EU-Schluss: EuroStoxx verliert mehr als 3%

London – Der EuroStoxx 50 ist am Montag nach einer Versteigerung von italienischen Staatsanleihen um mehr als drei Prozent abgesackt. Das hoch verschuldete Euroland konnte sich zwar zu etwas niedrigeren Zinsen frisches Geld beschaffen, musste aber eine Rendite von knapp sechs Prozent akzeptieren. Zudem hatten ein negativer Kommentar der US-Ratingagentur Moody’s zu den Beschlüssen des EU-Gipfels sowie eine Umsatzwarnung des Chipherstellers Intel die Stimmung belastet.

Der Leitindex für die Eurozone fiel zum Handelsschluss um 3,12 Prozent auf 2.269,46 Punkte und büsste damit seine Gewinne vom Freitag wieder ein.

In Paris verlor der CAC 40 2,61 Prozent auf 3.089,59 Punkte. Der britische FTSE 100 rutschte um 1,83 Prozent auf 5.427,86 Punkte.

Zu Beginn der Woche standen Aktien europäischer Versicherungskonzerne im Fokus der Anleger. Hier sorgte ebenfalls eine führende US-Ratingagentur für Kursverluste: Standard & Poor’s (S&P) hatte die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt. Die S&P-Aussage habe vor allem die Aktien des französischen Versicherungskonzerns Axa unter Verkaufsdruck gesetzt, sagten Händler. Die Papiere verloren 6,45 Prozent auf 10,45 Euro. Nicht ganz so stark fiel das Minus bei den Aktien des italienischen Versicherers Generali aus, die um 3,94 Prozent auf 11,95 Euro abrutschten.

Generell gerieten führende europäische Finanzwerte einmal mehr unter starkem Verkaufsdruck. Aktien der französischen Grossbank Societe Generale etwa verloren 4,88 Prozent auf 18,60 Euro. Am Ende des EuroStoxx brachen die Papiere von ING um 8,09 Prozent auf 5,362 Euro ein. Der niederländische Konzern will nachrangige Anleihen zurückerwerben und damit Anforderungen der Regulierungsbehörden erfüllen.

An der Börse in London fielen die Aktien der Royal Bank of Scotland um 6,50 Prozent auf 20,56 Pence. Die Papiere der Lloyds Bank sanken um 8,57 Prozent auf 24,42 Pence.

Ein Übernahmeangebot sorgte hingegen an der Börse in Zürich für eine Kursexpolsion bei den Aktien des Energieausrüsters Newave mit einem Plus von 20,77 Prozent auf 55,25 Franken. Der Technologiekonzern ABB will die Spezialfirma kaufen und bietet den Aktionären 56 Franken pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 22 Prozent zum Schlusskurs am Freitag. Das Angebot umfasst ein Volumen von 170 Millionen Schweizer Franken. Die Aktien von ABB verloren 1,90 Prozent auf 17,06 Franken.

An der Börse in Paris waren die Aktien des französischen Energiekonzerns Areva zu Beginn der Woche zunächst vom Handel ausgesetzt worden und fielen am Ende um 5,56 Prozent. Der Atomkonzern hatte zuvor die Veröffentlichung von Sparplänen angekündigt. Zuletzt hatten sich in den Medien Hinweise auf drastische Massnahmen des Unternehmens verdichtet. Laut den Berichten sollen 2.700 bis 2.900 Arbeitsstellen beim Spezialisten für Kernenergie wegfallen. Industrieminister Eric Besson hatte zudem in einem Radiointerview angekündigt, dass der Konzern voraussichtlich hohe Verluste melden werde.

Moderate Kursgewinne zeigten sich bei den Aktien des Duftstoff- und Aromenherstellers Givaudan, die um 0,94 Prozent zulegten. Dabei hatte die Bill and Melinda Gates-Stiftung zuvor die Übernahme von Teilen des Parfum-Herstellers angekündigt. Die Stiftung des Microsoft-Gründers hält laut eigenen Angaben einen Anteil von 10,3 Prozent an dem Schweizer Unternehmen. (awp/mc/upd/ps)

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