CH-Verlauf: SMI per Saldo wenig verändert

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht gemessen am Leitindex SMI am Donnerstag kurz vor Mittag wenig verändert mit leicht negativer Tendenz. Nach einer verhaltenen Eröffnung hat er mit Unterstützung von Nestlé aber auch schon positives Terrain gesehen. Dass es zuletzt wieder etwas nach unten ging, ist vor allem den schwächelnden Pharmaschwergewichten geschuldet.

Geprägt wird das Geschehen vom Zinsentscheid der US-Notenbank vom Vorabend. Weniger deren Entscheid, die Zinsen unverändert zu lassen, sorgt für eine gewisse Verunsicherung, als vielmehr die unklare Kommunikation des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Sein Ansatz, auf jede Form der Forward Guidance zu verzichten, mache eine schlüssige Analyse der Fed-Politik für die Märkte extrem schwierig, so der Tenor in Börsenkreisen.

Nach der erneuten Verlängerung der Zinspause durch das Fed gehen Experten dennoch weiterhin mehrheitlich davon aus, dass das Fed den Leitzins bei der kommenden Sitzung erhöhen wird, auch wenn die Mehrheit nicht mehr so klar ist. Denn vermehrt weisen Kritiker darauf hin, dass mit einer Zinserhöhung nicht die Hauptursache der Inflation bekämpft würde – denn ein Ende der Energiekrise sei erst bei einer dauerhaften Lösung im Nahost-Konflikt absehbar. Und eine solche Lösung zeichnet sich weiterhin nicht ab, wie der erneute militärische Schlagabtausch am persischen Gold in der Nacht auf Donnerstag gezeigt hat.

Ölpreis wieder auf höherem Niveau
Der Ölpreis hat vorerst relativ zurückhaltend auf die neuen Aggressionen zwischen den USA und Iran reagiert, befindet sich mittlerweile aber wieder klar über dem Zwischentief vom Dienstag bei unter 84 US-Dollar. Immerhin liegt der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent mit aktuell rund 92 Dollar ein Stück weit entfernt vom Hoch der Vorwoche bei knapp 102 Dollar.

Der Leitindex SMI steht um 10.55 Uhr 0,10 Prozent tiefer bei 14’472,11 Punkten. Er steht damit knapp 180 Punkte unter dem neuen Rekordhoch vom Vortag. Innerhalb des SMI überwiegen die Gewinner mittlerweile die Verlierer mit 13 zu 7. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte legt hingegen 0,94 Prozent auf 3163,11 Punkte zu und der breite SPI 0,19 Prozent auf 20’348,68 Punkte.

An der SMI-Tabellenspitze liegen derzeit Holcim (+2,2%) im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom morgigen Freitag. Sie liegen damit unverändert innerhalb des seit Juni gültigen Handelsbands zwischen 72 und 77 Franken.

Ähnlich stark legen noch Givaudan (+2,1%) zu, gestützt von starken Zahlen des Konkurrenten DSM-Firmenich, dessen Aktien gar um knapp 12 Prozent in die Höhe schnellen.

Weitere klare Gewinner sind Kühne+Nagel (+1,8%), Richemont (+1,0%) und Nestlé (+1,1%), welche damit auch dem Gesamtmarkt eine gute Stütze sind. Auf dem aktuellen Niveau haben Nestlé damit gut die Hälfte des Absturzes von 8 Prozent am letzten Donnerstag bereits wieder aufgeholt. Hintergrund für den Kurssturz letzte Woche waren bekanntlich die Halbjahreszahlen. Diese waren zwar gar nicht so schlecht, aber Investoren hatten sich schlicht mehr positive News erhofft.

Für das knappe Minus im SMI sind insbesondere Roche und Novartis zuständig, welche zuletzt etwas abgerutscht sind und 1,3, bzw. 1,1 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vorabend liegen. Auch UBS (-0,8%) gehören zu den Verlierern, womit sie die Avancen es Vortages im Anschluss an die Halbjahreszahlen wieder hergeben.

Mit Abstand die grössten Einbussen erleiden jedoch Logitech (-4,7%). Diese werden ihrem Ruf als einer der volatilsten Blue Chips einmal mehr gerecht. Nach den Zahlen vom Dienstagabend sackten die Aktien am Mittwoch im frühen Geschäft um beinahe 10 Prozent ab, schlossen aber letztlich knapp im Plus. Am Berichtstag werden die Titel von einer Rückstufung durch Research Partners auf «Halten» von «Kaufen» gebremst sowie von einer Kurszielsenkung der Deutschen Bank.

Hauptgrund für das deutliche Plus im SMIM sind derweil Galderma (+3,8% auf 183,75 Fr.), die von einer Hochstufung mit Kursziel 210 Franken durch Morgan Stanley profitieren. Ausserdem brechen Clariant mit einem Plus von aktuell gut 17 Prozent nach oben aus, getrieben vom Erfolg vor einem Gericht in Amsterdam, dass eine Schadensersatzklage von Shell zurückgewiesen hat.

Im sonstigen breiten Markt ziehen Inficon (+3,4%), Zehnder (+7,7%) und Bachem (+5,6%) nach Zahlen kräftig an, wogegen Bucher Industries (-4,3%) unter Druck stehen. (awp/mc/ps)

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