CH-Verlauf: SMI etwas fester – Kurssturz bei Gold und Silber verunsichert

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Montagvormittag gemessen am Leitindex SMI fester. Vor allem defensive Werte sind gesucht. Im Fokus steht derweil der Kurszerfall bei Gold und Silber. Dieser stimme die Anleger vorsichtig, da er an den Märkten weitere Kreise ziehen und sich generell auf die Finanzmärkte auswirken könnte, sagte ein Händler. Hintergrund der jüngsten Stimmungseintrübung ist Kevin Warsh, der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Nachfolger für den aktuellen US-Notenbankchef Jerome Powell. Dieser sei eher kein Vertreter schneller und starker Zinssenkungen, meinen Analysten. Daher sind die Erwartungen in Bezug auf Zinssenkungen zurückhaltender geworden, was wiederum die Verunsicherung an den Märkten ausgelöst und verstärkt habe.

Dabei seien wohl auch Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise bei den Edelmetallen gesetzt hätten, auf dem falschen Fuss erwischt worden. Diese müssen nun Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet – eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. «Und dies kann sich auch auf andere Märkte wie etwa Aktien negativ auswirken», so ein Händler. Damit halte die grosse Unsicherheit an den Märkten zu Beginn des neuen Monats noch an. Kursbewegende Impulse erwarten Marktteilnehmer diese Woche von den Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England am Donnerstag. Zudem stehen mit den US-Arbeitsmarktdaten auch wichtige Konjunkturzahlen auf der Agenda. Und auch von der Bilanzsaison gibt es Impulse

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 0,55 Prozent höher auf 13’261,25 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI rückt um 0,41 Prozent vor auf 2128,47 und der breite SPI um 0,38 Prozent auf 18’288,77 Zähler. Im SLI rücken 19 Titel vor und elf geben nach.

Im Fokus stehen Julius Bär (-2,0%). Der Vermögensverwalter hat 2025 einen Gewinnrückgang verbucht. Dagegen legten die verwalteten Vermögen legten dank guter Aktienmärkte und weiterer Neugeldzuflüsse zu. Insgesamt haben «die Bären» den Marktkonsens beim Gewinn übertroffen und bei den verwalteten Vermögen in etwa erfüllt. Ein Haar in der Suppe sei, dass die Bank noch keine Aktienrückkäufe machen könne und dass nach den Abschreibern die Anleger eben zurückhaltend geworden seien, meint ein Händler. Mit Partners Group (-1,5%) verliert die Aktie eines weiteren Vermögensverwalters an Wert.

Dagegen legen die Anteile der Bär-Rivalin Vontobel (+0,3%), deren Zahlen am Freitag veröffentlicht werden, leicht zu. Die Aktien der UBS (-0,2%) halten sich vor dem am Mittwoch anstehenden Jahresergebnis ebenfalls besser.

Starke Abschläge gibt es beim Technologiewert VAT (-2,4%). Händler verweisen dabei auf Microsoft und SAP. Die Aktien dieser beiden Softwarekonzerne waren in der Vorwoche nach Zahlen massiv eingebrochen. Dies habe Bedenken im Technologiesektor ausgelöst. «Kaum jemand hätte gedacht, dass Aktien wie Microsoft oder auch SAP so schnell so viel verlieren könnten», sagt ein Händler.

Dies sorge quer durch die Halbleiterbranche für Gewinnmitnahmen, sagt ein Marktanalyst. So werden im Fahrwasser von VAT auch SoftwareOne (-1,6%), AMS Osram (-2,2%), Comet (-2,5%) und Inficon (-1,3%) abgestraft.

Auf der anderen Seite reiht sich der Luxusgüterhersteller Richemont (+2,5%) an der Spitze des SLI ein. Die Aktien von Swatch (-2,7%) büssen dagegen einen Teil der Gewinne vom Freitag nach dem guten Geschäftsausblick wieder ein. Händler sprechen von einem Favoritenwechsel.

Gefragt sind zudem Lindt & Sprüngli PS (+1,4%). Laut einer Studie der UBS dürfte der Schokoladehersteller von tieferen Kakaopreisen profitieren. Dies gilt zum Teil auch für Nestlé (+1,7%), die nach der jüngsten Kursflaute nun wieder kaufenswert erscheinen, wie es heisst.

Als Stützen des SMI erweisen sich ausserdem das weitere SMI-Schwergewichte Novartis (+1,0%). Der Pharmariese wird am Mittwoch über 2025 berichten. Roche (GS -0,6%) leiden dagegen unter Gewinnmitnahmen nach den Zahlen der Vorwoche.

Gekauft werden auch die Versicherer Zurich (+1,5%), Helvetia Baloise (+1,4%), Swiss Life (+1,3%) und Swiss Re (+1,0%). (awp/mc/ps)

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