EU-Schluss: Gewinne am Tag der US-Wahlen

Paris – Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Tag der Präsidentschafts- und Kongresswahlen in den USA zugelegt. Grund für den Optimismus an den Märkten am Dienstag dürfte laut Händler Markus Huber von ETX Capital sein, dass unabhängig vom Wahlausgang die neue US-Regierung dazu gezwungen sein werde, nötige Reformen einzuleiten. «Die sollten dann letztlich bewirken, dass die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt und somit vermehrt Arbeitsplätze schafft.» Börsianer sprachen allerdings auch von dünnen Umsätzen, so dass sich die Kursgewinne eventuell als nicht nachhaltig erweisen könnten.

Zum Handelsschluss zog der EuroStoxx 50 um 0,73 Prozent auf 2.535,94 Punkte an. Der CAC 40 in Paris stieg um 0,87 Prozent auf 3.478,66 Punkte. für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,79 Prozent auf 5.884,90 Punkte nach oben.

Unter den einzelnen Sektoren im Stoxx Europe 600 verbuchte die Autobranche mit einem Minus von 0,33 Prozent die grössten Verluste. Vor allem eine Pflicht-Wandelanleihe bei Volkswagen (VW) belastete. Europas grösster Autobauer hatte sich durch die verzögerte Ausgabe neuer Aktien 2,5 Milliarden Euro ins Haus geholt. Der Anteil der Altaktionäre werde verwässert und das führe zu einem entsprechenden grossen Kursabschlag von 4,13 Prozent, sagte ein Händler. Damit waren die VW-Vorzüge das klare Schlusslicht im EuroStoxx 50.

An der Spitze des niederländischen Leitindex AEX gewannen die Aktien von Air France-KLM 5,31 Prozent auf 7,339 Euro und notierten damit so hoch wie seit August 2011 nicht mehr. Einem Bericht der Zeitung «La Repubblica» zufolge plant die italienische Fluggesellschaft Alitalia, an der Air France-KLM beteiligt ist, einen Verkauf von Vermögensgegenständen, um eine Kapitalerhöhung zu vermeiden.

Von Quartalszahlen profitierten die Aktien des schweizerischen Zeitarbeitsunternehmens Adecco . Sie stiegen an der SMI-Spitze um 3,21 Prozent. Operatives Ergebnis und Reingewinn waren höher als am Markt erwartet ausgefallen.

In London büssten die Titel des Ingenieurdienstleisters Babcock nach Sechsmonatszahlen 3,49 Prozent ein und fielen damit an das «Footsie»-Ende. Die Papiere von Marks & Spencer stiegen um 2,78 Prozent. Der Vorsteuergewinn des grössten britischen Textilhändlers war im ersten Halbjahr nicht so stark gesunken wie von Analysten befürchtet.

Die Papiere von ARM Holdings legten um 2,09 Prozent zu. Apple arbeitet laut einem Medienbericht gezielt daran, auch in seinen Computern auf eigene Chips statt der heutigen Prozessoren von Intel umzusteigen. Dabei geht es um einen grundsätzlichen Wechsel zur Architektur des britischen Entwicklers, die heute bereits so gut wie alle Smartphones und Tablets antreibt, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. (awp/mc/pg)

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