CH-Schluss: SMI schliesst vor Fed-Entscheid schwächer

Boerse

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch vor dem am späten Abend anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed schwächer geschlossen. Vor allem Abgaben der schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche zogen die Indizes ins Minus. Vor der Fed-Sitzung seien wohl auch viele Käufer dem Markt ferngeblieben, um nicht noch auf dem falschen Fuss erwischt zu werden, hiess es.

Die meisten Beobachter gingen davon aus, dass das Fed den Leitzins um weitere 0,75 Prozentpunkte erhöht. Wichtig seien aber auch Anhaltspunkte darüber, wann die Notenbank den Straffungszyklus beenden könnte, meinte ein Analyst. Angeheizt wurde die Nervosität am Markt zudem von Wladimir Putins Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland und den angekündigten Referenden in den besetzten Gebieten, die eine neue Eskalation des Ukraine-Kriegs bedeuten dürfte.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss schliesslich 0,45 Prozent im Minus auf 10’429,40 Punkten, wobei sich der Leitindex den ganzen Tag über dem bisherigen Jahrestief bei 10’350 Punkten halten konnte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab um 0,20 Prozent auf 1588,81 Punkte zurück und der breite SPI um 0,23 Prozent auf 13’380,41 Punkte. Im SLI kamen schlossen 19 Titel im Minus und 11 im Plus.

Die grössten Abgaben entfielen auf Richemont (-1,6% oder -1,65 Fr.), allerdings wurden die Titel des Luxusgüterherstellers ohne Dividende von 3,25 Franken gehandelt. Mit den Titeln des Rivalen Swatch (+0,09%) ging es am Mittwoch leicht aufwärts.

Belastet wurde der Markt dagegen von den Abgaben der Pharmariesen Novartis (-1,4%) sowie Roche (-1,0%). Novartis kündigte am Mittwoch an, das Patent für ein Dosierungsschema seines Blockbusters Gilenya für die Behandlung von Multipler Sklerose vor dem obersten US-Gerichtshof zu verteidigen. Sollten generische Versionen auf den Markt kommen, rechne der Konzern für 2022 mit einer Umsatzeinbusse von 0,3 Milliarden US-Dollar.

Schwach zeigten sich zudem die Versicherungstitel. Stark unter Druck standen vor allem die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (-1,2%), aber auch die Erstversicherungstitel Swiss Life (-0,8%) und Zurich (-0,5%) mussten Verluste hinnehmen.

Deutlich im Minus schlossen einmal mehr auch die Titel der Privatmarktspezialistin Partners Group (-0,8%). Knapp im Minus beendeten auch die Titel der Privatbank Julius Bär (-0,04%) den Handel. Das Geldhaus gab am Mittwoch den Einstieg ins chinesische Onshore-Geschäft bekannt.

Bei den Grossbanken schlossen UBS (-0,1%) leicht schwächer, während Credit Suisse (+0,4% auf 4,92 Fr.) zulegten. Die Aktien der gebeutelten Grossbank erhielten Unterstützung von der RBC (Royal Bank of Canada). Die zuständige Analystin hat das Kursziel für die CS auf 6,60 Fr. von bisher 6,00 erhöht.

Zu den Tagesgewinnern gehörten die unlängst aus dem Leitindex SMI gefallenen SGS (+1,1%) ebenso wie die im laufenden Jahr stark unter Druck geratenen AMS-Osram (+1,2%). Mit klaren Gewinnen schliessen konnte auch eine Reihe weiterer Zykliker, darunter Sika und VAT (beide +1,7%) sowie Geberit (+2,0%).

Am breiten Markt stachen die Aktien von Aryzta (-8,9%) mit deutlichen Abgaben hervor. Die ZKB senkte ihre Empfehlung für den Backwarenhersteller auf «Marktgewichten» von «Übergewichten». Der zuständige Analyst bezeichnet die firmeneigenen Mittelfristziele als ambitioniert.

Schwächer schlossen auch die Aktien des Allschwiler Biotechunternehmens Idorsia (-2,2%). Die Analysten von Morgan Stanley senkten die Einstufung für die Idorsia-Titel auf «Underweight» von «Equal-weight». Sie bemängelten insbesondere die unter den Erwartungen liegende Akzeptanz des in den USA lancierten Schlafmittels Quviviq.

Zulegen konnten die Titel des Zugbauers Stadler Rail (+1,0%), der am Vorabend an einer Berliner Messe neue Aufträge ankündigte. Bachem (+4,8%) legten weiter zu, nachdem der Kurs bereits am Vortag nach Grossaufträgen für den Peptidspezialisten in die Höhe geschossen war. (awp/mc/pg)

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