CH-Verlauf: Neues Kapitel in US-Handelspolitik sorgt für Unsicherheit

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(Adobe Stock)

Zürich – Investoren sind angesichts der neuesten Ausgangslage in puncto US-Handelspolitik merklich verunsichert. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag weite Teile der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle als rechtswidrig einstufte, holte dieser am Wochenende zum Gegenschlag aus und kündigte an, einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. «Da hier das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, müssen sich Anleger auch weiterhin auf erratische Kursbewegungen und eine anhaltend hohe Volatilität einstellen», fasst ein Händler zusammen.

Und auch wenn das Urteil des Supreme Court ein deutlicher Dämpfer für Trumps handelspolitische Alleingänge sei, markiere es keinesfalls das Ende des Protektionismus, heisst es in einem Kommentar der Helvetischen Bank. «Vielmehr leitet es eine neue Phase der Unsicherheit ein: Während die Justiz die Exekutive in ihre Schranken weist, nutzt Trump bereits neue gesetzliche Grauzonen aus.» Dennoch bleibe die Signalwirkung entscheidend: «Das Urteil beweist die Resilienz der US-Gewaltenteilung.» Für Handelspartner bedeute dies jedoch noch kein Aufatmen. Befeuert wird die Nervosität durch ein weiteres Thema – Iran. Der US-Aufmarsch im Nahen Osten werde von einem drastischen 15-tägigen Ultimatum an den Iran begleitet. Trump fordert eine sofortige Einigung im Atomstreit, um einen drohenden Militärschlag abzuwenden.

Der SMI notiert gegen 11.10 Uhr bei 13’862,42 Punkten (+0,02%) nahezu unverändert. Seine bisherige Handelsspanne reicht von 13’828 Punkten bis 13’883 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI fällt um 0,18 Prozent auf 2196,69 und der breite SPI um 0,19 Prozent auf 19’062,34 Zähler. Im SLI-Titel geben 18 Titel nach neun ziehen an und drei sind unverändert.

Die Unsicherheit der Investoren zieht sich aktuell durch verschiedene Anlageklassen hindurch. So ist etwa die bekannteste Kryptowährung Bitcoin teilweise unter die Marke von 65’000 US-Dollar gefallen. Unter Druck ist auch der US-Dollar geraten.

In diesem Umfeld vermag auch die aufgehellte Stimmung in der deutschen Wirtschaft die Investoren nicht umzustimmen. Das Ifo-Geschäftsklima hat sich im Februar stärker als erwartet verbessert.

Mit Abgaben von jeweils mehr als 2 Prozent führen Galderma, Partners Group und VAT das Verliererfeld an. Partners Group setzen damit die jüngste Schwäche im Zuge der KI-Sorgen fort. Neben VAT geben in den hinteren Reihen mit Inficon (-1,5%) und Comet (-1,1%) weitere Techwerte nach. In der Branche dürften die im Verlauf der Woche anstehenden Zahlen des Chip-Giganten Nvidia ein wichtiger Test sein.

Zudem fallen verschiedene Vertreter der Gesundheitsbranche zurück. So tendieren Sandoz, Sonova und Alcon mit Abgaben zwischen 1,4 und 0,4 Prozent schwächer. Sandoz und Alcon werden in dieser Woche Zahlen vorlegen. Bei Sonova dürfte die Umsatz-Guidance nachwirken, die Unternehmenschef Eric Bernard im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» gegeben hatte. Demnach dürften die Einnahmen am unteren Ende der in Aussicht gestellte Spanne zu liegen kommen.

An der Spitze des Kurstableaus wiederum sind Richemont, Swisscom und Zurich mit Aufschlägen von jeweils mehr als einem Prozent zu finden. Auch die übrigen Versicherer Swiss Re (+0,8%), Swiss Life (+0,5%) und Helvetia Baloise (+0,1%) sind auf den Einkaufslisten zu finden.

Etwas Unterstützung liefern auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis, die sich jeweils um 0,1 Prozent verteuern.

In den hinteren Reihen sacken Belimo (-9,7%) nach Zahlen ab. Die vorgelegten Ergebnisse lagen eher am unteren Ende der Erwartungen. Als leise Enttäuschungen werden in Marktkreisen die Dividende sowie der vorsichtige Ausblick wahrgenommen.

Dagegen schneller Leclanché um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Der Batteriehersteller erhält frische Mittel, nachdem er mit strategischen Partnern eine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen hat. (awp/mc/ps)

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