EU-Schluss: Fester

London – Positive Nachrichten aus Italien und den USA haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Dienstag weiter nach oben geschoben. Der EuroStoxx 50 baute sein Vortagesplus von mehr als fünf Prozent um weitere 0,56 Prozent auf 2.234,17 Punkte aus. Erst am vergangenen Freitag hatte der europäische Leitindex seine vorhergehende Talfahrt mit sechs Minustagen in Folge durchbrechen können. In Paris legte der CAC 40 zuletzt um 0,46 Prozent auf 3.026,76 Punkte zu, der Londoner FTSE 100 stieg um 0,46 Prozent auf 5.337,00 Punkte.

Vor allem die grosse Nachfrage nach den auktionierten, italienischen Staatsanleihen sorgte laut Analyst Gregor Kuhn von IG Markets für Optimismus unter den Börsianern, wenn gleich das hohe Zinsniveau so manchen Anleger nachdenklich stimmen dürfte. Die Rendite zehnjähriger italienischer Papiere verharrte zuletzt bei 7,18 Prozent, während die klar rückläufigen Renditen spanischer Staatsanleihen zu einer besseren Stimmung beitrugen. Positiv wirkte am Nachmittag auch die nach überraschend guten Konjunkturdaten aus den USA deutlicher ins Plus drehende Wall Street. Das US-Verbrauchervertrauen war im November deutlich stärker als erwartet gestiegen. Zudem stützte laut Kuhn weiter die Hoffnung auf eine relativ baldige Lösung der europäischen Schuldenmisere vor dem Treffen der EU Finanzminister.

Die wichtigsten Branchenindizes des Stoxx Europe 600 legten allesamt zu. Besonders stark zeigten sich wieder die Versicherer , die im Schnitt um 1,82 Prozent zulegten, gefolgt von den Freizeit- und Reisewerten und den Industrietiteln mit Aufschlägen von rund anderthalb Prozent. Stärkster Einzelwert war im EuroStoxx 50 mit der Allianz ein Versicherer, der laut Händlern weiter von der Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage in der Eurozone profitiert. Die Sorgen um Zahlungsausfälle, die in den Anlageportfolios der Versicherer deutliche Spuren hinterlassen würden, nahmen ab.

Dem positiven Trend der Versicherer konnten sich die Banken indes nicht anschliessen: die französischen Grossbanken Credit Agricole mit minus 1,13 Prozent und BNP Paribas mit einem Abschlag von 1,24 Prozent mussten klare Verluste hinnehmen. Händler verwiesen auf skeptische Aussagen der Ratingagentur Moody’s zu dem Sektor.

Die vor allem in London schwer gewichteten Minenwerte standen auch eher auf den Verkaufslisten der Börsianer: Rio Tinto sackten im Stoxx 50 um 0,81 Prozent auf 3.114,50 Pence ab. Am Morgen hatten die UBS und die Deutsche Bank in Studien zum britisch-australischen Minenkonzern ihre Kursziele für die Aktie gesenkt. Die Deutsche Bank schrieb in ihrer Analyse zudem, dass das Unternehmen noch für dieses Geschäftsjahr ausserordentliche Abschreibungen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar auf den Wert seines Aluminiumgeschäfts vornehmen könnte. (awp/mc/pg)

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