CH-Verlauf: SMI fester – Volatiler Handel

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Freitag den Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort und tendiert nach wie vor fester. Von guten Vorgaben aus den USA und Asien getragen, startete der Leitindex SMI klar fester in den Handel. Daraufhin folgte ein leichtes Zwischentief, ehe der Index bis am Mittag bei 5’488 Punkten einen neuen Tageshöchstwert erreichte. Der Handel sei am dreifachen Optionsverfall («Hexensabbat») volatil und es sei weiterhin mit Auf-und-Ab-Bewegungen zu rechnen, meinten Marktbeobachter.

Die gute Stimmung an den Finanzmärkten wird von der Ankündigung der wichtigsten Notenbanken getragen, den Geschäftsbanken zusätzliche Dollar-Liquidität anzubieten. Auf die konzertierte Aktion der US-Notenbank, SNB, EZB und der Zentralbanken Grossbritanniens und Japans folgt nun in Polen ein Treffen der EU-Finanzminister und dem US-Finanzminister Timothy Geithner. Dass die Notenbanken und die Politiker nach gemeinsamen Lösungen in der Schuldenkrise suchen, sei ein ermutigendes Zeichen, hiess es.

Bis um 12.05 Uhr gewinnt der SMI 0,72% auf 5’472,68 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,90% auf 825,78 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,69% auf 4’991,67 Punkte. Der Euro tendiert zum Franken mit 1,2057 CHF weiterhin über dem Zielwert von 1,20 und der US-Dollar kostet 0,8734 CHF.

Bei den Blue Chips können zu Wochenschluss weiterhin Finanztitel und Zykliker stark zulegen. An der Spitze stehen Credit Suisse (+5,2%), UBS gewinnen 3,0%, Julius Bär geben dagegen um 0,5% nach. Bei den Versicherern stehen Swiss Life (+1,9%), Swiss Re (+1,4%) und ZFS (+1,9%) weit vorne in der SMI-Tabelle.

Die UBS-Aktien erholen sich von den starken Verlusten des Vortages (über 10%). Der Betrugsfall, der die Bank 2 Mrd USD kosten dürfte, hat weltweit hohe Wellen geschlagen. In der Nacht auf heute hat die Agentur Moody’s angekündigt, sie werde das Finanzstärke- und das langfristige Kreditrating auf eine Herabstufung hin überprüfen. Am Markt werde nun darüber spekuliert, ob das Investment Banking etwa über den Verkauf oder die Schliessung einzelner Aktivitäten redimensioniert wird.

Bei den Zyklikern klettern Lonza um 4,9% in die Höhe. Der Lifesciencekonzern plant eine Sekundärkotierung am Hauptsegment der Börse von Singapur. Ein entsprechender Antrag sei eingereicht worden und der Schritt signalisiere die langfristige Bindung des Unternehmens an diese Region, hiess es. Die Finanzierung der Übernahme des US-Unternehmens Arch sei auf gutem Wege und eine Kapitalerhöhung nicht geplant, versicherte ein Lonza-Sprecher gegenüber AWP.

Gleichzeitig ist für Lonza heute der letzte Handelstag im SMI. Die Titel tauschen ab Montag mit Givaudan (+0,3%) den Platz. Im SLI werden derweil die Partizipationsscheine von Schindler (-0,1%) die Papiere von Weatherford (-0,2%) ersetzen.

Nebst Lonza gewinnen bei den konjunkturabhängigen Aktien auch noch Kühne + Nagel (+2,7%), Adecco (+2,6%) oder Holcim (+2,5%) überdurchschnittlich dazu. Holcim erhält dabei von einer Studie der CS Unterstützung. Als positiv werden die sinkenden Energiekosten, der grosse Anteil der Emerging Markets oder der nun stabilere Schweizer Franken gesehen.

Die Luxusgüteraktien von Richemont (+1,4%) und der Swatch Group (+0,4%) haben sich im Tagesverlauf nach vorne gearbeitet. Presseberichten zufolge will China die Luxussteuern ab Ende Jahr offenbar zuerst auf Kosmetik, dann auf Kleider und Lederwaren senken, um damit den Konsum anzukurbeln. Gemäss früheren Meldungen seien Steuerreduktionen auf Uhren für Oktober im Gespräch, heisst es in einem Händlerkommentar.

Die Pharma-Schwergewichte Roche (-0,5%) und Novartis (+0,1%) notieren um die Schlussstände des Vortages. Nestlé steigen um immerhin 0,6%. Derweil reagieren Swisscom (+0,1%) nur beschränkt auf die News vom Morgen, dass der Telekomkonzern neue Glasfaserkooperationen – zumindest vorläufig – sistiert.

Im breiten Markt steigen die Aktien des Freiburger Spielautomaten- und Glücksspielkonzerns Escor um 8,1% auf 17,30 CHF. Der an der deutschen Börse kotierten Film- und Sportvermarkter Highlight Communications (noch kein Kurs) hat ein Übernahmeangebot zu 17,50 CHF je Aktie lanciert.

Veränderungen gibt es am kommenden Montag im SMIM. Lonza, Dufry (+2,8%) und Partners Group (+0,8%) kommen rein. Givaudan, Panalpina (+0,4%) und Barry Callebaut (-0,3%) fallen raus. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

Exit mobile version