Devisen: Euro zum Franken deutlich fester

Eurokurs

(Bild: © Niffylux - www.niffylux.com)

Frankfurt – Der Eurokurs hat am Freitag zum US-Dollar aber auch zum Franken eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Auslöser waren neuerliche Sorgen um die Stabilität der europäischen Banken, allen voran der Deutschen Bank. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1230 US-Dollar, nachdem sie zeitweise um einen halben Cent abgesackt war.

Gegenüber dem Franken erzielte der Euro nach dem Mittag massive Gewinne. Er stieg um beinahe eineinhalb Rappen und knackte die Marke von 1,09 CHF. Der starke Kursgewinn löste Vermutungen um eine Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus. So schreibt Swissquote-Analyst Peter Rosenstreich, dass die SNB in der Vergangenheit klar gemacht habe, dass sie eine weitere Aufwertung des Frankens auf jeden Fall verhindern wolle. Er rate den Händlern wachsam zu bleiben, da jede Absenkung des EUR/CHF-Paares eine weitere Intervention hervorrufen könnte. Eine Intervention wurde von Seiten der SNB jedoch nicht bestätigt.

Nach den starken Gewinnen des Morgen musste der US-Dollar nach dem Mittag zum Franken wieder etwas nachgeben. Er kostet am späten Nachmittag 0,9705 CHF.

Schlechte Stimmung an Börsen
Am Markt wurden die zeitweiligen Kursverluste des Euro vor allem mit der schlechten Stimmung an den Börsen begründet. Unter Druck standen vor allem Finanzwerte. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach einige Hedgefonds einen Teil ihrer überschüssigen Gelder bei der Deutschen Bank abgezogen haben. Dies löste neue Sorgen um Deutschlands grösste Bank aus. Ihr Aktienkurs fiel erstmals unter 10 Euro.

Am Nachmittag entspannte sich die Lage aber sichtlich. Verantwortlich waren Spekulationen, wonach eine aus den USA drohende Strafzahlung der Deutschen Bank deutlich niedriger ausfallen könnte als bisher erwartet. Die Strafandrohung in Höhe von bislang 14 Milliarden Dollar war einer der Hauptgründe, warum der Aktienkurs der Deutschen Bank in den vergangenen Tagen immer stärker unter Druck geraten war. Der Eurokurs leidet unter der Entwicklung, weil zunehmend Befürchtungen die Runde machen, es könnte zu einer neuen Bankenkrise kommen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86103 (0,86138) GBP und 113,09 (113,88) JPY fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1322,50 (1318,10) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 550,00 (37 230,00) Euro. (awp/mc/upd/ps)

Exit mobile version