Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt geben die Kurse zum Wochenschluss überwiegend nach. Auf Wochensicht steuert er dennoch auf ein Plus von etwa 0,9 Prozent zu. Vor dem Wochenende agierten Anleger im Schatten unberechenbarer geopolitischer Risiken, sagte ein Händler. Niemand wolle sich in dem aktuellen Umfeld mit den zahlreichen Unruheherden zu weit aus dem Fenster lehnen.
Letztlich bekämen Anleger angesichts der hohen Bewertungen im US-Technologiesektor zunehmend kalte Füsse, heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Zusätzlichen Gegenwind lieferten die anhaltend hohen Energiepreise und die wachsenden Inflationssorgen. «Zwar ist der grosse Preisschock bislang ausgeblieben, doch die schleichenden Preissteigerungen werden für immer mehr Verbraucher spürbar.»
Generell fehlten derzeit überzeugende Argumente für neue Aktienkäufe. Die bisher uneinheitliche Berichtssaison zeige, dass viele Unternehmen mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hätten. «Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft der Anleger, hohe Bewertungen allein mit optimistischen Zukunftserwartungen zu rechtfertigen. Die Börsen brauchen inzwischen mehr als nur gute Nachrichten. Sie brauchen handfeste Belege für nachhaltiges Wachstum und eine Entspannung bei den grössten Risikofaktoren», heisst es weiter.
Der SMI verliert gegen 09.15 Uhr 0,36 Prozent auf 14’496,04 Punkte. Dabei stehen 11 Verlierern 9 Gewinner gegenüber. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 0,07 Prozent auf 3156,39 Punkte und der breite SPI um 0,29 Prozent auf 20’430,88 Punkte.
Unter den Blue Chips haben am Morgen Holcim (+5,1%) und Sika (-3,9%) Zahlen vorgelegt. Dabei hat Holcim Umsatz und Betriebsgewinn deutlich gesteigert und legt die Ziele für das Gesamtjahr teilweise erneut höher.
Berichtssaison geht weiter
Auch der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 weiter zugelegt. Sorgen bereitet Analysten jedoch das China-Geschäft.
Neben den beiden Zahlen-Werten ziehen noch Logitech und Amrize (beide +2,1%) klar an. Beide Unternehmen werden in der kommenden Woche mit Zahlen erwartet.
Im SMIM geben dagegen SGS (-0,4%) nach Umsatzzahlen leicht nach. Dabei bleibt der Warenprüf- und Inspektionskonzern auf Wachstumskurs und hat im dritten Quartal gar noch an Dynamik gewonnen.
Belimo (+4,3%) profitieren unterdessen von einer neu ausgesprochenen Kaufempfehlung der UBS. Dagegen nehmen Anleger bei Gurit (-6,3%) nach Zahlen Gewinne mit. (awp/mc/pg)
