CH-Verlauf: Ins Minus gedreht – Banken schwach

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag bis zur Mittagsstunde in die Verlustzone gerutscht. Nach einem freundlichen Handelsstart seien die Anschlusskäufe ausgeblieben und dem Markt die Luft ausgegangen, sagten Marktbeobachter. Die Grossbankenaktien tendieren nach der Ergebnisvorlage der UBS deutlich schwächer.

Die Schuldenkrise in den USA habe wieder Oberhand gewonnen und beherrsche das Geschehen, hiess es im Handel. Eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der weltgrössten Volkswirtschaft werde diskutiert – und Unsicherheiten mögen die Marktteilnehmer gar nicht. Am Nachmittag steht eine ganze Reihe an amerikanischen Unternehmens- und Konjunkturzahlen an.

Um 12 Uhr verzeichnet der SMI ein Minus von 0,60% auf 5’981,38 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,55% auf 923,90 und der breite Gesamtmarkt (SPI) 0,50% auf 5’489,95 Punkte.

UBS (Aktie -3,0%) stehen nach Quartalszahlen im Fokus der Anleger. Die Grossbank hat im zweiten Quartal die Konsensschätzungen der Analysten teilweise deutlich verfehlt, insbesondere beim Gewinn und der Nettoneugeldentwicklung. Die Bank musste zudem einräumen, die ambitionierten mittelfristigen Ergebnisziele nicht zu erreichen und kündigte ein Sparprogramm an, mit dem die Kosten in den nächsten zwei bis drei Jahren 1,5 bis 2 Mrd CHF gedrückt werden sollen.

Im Schlepptau der UBS sinken die Aktien der Credit Suisse um 1,0%. Das Institut wird am Donnerstag die Zweitquartalszahlen zeigen. Auch bei der zweiten Grossbank wurde zuletzt eine massive Gewinnenttäuschung und ein bevorstehender Stellenabbau kolportiert. Julius Bär büssen 1,4% ein.

Einsam an die Spitze er SMI/SLI-Rangliste haben sich Weatherford mit einem Kursplus von 4,5% gesetzt. Das Erdöl-Serviceunternehmen hat im zweiten Quartal einen deutlichen Umsatz- und Gewinnschub verzeichnet und zeigt sich mit einer erhöhten Umsatzprognose auch für das Gesamtjahr zuversichtlich. Händler sprechen Deckungskäufen, welche die Papiere trieben.

Daneben zeigen sich einzig Actelion (+1,8%) mit deutlichen Aufschlägen. Die Papiere hatten am Vortag unter noch deutlicheren Einbussen gelitten. Auch andere defensive Aktien wie Swisscom (+0,6%), Novartis (-0,2%) oder Nestlé (-0,2%) schneiden besser als der Gesamtmarkt ab, während Roche sich um deutliche 0,9% verbilligen.

Im Vorfeld der Ergebnispublikation vom morgigen Mittwoch erhalten Clariant (-1,4%) und Lonza (-0,1%) keine Vorschusslorbeeren. Logitech (Aktie -2,6%) wird am Donnerstag die Quartalszahlen zeigen.

Zu Syngenta (-0,8%) sind im Nachgang der Ergebnispublikation vom letzten Freitag weitere Analystenkommentare eingetroffen. Mit SocGen, Nomura, Citigroup, JP Morgan und Macquarie haben fünf weitere Institute ihr Kursziel für den Agrochemiekonzern gesenkt.

Die Versicherer tendieren mit dem Markt: Swiss Life sinken um 0,3%, Baloise um 0,1%, ZFS um 0,6% und Swiss Re um 0,7%. Für Gesprächsstoff sorge ein Zeitungsartikel, wonach Europas Versicherer bei den neuen Aufsichts- und Eigenkapitalregeln der EU (Solvency II) auf eine Schonfrist von einem Jahr hoffen dürfen. Die neuen Regeln sollen erst per Anfang 2014 gelten, hiess es.

Im breiten Markt hat der Spezialchemiehersteller Sika Quartalszahlen gezeigt, die unter den Erwartungen lagen. Höhere Rohstoffpreise konnten nur teilweise kompensiert werden. Dennoch steigen die Sika-Papiere um 3,9%. Der Margendruck sollte dank Preiserhöhungen im Jahresverlauf aber abnehmen, und Sika dürfte auch weiterhin überdurchschnittlich wachsen, begründen Marktbeobachter die höheren Notierungen.

Bei Swissmetal (Aktie +0,9%) ist Fritz Rothenbühler als provisorischer Sachwalter für den Kupferprodukte-Hersteller eingesetzt worden. Seine Aufgabe besteht darin, die Geschäftstätigkeit des konkursbedrohten Unternehmens zu beaufsichtigen. (awp/mc/pg)

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