CH-Eröffnung: SMI von Verkaufswelle erfasst

Börse

(KI-generiert)

Zürich – Auf die blaue Welle zur Wochenmitte folgt zum heutigen Wochenschluss dann die rote Welle. Tiefrote Vorgaben der Wall Street und aus Asien lassen auch den an sich defensiven Schweizer Aktienmarkt nicht kalt. In den USA ist der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Vortag so stark eingebrochen wie seit dem Corona-Crash im März 2020 nicht mehr. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Technologielastige Börsen in Asien wie Südkorea und Japan sacken zum Wochenschluss ebenfalls deutlich ab. «Investoren strömten alle gleichzeitig zum Ausgang», fasst eine Händlerin zusammen.

Die Konsolidierung an den internationalen Aktienmärkten gewinnt zunehmend an Dynamik. Besonders der Halbleiter- und KI-Sektor gerät unter erheblichen Verkaufsdruck. «Die Anleger erkennen, dass sich mit den US-Zwischenwahlen auch die politischen Rahmenbedingungen für den KI-Boom verändern könnten», kommentiert ein Händler. Durch neue Mehrheitsverhältnisse geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand. Damit wachse die Unsicherheit über den künftigen Investitionsbedarf. «Ausgerechnet an ihrer empfindlichsten Stelle, den milliardenschweren Investitionen in die KI-Infrastruktur, könnte die Branche nun Gegenwind bekommen.» Zudem steht am Nachmittag in den USA mit dem monatlichen Arbeitsmarktreport noch ein wichtiger Treiber an. Es sei mit volatilen Entwicklungen am Aktienmarkt zu rechnen, prognostiziert ein Stratege.

SMI mit deutlichen Verlusten

Der SMI sackt gegen 09.15 Uhr um 1,51 Prozent ab auf 14’740,96 Punkte. Alle 20 Einzelwerte geben nach. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 1,49 Prozent auf 3220,85 Punkte zu und der breite SPI um 1,48 Prozent auf 22’772,66 Punkte.

Im Blue-Chip-Index reicht die Abgaben-Spanne von -0,3 Prozent bei Logitech bis -2,6 Prozent bei Swiss Re. Auch in den hinteren Reihen halten sich einige der Tech-Werte überraschend gut. So gewinnen AMS Osram um 0,9 Prozent hinzu. Allerdings waren sie am Vortag zweistellig in den Keller gerauscht. Auch Huber+Suhner (+0,4%) oder Inficon (-0,8%) halten sich besser als der Markt, während VAT oder Comet in etwas mit dem Markt fallen.

Zudem bewegen noch zahlreiche Analystenkommentare: Kühne+Nagel (-3,1%) etwa wurden von Goldman Sachs heruntergestuft und auch bei Sonova (-2,6%) hat RBC das Rating gesenkt.

Nachrichten lieferten allerdings vor allem Werte aus den hinteren Reihen. Besonders stechen da Medacta (-10%) mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr hervor. Bei Aryzta (-1,5%) geht unterdessen Finanzchef Martin Huber. Er wird eine andere Führungsaufgabe ausserhalb des Unternehmens übernehmen. (awp/mc/pg)

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