CH-Verlauf: SMI mit Kursplus – Anleger bleiben vorsichtig

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt entwickelt sich am Dienstag freundlich. Allerdings hat der anfängliche Schwung bis am späten Vormittag etwas nachgelassen. Die Stimmung bleibt jedoch angesichts geopolitischer Risiken und der US-Handelspolitik vorsichtig. Die Anleger würden im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank in Deckung bleiben, heisst es am Markt.

Die grosse Mehrheit der Marktbeobachter geht davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen in dieser Woche unverändert belässt. Gleichzeitig könnte sich jedoch eine Vorentscheidung über die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell abzeichnen. Belastend wirken zudem die anhaltenden Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik sowie das Risiko eines erneuten Regierungsstillstands in den USA. Auf Unternehmensseite startet mit Apple, Meta, Microsoft und Tesla eine Reihe von US-Schwergewichten in die Berichtssaison. Hierzulande legt mit Logitech am Dienstag nachbörslich das erste von insgesamt fünf SMI-Unternehmen Zahlen vor, gefolgt von Lonza, ABB, Givaudan und Roche in den kommenden zwei Tagen.

Der SMI gewinnt gegen 10.45 Uhr 0,39 Prozent hinzu auf 13’193,62 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI steigt um 0,40 Prozent auf 2136,37 und der breite SPI legt ebenfalls um 0,40 Prozent auf 18’261,41 Zähler zu. Im SLI haben die Gewinner (22) dabei zahlenmässig klar die Nase vorn. Acht Titel geben nach.

Deutlich im Plus liegen Finanzwerte wie Julius Bär (+2,0%) und Partners Group (+1,5%). Derweil bewegen sich die Aktien der Grossbank UBS (+0,4%) in etwa mit dem Markt.

Als Stützen für den Markt erweisen sich auch die Pharmariesen Roche und Novartis (beide +0,4%). Neben einer Branchenstudie der Citigroup, in der beide Titel mit «Buy» wieder aufgenommen wurden, sorgen bei Roche zudem positive Studienergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten gegen starkes Übergewicht für Auftrieb. Darüber hinaus erwarten Analysten, dass der Pharmakonzern im vergangenen Geschäftsjahr im Rahmen der eigenen Zielsetzung gewachsen ist.

Gefragt sich zudem ABB (+1,5%), die von einer Hochstufung auf «Buy» durch Kepler Cheuvreux profitieren. Wenn der Konzern am Donnerstab sein Zahlen vorlegt, wird er dies das erste Mal in der neuen Konzernaufstellung tun – also ohne die verkaufte Robotics-Sparte. ABB besteht nun aus den Sparten Electrification, Motion und Automation. Tendenziell gehen die Experten davon aus, dass ABB auch im vierten Quartal Rückenwind vom Rechenzentren-Boom und einer gestiegenen Nachfrage der Versorger hatte, während das Geschäft im chinesischen Wohnimmobilienmarkt erneut geschwächelt haben dürfte.

Geschlossen fester notieren auch die Versicherer. So gewinnen Swiss Life, Swiss Re, Zurich und Helvetia Baloise bis zu 1,1 Prozent hinzu. Sie machen damit einen Teil ihrer jüngsten Schwäche wieder wett.

Am Tabellenende stehen hingegen Sonova (-2,6%), wo Marktteilnehmer auf mögliche Gewinnmitnahmen nach der soliden Kursentwicklung seit Jahresbeginn verweisen.

Überdurchschnittliche Gewinne verzeichnen zudem Titel aus dem Halbleitersektor. So legen unter den Blue Chips VAT um 1,1 Prozent zu. In der zweiten Reihe verteuern sich Comet (+4,2%) und Inficon (+1,1%) ebenfalls überdurchschnittlich, nachdem sich die Anzeichen für eine Erholung des Sektors weiter vermehren.

Mit regelrechten Kurssprüngen stechen derweil Siegfried (+10,6%) hervor. Der Pharmazulieferer hatte die Übernahme von drei Produktionsstandorten für Wirkstoffe in den USA und Australien bekannt gegeben.

Auch Gurit, deren Aktien um 12,5 Prozent nach oben springen, stehen im Fokus. Die Zürcher Kantonalbank verweist in einer Studie auf deutliche Fortschritte bei der Restrukturierung und stuft die Titel gleich doppelt hoch.

Zu den grössten Verlierern zählen hingegen Meier Tobler (-8,5%), nachdem das Haustechnikunternehmen enttäuschende Vorabzahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht hatte. (awp/mc/ps)

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