EU-Schluss: ESTX50 gewinnt 2,1% auf 2838 Punkte

Paris – Der EuroStoxx 50 ist am Freitag auf Erholungskurs geblieben. Der Leitindex der Eurozone knüpfte an seine Vortagesgewinne an und beendete den Handel auch dank eines überraschend guten US-Arbeitsmarktberichts mit einem kräftigen Plus von 2,08 Prozent auf 2838,01 Punkte. Die US-Wirtschaft hatte im Juni nach dem Rückschlag im Vormonat erheblich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Es kamen 287 000 Beschäftigte hinzu. Volkswirte hatten hingegen nur mit 180 000 Stellen gerechnet.

Auf Wochensicht beläuft sich das Minus beim Eurostoxx zwar auf gut eineinhalb Prozent, doch nach dem zunächst enttäuschenden Wochenverlauf habe der europäische Aktienmarkt dann die Woche doch noch ordentlich zu Ende gebracht, kommentierte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets. Der CAC-40-Index in Paris stieg um 1,77 Prozent auf 4190,68 Punkte. Für den Londoner FTSE-100-Index ging es um 0,87 Prozent auf 6590,64 Zähler nach oben.

Die Erholung beim US-Stellenaufbau sorge für höhere Haushaltseinkommen und somit für einen steigenden Konsum – dieser sei der stärkste Wachstumstreiber in den USA, fasste Unicredit-Volkswirt Harm Bandholz zusammen. Die Befürchtungen eines breiteren Abschwungs im US-Arbeitsmarkt dürften daher gemindert werden. Aus ökonomischer Sicht sollten die US-Leitzinsen bereits höher sein, schreibt der Experte und rechnet mit einer Anhebung Ende des Jahres – sofern sich dann die Brexit-Unsicherheit gelegt habe.

Im EuroStoxx gehörten einige der zuletzt stark unter die Räder geratenen Finanzwerte aus Italien zu den Gewinnern. So gewannen Intesa SanPaolo an der Index-Spitze glatte 10 Prozent. Unicredit und Assicurazioni Generali verteuerten sich um 8,73 beziehungsweise 7,78 Prozent. Die italienische Notenbank zieht inzwischen in der Bankenkrise des Landes einen staatlichen Eingriff zur Rettung angeschlagener Geldhäuser in Erwägung. Italien brauche ein öffentliches Sicherheitsnetz, das im Notfall greifen könne, sagte der Chef der Zentralbank, Ignazio Visco.

Für die Aktien von Air France-KLM ging es lediglich um 0,93 Prozent hoch. Bei der Fluggesellschaft dreht sich das Personalkarussell in der Vorstandsebene weiter. Wenige Tage nach dem Antritt des neuen Konzernchefs Jean-Marc Janaillac reichte nun Finanzvorstand Pierre-Francois Riolacci seine Kündigung ein. Im Juni konnte Air France-KLM die Zahl der Passagiere nur dank des Billigablegers Transavia steigern.

Aus Branchensicht waren die Autowerte mit plus 3,87 Prozent besonders gefragt. Dabei half, dass der Absatz auf dem so wichtigen Automarkt China im Juni dynamisch zugelegt hatte. Verantwortlich waren insbesondere die nach Absatzproblemen im Sommer 2015 auf den Weg gebrachten Steuererleichterungen. (awp/mc/pg)

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