CH-Schluss: SMI verliert 0,49% auf 9’060,49 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag mit einem Minus geschlossen und damit an die Kursverluste von Ende letzter Woche angeknüpft. Der Schweizer Leitindex SMI fand im Tagesverlauf allerdings nie eine klare Richtung, sondern bewegte sich auf zumeist tieferem Niveau zwischen knapp 9’060 und 9’120 Punkten auf und ab. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf Actelion und Syngenta, die (gerüchteweise) ins Visier ausländischer Konzerne geraten sind.

Das unklare Auf und Ab am Schweizer Aktienmarkt zeigt laut Händlern die Nervosität der Investoren. Ursache dafür gibt es gleich mehrere. So dauert die Hängepartie um Griechenland an: Am Montag gab es zwar neue gegenseitige Schuldzuweisungen, aber keinerlei Hinweise auf eine baldige Lösung. Am Mittwoch soll es in Brüssel zu einem nächsten Treffen zwischen dem griechischen Premier Alexis Tsipras sowie Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande kommen. Für weitere Unruhe sorgten die neuen Sanktionsdrohungen der G7 an die Adresse von Russland. Zudem belasten Zinsängste die Stimmung an den Märkten, die wegen der starken US-Jobdaten vom vergangenen Freitag aufkamen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,49% tiefer auf 9’060,49 Punkten damit in der Nähe des Tagestiefs. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,38% auf 1’359,95 Zähler nach und der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46% auf 9’211,23 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien 21 im Minus, sieben im Plus sowie SGS und Swiss Re unverändert.

Im Scheinwerferlicht standen den ganzen Tag über Actelion (+5,8% auf 139,60 CHF), nachdem das Unternehmen offenbar ins Visier des britischen Pharmakonzerns Shire geraten ist. Einem Medienbericht zufolge erwägen die Briten eine Übernahme für rund 12 Mrd GBP bzw. 160 CHF je Aktie. Analysten halten diese Spekulationen für plausibel. Schliesslich hätten die Manager von Shire in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, über grössere Firmenakquisitionen wachsen zu wollen. Die Actelion-Aktien notieren aktuell auf einem Allzeithoch.

Im Fokus waren ausserdem zu Wochenbeginn Syngenta (-1,6%), nachdem der Monsanto-Konzern die Übernahmeofferte um eine sogenannte «break-up fee» ergänzt hatte – sich also zu einer bestimmten Zahlung verpflichten würde, sollte die Übernahme nach Verhandlungsbeginn scheitern. Das Minus des Aktienkurses erklärten sich Händler mit Gewinnmitnahmen, weil Monsanto zugleich keine höhere Offerte abgab. Syngenta lehnt die Avancen der US-Amerikaner deshalb nach wie vor. Nichtsdestotrotz geben Analysten einem Zusammenschluss gute Chancen. Schon alleine die Tatsache, dass sich Monsanto nach der ersten Ablehnung so bald wieder bei Syngenta gemeldet habe, mache Hoffnungen, hiess es.

Daneben waren News am Berichtstag Mangelware. Auf der Gewinnerseite fanden sich nebst Actelion am Schluss des Tages unter anderem die Papiere der Credit Suisse (+0,7%) und Galenica (+0,6%). Galenica hält am Donnerstag einen Investorentag ab.

Auf der anderen Seite erlitten Aryzta (-2,4% auf 50,25 CHF) die grössten Verluste. Mit Vontobel hat eine weitere Bank das Kursziel gesenkt, nachdem der Backwarenkonzern letzte Woche enttäuschende Zwischenresultate geliefert und den Ausblick gesenkt hatte. Seit Anfang Jahr haben die Aryzta-Aktie über ein Drittel ihres Wertes eingebüsst – und tragen somit mit klarem Abstand die rote Laterne unter den Blue Chips.

Unter Druck standen auch ABB (-1,5%). Nachdem die Aktien in der vergangenen Woche mit dem Einstieg des Investors Cevian Capital um knapp 5% zugelegt hatten, dürften einige Anleger nun Kasse machen, meinten Analysten.

Belastet wurde der SMI auch von den drei Schwergewichten Novartis (-0,7%), Roche (-0,6%) und Nestlé (-0,4%). Bei letzteren drückten Meldungen auf den Kurs, wonach die indische Regierung wegen der mit Blei belasteten Nudeln Schadenersatz einfordern will.

Am breiten Markt zogen Dufry um 5,8% an. Marktteilnehmern zufolge trieben Spekulationen über eine Aufnahme in die MSCI-Indizes die Papiere an. Klare Gewinne verbuchten ausserdem Ypsomed (+5,1%) nach einem positiven Analystenkommentar. Logitech (-0,7%) gaben hingegen nach, nachdem das Unternehmen wegen eines Abschreibers für das Geschäftsjahr 2014/15 nur noch einen Minigewinn ausweisen kann. (awp/mc/upd/ps)

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