EU-Schluss: Kaum verändert

Paris – Die europäischen Börsen haben am Donnerstag überwiegend kaum verändert bis leicht im Minus geschlossen. Wie in den USA stand auch in Europa der immer noch ungelöste US-Haushaltsstreit im Fokus. Der EuroStoxx 50 ging nahezu unverändert mit minus 0,10 Prozent bei 2.627,66 Punkten aus dem Handel, nachdem er im frühen Geschäft bei knapp unter 2.639 Punkten ein 16-Monatshoch markiert hatte. Der Pariser Leitindex Cac 40 verlor ebenfalls 0,10 Prozent und beendete den Tag damit bei 3.643,13 Punkten. Der FTSE 100 Index büsste in London 0,27 Prozent auf 5.928,61 Punkte ein.

Die erste Euphorie nach der Ankündigung eines neuen Anleihe-Kaufprogramms durch die US-Notenbank Fed sei rasch verflogen, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Die verhärteten Fronten im Haushaltsstreit der USA hingegen würden zunehmend verunsichern, zumal auch Fed-Chef Ben Bernanke vor der fiskalischen Klippe gewarnt habe. Gemeint ist, dass wenn sich Regierung und Opposition bis Jahresende nicht auf einen Kompromiss einigen können, treten automatisch Etatkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar in Kraft. Dadurch könnte die USA in eine Rezession stürzen.

Schwächster Sektor in dem 19 Branchen umfassenden Stoxx Europe 600 war der der Haushaltsgüter mit minus 1,02 Prozent. Der Telekom-Sektor legte dagegen mit plus 0,27 Prozent am kräftigsten zu.

Im Leitindex der Eurozone zählten die Aktien von Danone mit plus 0,75 Prozent auf 50,74 Euro zu den Spitzenwerten. Der weltgrösste Joghurthersteller will angesichts der schleppenden europäischen Konjunktur die Kosten senken. Analysten begrüssten den Schritt. Independent Research etwa hob das Kursziel deshalb von 48,00 auf 54,00 Euro an.

Positiv werten Börsianer auch die Einigung der EU-Finanzminister auf eine zentrale europäische Bankenaufsicht. Deutschland und Frankreich hatten sich zuvor bei den zwei zentralen Fragen, der Zahl der überwachten Banken sowie der strikten Trennung von geldpolitischen Entscheidungen und Bankenaufsicht innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB), geeinigt. Die Bankaktien zeigten sich dennoch uneinheitlich. Besonders schwach war die Aktie der Deutschen Bank mit minus 2,71 Prozent, nachdem der Finanzkonzern hohe Belastungen durch den anstehenden Konzernumbau angekündigt hatte. Die Titel der Societe Generale gaben 1,34 Prozent nach. Sie gehört zu jenen Banken, denen die Ratingagentur Fitch einen negativen Ausblick attestierte.

In Zürich sanken die Aktien der UBS um 1,05 Prozent auf 15,08 Franken. Die Schweizer Grossbank muss wegen des Libor-Skandals offenbar tief in die Tasche greifen. Um die Ermittlungen von amerikanischen und britischen Behörden beizulegen, sollen die Schweizer mehr als eine Milliarde Dollar bezahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Der UBS wird vorgeworfen, dass sie gemeinsam mit anderen Banken den Libor manipuliert hat, um sich so Vorteile zu verschaffen.

In London waren die Titel von AstraZeneca Schlusslicht mit einem Abschlag von 2,76 Prozent. Der zweitgrösste britische Pharmakonzern musste einen Rückschlag bei der Entwicklung eines Medikaments zur Behandlung von Arthritis hinnehmen. Fostamatinib gegen rheumatoide Arthritis schnitt in wichtigen Studien im Vergleich mit dem Konkurrenzprodukt Humira von Abbott Laboratories schlechter ab. (awp/mc/pg)

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