Devisen: Euro behauptet sich über 1,02 US-Dollar

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(Photo by Ibrahim Boran on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro hat sich am Mittwoch zuletzt über 1,02 US-Dollar gehalten. Die Gemeinschaftswährung war im Handelsverlauf angesichts der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der Gaslieferungen aus Russland kurz auf ein Tagestief bei 1,0174 Dollar gefallen, bevor er sich wieder etwas erholte.

Auch zum Franken hatte sich die Gemeinschaftswährung kurzzeitig etwas abgeschwächt, kostet aktuell aber wieder 0,9914 Franken nach 0,9919 am Morgen. Kurzzeitig war der Euro bis auf 0,9882 Franken gesunken. Derweil wird der Dollar höher und zwar zu 0,9713 Franken gehandelt nach 0,9688 Franken im frühen Handel.

Weiterhin ist unklar, ob und in welchem Umfang am Donnerstag die Gaslieferungen aus Russland nach Abschluss der regulären technischen Überprüfungen an der Ostseepipeline Nord Stream 1 wieder aufgenommen werden. Aktuell steht angesichts der gegen Moskau verhängten Sanktionen im Zuge des Ukraine-Krieges die Frage im Raum, ob und wann Russland eine in Kanada reparierte Turbine zurückerhält.

Zur Wochenmitte rückte zudem die italienische Politik in den Mittelpunkt. Aktuell können Italien und Europa auf eine Fortsetzung der italienischen Regierung unter Mario Draghi hoffen. Der 74 Jahre alte Ministerpräsident forderte in einer Rede im Senat in Rom die zerstrittenen Regierungsparteien auf, ihn zu unterstützen. Damit würde er auf einen Rücktritt verzichten. Für Italien steht viel auf dem Spiel. Das Land muss wichtige Reformen im zweiten Halbjahr 2022 verabschieden, damit es die nächste Tranche an EU-Hilfsgeldern aus dem Corona-Wiederaufbaufonds in Milliardenhöhe erhält.

Die Anleger blickten ansonsten schon auf die mit Spannung erwartete EZB-Sitzung am Donnerstag. Bereits am Dienstag hatte die Aussicht auf einen deutlichen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank zur Bekämpfung der hohen Inflation den Euro um knapp einen Cent in die Höhe schnellen lassen. Der EZB-Rat dürfte den Einstieg in die geldpolitische Straffung beschliessen. Eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte gilt angesichts starker Signale der Zentralbank als ausgemachte Sache. Allerdings ist auch ein deutlicherer Schritt um einen halben Prozentpunkt nicht ausgeschlossen.

«Eine Zinserhöhung von 0,5 Prozentpunkten wäre vernünftig», schrieb Marko Behring, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank. Zwar hätten die Renditen italienischer, spanischer, portugiesischer und griechischer Staatsanleihen seit Jahresbeginn vor allem in Relation zu deutschen Staatsanleihen angezogen, doch das sei noch nicht besorgniserregend. Die relativen und absoluten Rendite-Niveaus südeuropäischer Anleihen lägen nach wie vor weit unter den Stressniveaus von vor gut zehn Jahren zum Höhepunkt der Staatsschuldenkrise.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85178 (0,85303) britische Pfund und 140,92 (141,01) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1710 Dollar gehandelt. Das waren etwa zwei Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/ps)

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