Trump, der den Pharmaunternehmen vorwarf, bei der Preisgestaltung «über Leichen» zu gehen. Am Schweizer Markt standen zudem die Titel des Pharmazulieferers Lonza (-1,0%) und des Medizinaltechnikers Sonova (-0,6%) unter Druck.

Leicht im Plus schlossen die Titel der von Johnson&Johnson umworbenen Actelion (+0,1%). Laut einem Agenturbericht soll sich das Baselbieter Unternehmen mit dem US-Konzern auf einen vorläufigen Übernahmepreis geeinigt haben. Derzeit werde aber weiter über den Wert einer zu separierenden Einheit mit den Forschungs- und Entwicklungsteilen von Actelion verhandelt. Ein Deal könnte noch in diesem Monat zustande kommen, hiess es.

Bei den Grossbankentiteln erlitten die seit Jahresbeginn bereits sehr gut gelaufenen CS (-2,4%) nun deutlich, UBS (-0,3%) dagegen moderat nach. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist die UBS im Steuerstreit mit Frankreich mit einem Einspruch gegen eine Milliarden-Kaution gescheitert. Zuspruch erhielten UBS am Berichtstag vom Aktienresearch der Société Générale, das sein Rating für die Titel auf «Buy» von «Hold» anhob, für die CS-Titel dagegen beim Votum «Sell» blieb. Zudem stuften die Analysten der französischen Bank die Titel des Versicherungskonzern Zurich (-1,4%) auf «Sell» von «Neutral» herab.

Einen veritablen Kurssprung vollführten dagegen die Aktien (+8,6%) des Uhren- und Schmuckkonzerns Richemont dank eines überzeugenden Zwischenberichts. Richemont konnte den Umsatz im Weihnachtsquartal nicht nur stabilisieren, sondern entgegen den Erwartungen sogar noch beschleunigen. Entsprechend zeigten sich die Analysten von den Zahlen beeindruckt. Im Sog der Richemont-Titel legten auch die Titel der Konkurrentin Swatch (+5,5%) stark zu.

Zu den weiteren Gewinnern im SMI gehörten auch die Adecco-Aktien (+0,6%), die vom Aktienresearch der Deutschen Bank auf «Hold» von bisher «Sell» heraufgestuft werden. In einer Sektorstudie verwies der zuständige Analyst auf einen besseren Ausblick für den Personalvermittlungsmarkt in den grossen Volkswirtschaften.

Am breiten Markt zogen die Titel der Industrieunternehmen Bossard (+0,5%) und VAT (+1,5%) nach der Publikation von Umsatzzahlen an. Der Private Equity-Spezialist Partners Group (+0,8%) vermeldete für 2016 weiter ansteigende Neugelder. Schlecht kam bei den Investoren dagegen eine Ankündigung des Chiphersteller U-Blox (-13%) an, die eigenen Umsatzerwartungen für 2016 zu verfehlen. (awp/mc/upd/ps)

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