EU-Schluss: Weitere Verluste

London – Verstärkte Sorgen um die Konjunkturaussichten in den USA und die Schuldenkrise in Europa haben den europäischen Aktienmärkten am Montag weiterhin zugesetzt. Ungeachtet guter Konjunkturdaten aus den USA ging der EuroStoxx 50 1,90 Prozent tiefer bei 2.138,24 Punkten aus dem Handel. Der europäische Leitindex knüpfte so an seine Verluste vom Freitag an, als deutliche Verluste zum grössten Quartalsverlust seit neun Jahren beigetragen hatten.

In Paris büsste der CAC 40 am Ende 1,85 Prozent auf 2.926,83 Punkte ein. Der Londoner FTSE 100 verlor 1,03 Prozent auf 5.075,50 Punkte.

Marktstratege Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research sprach am Montag von einer wieder zunehmenden Risikoscheu der Anleger. Als Stimmungsbremse wirkten dabei insbesondere schlechte Nachrichten aus Griechenland, die am Morgen auch schon in Asien für Verluste gesorgt hatten. Zuvor hatte das griechische Finanzministerium am Wochenende bekannt gegeben, dass sein Land das für dieses Jahr gesteckte Sparziel verfehlen wird.

Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den USA konnten indes am Nachmittag nur kurzzeitig für etwas Entspannung an den Aktienmärkten sorgen: Im September hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie entgegen den Erwartungen von Experten aufgehellt und zudem waren die Bauausgaben im August überraschend gestiegen.

Der grösste Verlierer im EuroStoxx kam aus dem Autosektor: BMW-Aktien hielten mit einem Abschlag von 5,69 Prozent auf 47,12 Euro die rote Laterne hoch und der Stoxx Europe 600 Autos & Parts stellte mit minus 3,65 Prozent den schwächsten Sektorindex. Händler begründeten dies mit den konjunktursensiblen Eigenschaften der Autobauer. Hinzu kämen aber noch die Sorgen um das Wachstum in China, die am Freitag von einer enttäuschenden Einkaufsmanager-Umfrage aus dem riesigen Land verstärkt worden waren.

Am Ende des EuroStoxx versammelten sich einmal mehr die Aktien aus dem Bankensektor, dessen Teilindex Stoxx 600 Banks um 2,74 Prozent nachgab. Unter den Einzelwerten büssten die Aktien der Societe Generale etwas mehr als 5 Prozent ein, gefolgt von den Aktien weiterer französischer sowie spanischer Banken. BNP Paribas, Credit Agricole, BBVA und Banco Santander verloren zwischen 3,5 und 4,6 Prozent.

Auch Versicherer gehörten zu den schwächsten Werten, wie der 2,35 Prozent leichtere Sektorindex Stoxx 600 Insurance zeigte. Papiere der ING Groep sackten als zweitschwächster EuroStoxx-Wert um 5,16 Prozent auf 5,058 Euro ab und Axa-Titel büssten rund 3,3 Prozent ein.

Besonders kräftig ging es indes im Finanzsektor für die Aktien von Dexia abwärts. Sie brachen in Brüssel um etwas mehr als 10 Prozent auf 1,30 Euro ein, was am Markt damit begründet wurde, dass die Ratingagentur Moody’s eine mögliche Herabstufung der drei operativ bedeutendsten Sparten der Finanzgruppe prüfe. Dies schüre Spekulationen, dass die Bank erneut vom Staat gestützt werden müsse.

Ein Lichtblick waren derweil die Aktien des Schweizer Zementherstellers Holcim, die in Zürich um 5,65 Prozent auf 51,45 Euro zulegten. Sie profitierten Börsianern zufolge von einem Bericht in der «SonntagsZeitung», wonach Grossaktionär Thomas Schmidheiny seine Anteile weiter aufstocken will. (awp/mc/upd/ps)

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