EU-Schluss: Schwächer

Paris – Die europäischen Börsen haben am Donnerstag in einer nervösen Sitzung überwiegend Verluste verzeichnet. Der EuroStoxx 50 endete mit minus 0,74 Prozent bei 2.597,92 Punkten. Damit liegt er nun fast anderthalb Prozent unter dem Jahresschluss 2012. In der Vorwoche hatte der Leitindex der Eurozone noch bei fast 2.755 Punkten den höchsten Stand seit Ende Juli 2011 erreicht. Für den Pariser CAC 40 ging es am Donnerstag um 1,15 Prozent auf 3.601,05 Punkte runter, der Londoner FTSE 100 verlor 1,06 Prozent auf 6.228,42 Punkte.

Die Märkte reagierten mit einer Berg- und Talfahrt auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Leitzins bleibt wie erwartet bei 0,75 Prozent. Indes hatte EZB-Chef Mario Draghi die jüngste Aufwertung des Euro als Abwärtsrisiko für die Inflationsentwicklung dargestellt. Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel sieht in den Worten eine «kleine verbale Intervention». Der Euro rutschte unter 1,34 US-Dollar und auch die Aktienbörsen bröckelten ab. Zunächst hatten sie noch positiv auf die Aussage von Draghi bezüglich einer Stabilisierung der Lage im Euroraum reagiert. Belastend wirkte laut Händlern aber vor allem auch die Schwäche der Wall Street.

Die Bilanzvorlagen standen auch im europäischen Geschäft im Fokus. Während die Anteile am deutschen Autobauer Daimler mit plus 2,78 Prozent nach teils besser als erwarteten Zahlen den Tagessieger im Eurostoxx 50 stellten, mussten Sanofi-Papiere mit minus 3,99 Prozent die zweitstärksten Verluste hinnehmen. Der Druck durch billige Konkurrenzprodukte für wichtige Umsatzbringer hat dem französischen Pharmakonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr zugesetzt. Auch der Gewinn ging zurück.

Reise- und Freizeitwerte waren die Favoriten in Europa mit einem Plus von 1,45 Prozent im Stoxx 600 Travel & Leisure . Die Papiere der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM verteuerten sich in Amsterdam nach Verkehrszahlen für Januar um 1,72 Prozent auf 8,213 Euro. Die Anteile an Thomas Cook sprangen in London um 19,58 Prozent nach oben auf 85,50 Pence. Der zweitgrösste Reiseveranstalter Europas will nach zwei Verlustjahren nun noch härter sparen. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage entwickle sich das Geschäft in Deutschland, Grossbritannien und Skandinavien besser, sagte die neue Konzernchefin Harriet Green. Tui Travel legten 0,89 Prozent zu. (awp/mc/pg)

Euronext

Exit mobile version