EU-Verlauf: Gewinne eingebüsst

Paris – Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag vor Beginn des zweitägigen EU-Gipfels ihre Anfangsgewinne eingebüsst und zuletzt nachgegeben. Der EuroStoxx 50 fiel zur Mittagszeit um 0,38 Prozent auf 2.336,05 Punkte. In Paris rutschte der CAC 40 ebenfalls ins Minus und gab 0,44 Prozent auf 3161,89 Punkte nach. Der britische FTSE 100 hielt sich mit 0,21 Prozent im Plus bei 5.558,49 Punkten. Ein Händler sagte, kursstützend wirke sich die Erwartung aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag den wichtigsten Zinssatz um 0,25 Punkte auf 1,00 Prozent senken wird.

Vor diesem Hintergrund hatte die Massnahme von Standard & Poor’s, zahlreiche grosse europäische Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung («Creditwatch») zu stellen, keine klaren Auswirkungen. Die Finanztitel tendierten uneinheitlich. Unter den schwächsten Werten im EuroStoxx 50 waren Axa mit minus 1,89 Prozent und Societe Generale mit minus 2,52 Prozent. Einige Bankentitel legten dagegen deutlich zu: BNP Paribas um 0,82 Prozent und Deutsche Bank um 0,90 Prozent. Die Ergebnisse des Stresstests der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA wurden erst am Abend nach Börsenschluss erwartet.

Nach einer Herabstufung durch Barclays waren die europäischen Telekomwerte unter den weniger begehrten Titeln. Nach Angaben von Händlern wurde France Telecom von der britischen Bank auf «Underweight» heruntergestuft. Ausserdem hat die französische Telefongesellschaft vor Gericht eine Niederlage im langjährigen Beihilfestreit mit der EU-Kommission erlitten. Mit dem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union erlangt ein Bescheid der Wettbewerbshüter Rechtskraft, in dem die Steuersonderregelung für France Telecom in den Jahren 1994 bis 2002 als staatliche Beihilfe eingestuft wurde. Es wird mit einer Rückforderung zwischen 798 Millionen und 1,14 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen gerechnet. Dennoch notierte die Aktie im Mittelfeld mit einem Kursgewinn von 0,20 Prozent.

Nach einer Anhebung durch die Deutsche Bank auf «Buy» kletterten die Papiere von Schneider Electric um 0,18 Prozent. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat mit seinem Brustkrebsmittel Afinitor positive Studiendaten erzielt. Die Aktie legte 0,20 Prozent zu. Im Stoxx Europe 50 trat an diesem Donnerstag noch eine Änderung in Kraft. Der britische Tabakkonzern Imperial Tobacco ersetzt den französischen Versicherer Axa. Imperial Tobacco legten 1,36 Prozent zu.

Der britische Einzelhändler Tesco hat im dritten Quartal erneut den Umsatz gesteigert und hält an seinen Zielen fest. Die Daten waren aber im Rahmen der Markterwartungen und so verlor die Aktie in London 1,15 Prozent. (awp/mc/ps)

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