CH-Schluss: Corona-Sorgen und schwache Roche trüben die Stimmung

Boerse

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt haben die Indizes am Mittwoch wieder schwächer geschlossen, nachdem der SMI am Vortag noch ein neues Jahreshoch erreicht hatte. Angesichts steigender Corona-Fälle und neuen Lockdowns in vielen Ländern sei die Verunsicherung der Investoren gestiegen, hiess es. Belastet wurde der Markt zudem von einer Schwäche der Roche-Titel.

Immerhin hätten besser als erwartete Konjunkturdaten in der EU gezeigt, dass es mit dem Aufwärtstrend der Börsen weitergehen könnte, hiess es am Markt. Am Nachmittag grenzten die hiesigen Indizes ihre Abgaben zudem dank Kursgewinnen an den US-Börsen noch ein. Getrieben wurden die erneuten Kursanstiege in den USA von weiter sinkenden Anleihenrenditen.

Der SMI ging 0,31 Prozent im Minus bei 11’063,87 Punkten aus dem Handel. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab 0,02 Prozent auf 1’795,09 Zähler nach und der breite SPI 0,27 Prozent auf 13’979,60 Punkte. Von den 30 Titeln im SLI schlossen 11 im Minus und 19 im Plus.

Deutlich nach unten gezogen wurden die Indizes von den schwachen Roche-Genussscheinen (-1,5%). Im Handel wurde auf enttäuschende Absatzstatistiken des Pharmakonzerns verwiesen, insbesondere für die beiden Medikamente Perjeta und Herceptin. Mit Abgaben schlossen aber auch die Aktien der weiteren SMI-Schwergewichte Novartis und Nestlé (beide -0,4%).

Die grössten Verluste im SMI/SLI entfielen auf die im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufenen Logitech-Titel (-3,1%). Stärkere Abgaben erlitten zudem einige weitere Zykliker wie Richemont (-1,0%), Sika (-0,9%) oder ABB (-0,8%). ABB wurden gemäss Händler von einer Herunterstufung durch den skandinavischen Finanzdienstleister DNB belastet.

Die Grossbankentitel UBS (+0,7%) und Credit Suisse (+0,5%) konnten im Handelsverlauf klar ins Plus drehen. Das Urteil im französischen Berufungsprozess gegen die UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung soll nun im September verkündet werden, wie am Mittwoch bekannt wurde. Die Staatsanwälte fordern eine Busse von mindestens 2 Milliarden Euro, zudem will der französische Staat Schadenersatz von 1 Milliarde Euro.

Kursgewinne verbuchten auch die Aktien des Bankensoftware-Spezialisten Temenos (+0,3%). Beobachter verwiesen auf positive charttechnische Voraussetzungen für den Titel. Das Unternehmen werde noch immer vom Markt unterschätzt, meinte ein Händler. So hätten die Zahlen für 2020 gezeigt, dass manche Sorgen von Anlegern übertrieben gewesen seien.

Die Aktien des Augenheilkunde-Spezialisten Alcon (+0,5%) drehten am Nachmittag mit dem Investorentag des Unternehmens klar ins Plus. Die Alcon-Verantwortlichen bekräftigten dabei die Unternehmens-Ziele für 2025. Für das zweite Halbjahr 2021 rechne man zudem mit einer Rückkehr des Marktes auf «Vor-Corona-Niveau», hiess es.

Klare Gewinne verzeichneten einige zyklische Titel wie Adecco (+0,9%), Kühne+Nagel (+1,6%), oder LafargeHolcim (+2,3%). Deutlich fester schlossen auch die Titel des Chipherstellers AMS (+1,3%). Die Aktien seien durch die am Vorabend angekündigten Ausbaupläne des Chip-Giganten Intel beflügelt worden, so ein Händler.

Die stärksten Gewinne unter den Bluechips entfielen auf die Aktien des Privatmarkt-Spezialisten Partners Group (+2,6%). Sie profitierten von einer Kurszielerhöhung und einem bekräftigten «Outperform»-Rating durch die CS-Analysten.

Am breiten Markt standen derweil die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (-7,0%) nach Ausgabe einer Wandelanleihe stark unter Druck. Analysten wiesen auf die weitere potenzielle Verwässerung des Aktienkapitals hin. Dazu komme die Verlängerung der Corona-Lockdowns in verschiedenen Ländern, welche die Reisebranche weiter belasten dürften. (awp/mc/pg)

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