CH-Verlauf: Solides Plus – Nobel Biocare überragend

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag die Gewinne aus dem frühen Geschäft verteidigt oder gar noch ausgebaut und steht um die Mittagszeit nur knapp unter dem Tageshoch. Die Marktteilnehmer befinden sich einerseits weiterhin im Bann der politischen Entwicklung in Europa, andererseits haben verschiedene Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt. Sehr gesucht sind darauf im Anschluss Nobel Biocare, wogegen Adecco unter die Räder kommen.

Getrieben werden die Märkte vor allem von den Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Ära Berlusconi in Italien. Ein Rücktritt von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi werde von den Märkten geradezu herbeigesehnt, hiess es dazu in Börsenkreisen. Italiens Ministerpräsident muss erneut um seine Mehrheit bangen. Am Nachmittag stimmt das Parlament in Rom über den Rechenschaftsbericht zu seinem Haushalt ab, wird dieser abgelehnt wird auch ein Rücktritt von Berlusconi erwartet. Darüber hinaus dürfte Griechenland im Tagesverlauf seine Übergangsregierung vorstellen.

Der SMI steigt bis um 12.00 Uhr um 1,05% auf 5’705,0 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) zieht um 1,25% auf 868,56 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,01% auf 5’195,18 Punkte.

Nobel Biocare (+11,7%) haben die bereits markanten Gewinne aus dem frühen Geschäft noch einmal ausgebaut, allerdings beläuft sich das Jahresminus auch mit diesen Avancen noch immer auf rund 33%. Das vom Hersteller von Premiumimplantaten für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2011 veröffentlichte Ergebnis liegt auf den Stufen Umsatz und EBIT am oberen Ende der Markterwartungen. Das Reinergebnis fällt hingegen etwas schwächer als befürchtet aus. Die Geschäftsentwicklung wird insgesamt als ermutigend beurteilt. Insbesondere in Nordamerika habe sich das Wachstum beschleunigt.

Auf der Gegenseite halten Adecco (-6,1%) als grösster Verlierer unter den Bluechips die rote Laterne. Das vom Westschweizer Stellenvermittler für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2011 veröffentlichte Ergebnis liegt sowohl beim Umsatz als auch auf den Stufen EBITA und EBIT hinter den Markterwartungen zurück. Auf Stufe Reingewinn gelingt Adecco hingegen mehr oder weniger eine Punktlandung auf den Konsensschätzungen. In Analystenkreisen wird das Quartalsergebnis in ersten Kommentaren als eher mässig bezeichnet.

Nebst Adecco geben einzig Actelion (-0,9%) nach, während Sonova und Lonza mit stabilen Kursen ebenfalls das Tabellenende zieren.

Unter der grossen Mehrheit der Gewinner führen Richemont (+2,7%), Swatch (+2,5%) und Givaudan (+2,3%) die Liste der Verfolger von Nobel Biocare an.

Auch CS (+2,2%) sind gut gesucht. Die Credit Suisse hat am Morgen bestätigt, dass die amerikanische Bundessteuerbehörde (IRS) ein Amtshilfegesuch eingereicht hat. Die Bank muss deshalb Daten über Kundenbeziehungen mit US-Personen an die Eidgenössische Steuerverwaltung ausliefern. Über den Umfang der auszuliefernden Daten und Dokumente, wollte ein Sprecher der Bank gegenüber AWP keine Angaben machen.

Offenbar gehe die Sache mit den US-Steuerbehörden schneller voran als gedacht, hiess es dazu in einem Kommentar der Bank Vontobel. Dies sei grundsätzlich positiv zu werten, da ein endgültiger Abschluss des Steuerstreits mit den USA so früher über die Bühne gehen könnte als prognostiziert.

Weitere Finanzwerte wie Swiss Re (+2,2%), ZFS (+1,8%), oder UBS (+1,3%) halten ebenfalls gut mit.

Im breiten Markt stehen Bobst 0,3% höher, gehandelt ist bereits deutlich mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Das Unternehmen hat am Morgen «drastische» Massnahmen auf der Kostenseite angekündigt. Der starke Schweizer Franken sowie die weltweit auf tiefem Niveau stagnierenden Nachfrage zwingen das Unternehmen dazu, den bereits laufenden Transformationsprozess zu beschleunigen. Dazu sollen 8% oder rund 420 Stellen abgebaut werden.

Nach Zahlen präsentieren sich zudem Huber+Suhner (-0,7%), Lem (+0,8%) und Luzerner KB (-0,2%) insgesamt wenig bewegt, wogegen Burckhardt Compression (+4,0%) ein gutes Stück vorrücken.

Für Uster Technologies (+10,6% auf 38,70 CHF) hat der japanische Textilmaschinenhersteller Toyota Industries Corporation (TICO) ein öffentliches Kaufangebot zu 38 CHF je Aktie lanciert, welches das Unternehmen allerdings umgehen zurückgewiesen hat. Das Angebot bewerte das Geschäft sowie die exzellenten Aussichten für das profitable Wachstum des Unternehmens signifikant zu tief. (awp/mc/pg)

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