CH-Schluss: SMI minimal im Plus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag minimal im Plus geschlossen. Der Leitindex SMI mäandrierte fast den ganzen Tag über in einer engen Bandbreite um den Schlusskurs vom Vortag. Nur am späteren Nachmittag vermochte er sich nach einem überraschend positiven Handelsbeginn in New York mit neuerlichen Rekordständen vorübergehend etwas deutlicher im positiven Bereich festzusetzen. Bei den einzelnen Blue Chips fielen hierzulande einzig Vifor Pharma etwas aus dem Rahmen.

Laut Analysten mangelt es derzeit an Impulsen, die einen weiteren Anstieg rechtfertigen würden. Vor den moderaten Verlusten am Montag hatte das wichtigste Schweizer Börsenbarometer neun Sitzungen in Folge im Plus beendet. Grundsätzlich sei das Bewertungsniveau an den Aktienmärkten weiter sehr hoch, was sie für Enttäuschungen etwas verletzlich mache, lautet daher der Tenor am Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,08% höher bei 9’162,33 Punkten, wobei er im Tageshoch (9’190 Punkte) wenige Zähler ans Intraday-Jahreshoch vom Vortag herankam. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste hingegen 0,02% auf 1’464,31 Zähler ein, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum um 0,05% auf 10’431,16 Zähler stieg. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 11 im Plus, 18 im Minus und einer (Swisscom) unverändert.

Bei den Blue Chips wiesen bei Handelsschluss einzig Vifor Pharma mit +2,0% eine Kursveränderung von mehr als 1% aus. Der vom Galenica-Konzern erst vor wenigen Monaten abgespaltene Pharmateil veröffentlichten erstmals Halbjahreszahlen und überraschten dabei positiv. Bereits wurde auch die Latte für das Gesamtjahr 2017 höher gelegt. Händler berichteten nun von aggressiven Deckungskäufen aus dem Ausland und erinnerten daran, dass die Papiere im Juli noch zu den häufigsten leerverkauften Aktien an der SIX gehört hätten.

Abgesehen davon verzeichnen Aryzta und ABB (je +0,8%) noch signifikante Gewinne. Im Fall von ABB meinten Händler, die Titel würden derzeit durch institutionelle Käufer gestützt. Diese hätten sich an die geschrumpften Grossaufträge gewöhnt. Ausserdem sei ein Switch von Siemens zum schwedisch-schweizerischen Konzern feststellbar, weil offenbar immer mehr Investoren von der «ewigen Baustelle» Siemens genug hätten.

Die grössten Verluste gingen derweil an Schindler (-0,8%), ohne dass zu diesem Titel Nachrichten vorlagen. Auch die Aktien von Julius Bär (-0,6%) gaben dahinter relativ deutlich nach. Dabei dürfte eine Neueinschätzung von Morgan Stanley für einige Gewinnmitnahmen gesorgt haben. So stufte die US-Bank das Papier auf ‹Equal Weight› zurück. Allerdings hatte die Aktie des Vermögensverwalters Bär in den letzten zwei Wochen (nach guten Halbjahreszahlen) insgesamt deutlich über 10% zugelegt. CS (-0,3%) und UBS (-0,2%) beendeten den Handelstag ebenfalls leicht im Minus.

Bei den Schwergewichten hielten sich Novartis (+0,5%) deutlich besser als Nestlé (+0,1%) und Roche (-0,1%).

Auch Adecco (+0,4%) und Zurich (-0,3%) fielen nicht stark auf. Die beiden Unternehmen werden dieser Woche (am Donnerstag) als einzige im Feld der Blue Chips noch Zahlen vorlegen.

Etwas mehr los war am breiten Markt. Vor allem Swissquote (+14%) vollführten nach Halbjahres-Zahlen einen regelrechten Kurssprung. Von einem «ausgezeichneten» oder «überraschend guten» Ergebnis war in Kommentaren die Rede.

Semesterzahlen gab es auch von Galenica (+2,0%), der BCGE (+0,6%) und von Oerlikon (-2,4%). Die von Oerlikon ausgewiesenen Zahlen lagen zwar allesamt über den durchschnittlichen Prognosen der Analysten; allerdings war die Aktie am Montag auf ein Mehrjahreshoch gestiegen, weshalb es nun offensichtlich zu Gewinnmitnahmen kam.

Abgesehen davon fielen am breiten Markt Elma (+6,8%) und die Bellevue Group (+3,6%) positiv auf, während Kardex (-3,9%), Santhera (-2,7%) oder Inficon (-2,5%) zu den grössten Verlieren zählten. (awp/mc/pd/ps)

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