EU-Schluss: Schwach – US-Konjunkturdaten enttäuschen

Paris – Schwache US-Konjunkturdaten haben die wichtigsten europäischen Aktienmärkte am Mittwoch unter Druck gesetzt. Der EuroStoxx 50 fiel zum Handelsschluss um 1,52 Prozent auf 2.639,01 Punkte, nachdem er jedoch am Dienstag um mehr als zwei Prozent in die Höhe geschnellt war. Sein bisheriges Jahresplus reduzierte der Leitindex für die Eurozone damit auf nur noch 0,12 Prozent. Der CAC 40 in Paris verlor zur Wochenmitte 1,32 Prozent auf 3.754,96 Punkte. Der Londoner FTSE 100 büsste 1,08 Prozent auf 6.420,28 Punkte ein.

In den USA hatte sich die Stimmung der Dienstleister im vergangenen Monat überraschend deutlich eingetrübt. Zudem war die Beschäftigung des Privatsektors im März weniger stark gestiegen als erwartet.

Nun dürfte der Fokus wieder verstärkt auf den Notenbankern liegen, sagte Marktstratege Gregor Kuhn vom Broker IG. Die Bank of Japan berät am Mittwoch und Donnerstag über ihre Geldpolitik und den Leitzins. In Erwartung weiterhin lockerer Zinszügel sind die japanischen Aktien am Mittwoch bereits stark gestiegen. Am Donnerstag werden die Europäische Zentralbank und die Bank of England über den Leitzins entscheiden.

Europaweit notierten alle Branchen im Minus. Telekomwerte verbuchten mit einem Abschlag von durchschnittlich 2,07 Prozent die grössten Verluste. Belastung kam durch die Titel von Vodafone. Die Aktionäre des Mobilfunkkonzerns wurden ernüchtert, nachdem der US-Telekomkonzern Verizon dementiert hatte, die Briten übernehmen zu wollen. Am Vortag waren Vodafone-Aktien wegen entsprechender Spekulationen mit einem Aufschlag von fast 3 Prozent aus dem Handel gegangen. Am Mittwoch nun fielen sie um 3,05 Prozent. Die Verizon-Anteilsscheine gaben zuletzt in New York um 1,19 Prozent nach.

Negative Impulse erhielten die europäischen Telco-Werte auch von einer skeptischen Branchenstudie der UBS-Analysten. Hier kamen zum Beispiel France-Telecom-Titel schlecht weg, die folgerichtig mit minus 4,42 Prozent der zweitschwächste Wert im EuroStoxx waren.

Ebenfalls schwach zeigte sich die Rohstoffbranche , die um 1,97 Prozent absackte, nachdem einige Preise an der London Metal Exchange (LME) am Vortag den stärksten Rückgang seit zwei Wochen verzeichnet hatten. So gehörten Evraz , Eurasian Natural Ressources und Fresnillo mit Verlusten zwischen 6 und 4 Prozent zu den besonders deutlich verbilligten Papieren. Die Xstrata-Titel fielen um 3,51 Prozent.

Die Aktien von EADS büssten nach der Bekanntgabe der Details zum Aktienrückkaufprogramm in Paris 1,90 Prozent ein. Analyst Benjamin Fidler von der Deutschen Bank nannte die Aussagen des Managements zu den Aktienrückkäufen «gemischt». Sie seien nicht durchweg positiv, denn zwar liege das Volumen von 3,75 Milliarden Euro am oberen Ende der erwarteten Spanne, doch habe das Luft- und Raumfahrtunternehmen keine Angaben zum genauen Zeitpunkt und zur Umsetzung gemacht. Die Unsicherheit über Aktienverkäufe einiger Anteilseigner gehe damit weiter.(awp/mc/pg)

Euronext

Exit mobile version