EU-Schluss: Leichte Verluste

Paris – Die europäischen Börsen haben am Dienstag wegen der weiter schwelenden europäischen Schuldenkrise ihre jüngste Verlustserie fortgesetzt. Der EuroStoxx 50 , der anfangs moderat zugelegt hatte, rutschte nach einer enttäuschenden Auktion spanischer Geldmarktpapiere ins Minus. Auch Italien hat weiter grosse Mühe bei der Beschaffung von frischem Geld an den Finanzmärkten. Den Handel beendete der Leitindex der Eurozone 0,12 Prozent tiefer bei 2.128,20 Punkten. In Paris sank der Cac 40 um 0,30 Prozent auf 3.012,71 Punkte, und der Londoner FTSE 100 ging um 0,07 Prozent auf 5.446,96 Punkte zurück.

Im Fokus stand einmal mehr der Bankensektor, nachdem die Ratingagentur Moody’s am Vorabend auf einen Schlag die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Instituten abgestuft hatte. Die am Nachmittag veröffentlichten und unerwartet schlecht ausgefallenen US-Konjunkturdaten belasteten eher wenig. Die Anleger warten nun auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel zur Schuldenkrise, von dem sich Marktbeobachter allerdings kaum substanzielle Fortschritte erwarten.

Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks verlor 0,94 Prozent. Grösster Verlierer waren die konjunktursensiblen Autowerte mit minus 1,44 Prozent, während der als defensiv geltende Versorgersektor mit Gewinnen von 0,80 Prozent die europäische Branchenübersicht anführte. Die spanischen Grossbanken Banco Santander und BBVA litten unter der Moody’s-Abstufung und verloren 1,46 respektive 1,70 Prozent. Für Credit Suisse ging es am Ende des Swiss-Market-Index (SMI ) um 2,46 Prozent bergab. Die schweizerische Grossbank erwägt Medienberichten zufolge deutliche Stellenkürzungen im europäischen Investmentbanking.

In London wurden Papiere des Halbleiterunternehmens ARM im Sog reduzierter Geschäftsziele des deutschen Wettbewerbers Infineon nach unten gezogen und sackten letztlich um 3,12 Prozent ab. Infineon-Aktien fielen um knapp zwölf Prozent.

Die Papiere von Anheuser-Busch Inbev verteuerten sich um 1,90 Prozent, nachdem der weltgrösste Brauereikonzern mitgeteilt hatte, er befinde sich in Gesprächen über eine Komplettübernahme des Brauerei-Konzerns Grupo Modelo. In Zürich legten die Aktien von Adecco um 2,95 Prozent zu und belegten damit den Spitzenplatz im SMI, nachdem das Zeitarbeitsunternehmen den Rückkauf eigener Aktien angekündigt hatte. (awp/mc/pg)

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