CH-Verlauf: SMI zum Wochenschluss freundlich

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt trotzt am Freitag den zahlreichen negativen Einflüssen. Weder das erneute Zoll-Thema noch die weiter angespannte Lage in Nahost oder auch die steigenden Ölpreise können die Börsianer von ihrer Sehnsucht nach einer kleinen Erholung abbringen. Entsprechend versöhnlich präsentiert sich das Schweizer Kurstableau. Auch an den europäischen Märkten schütteln die Anleger die schwachen Vorgaben ab.

Die aktuellen Kursgewinne sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stimmung grundsätzlich von Vorsicht geprägt sei, hiess es. Ölpreise jenseits der 100 Dollar-Marke pro Fass schüren die Angst vor steigenden Zinsen. Immerhin hatte selbst die EZB am Vortag darauf hingewiesen, dass sie mit weiteren Preissteigerungen durch die hohen Energiepreise rechne. Ausserdem hat sich das ungeliebte Thema Strafzölle wieder auf die Agenda geschlichen: «US-Präsident Trump hat einen neuen Schritt zur Etablierung von Strafzöllen gegen 60 Länder, unter anderem aus der EU, unternommen. Das könnte erst der Anfang für weitere Massnahmen in diese Richtung sein», fasst ein Händler zusammen.

Hinzu gesellen sich die Sorgen um KI-Investitionen und die Kriegshandlungen in Nahost. US-Präsident Donald Trump setzte die Angriffe auf den Iran in der 13. Nacht in Folge fort und versucht im Konflikt um die Strasse von Hormus den Druck zu erhöhen. Verschärft wird die Lage von Angriffen der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer.

SMI im Plus

Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.10 Uhr 0,52 Prozent auf 14’288,44 Punkte hinzu. Dabei gewinnt die Mehrzahl (16) der enthaltenen Werte hinzu. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,79 Prozent auf 3090,10 Zähler und der breite SPI um 0,50 Prozent auf 20’032,060.

Schwergewicht Nestlé (+1,4%) und Kühne+Nagel (+1,2%) bauen mit ihren aktuellen Gewinnen einen Teil der Vortagesverluste ab. Beide Titel waren am Donnerstag nach Zahlen mit zum Teil deutlichen Abgaben aus dem Handel gegangen. Bei Nestlé waren es zum Handelsschluss 8 Prozent Kursverlust.

Auch Roche (+0,6%) sind erneut im Gewinnerfeld zu finden, nachdem sie dieses bereits am Donnerstag mit +5,1 Prozent nach Zahlen angeführt hatten.

Überraschende Muster

Derweil setzen Givaudan (-0,4%) die Kursschwäche nach den jüngsten Zahlen weiter fort. Sie waren am Vortag um 6 Prozent gefallen. Auch Logitech (-0,5%) sind im Verliererfeld zu finden. Der Computerzubehör-Hersteller dürfte kommende Woche relativ unspektakuläre Zahlen für sein erstes Geschäftsquartal vorlegen, sind sich Analysten einig. Angesichts der jüngsten Marktmuster dürfte die Börsenreaktion denn umso spannender sein.

Gerade mit Blick auf die Zahlen vom Vortag waren einige Marktteilnehmer nämlich etwas überrascht über die Börsenreaktionen. Immerhin hatten gerade Nestlé, Givaudan und Kühne+Nagel zum Teil sogar besser als erwartet abgeschnitten, die Kurse aber gaben kräftig nach. Es zeichne sich derzeit das Muster ab, dass positive Überraschungen meist nur mit einer Seitwärtsbewegung bedacht werden, während solide Zahlen im Rahmen der Erwartungen abgestraft werden.

Starke Ausschläge in den hinteren Reihen

Von den heutigen Zahlenkindern scheint auch SGS (-1,7%) in das Muster zu passen. Analysten bewerten die Halbjahreszahlen zwar grundsätzlich positiv. Nach dem guten Lauf der vergangenen Wochen führen Händler den Rücksetzer auf Gewinnmitnahmen und anhaltende Zollsorgen zurück.

Aus den hinteren Reihen fallen zunächst Schweiter (+5,1%), Vontobel (+1,0%), Orell Füssli (-5,3%) und Calida (-8,7%) nach Zahlen auf.

Bei Gurit (-11,5%) kommt der erneute Chef-Wechsel nicht gut an, während SFS (-7,6%) unter der Herunterstufung durch gleich zwei Häuser leiden. (awp/mc/pg)

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